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Morddrohungen und Hilfsangebote: Die stetig steigende Zahl der ankommenden Flüchtlinge spaltet den Landkreis

In der Gemeinde Appel reagierten Anwohner mit Protestplakaten auf die Ankündigung, dass dort 53 Asylbewerber untergebracht werden sollten. Der Landkreis senkte die Zahl auf 11. Heute unterstützen Bürger die Flüchtlinge (Foto: gb)
(mum). Morddrohungen gegen Landkreis-Mitarbeiter auf der einen Seite, Hilfsangebote aus den Gemeinden für die Flüchtlinge auf der anderen Seite - die immer größer werdende Zahl von Asylbewerbern, die im Landkreis Harburg untergebracht werden müssen, spaltet die Menschen. Oder anders gesagt: Rassismus trifft in der Nordheide auf Weltoffenheit.

"Es ist richtig, dass Sozialamtsleiter Reiner Kaminski Morddrohungen erhält", sagt Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald. Vor allem wenn Kaminski öffentlich für die Unterstützung von Flüchtlingen wirbt, würden die Drohungen im Kreishaus eingehen. Zuletzt sei dies geschehen, als Kaminski darüber informierte, dass dringend weitere Unterkünfte benötigt werden. Beschimpfungen seien ohnehin die Regel. "Wir nehmen die Drohungen ernst und leiten sie an die Polizei weiter", so Freudewald.

• Auch das WOCHENBLATT bekommt wöchentlich ausländerfeindliche Leserbriefe. Interessant: Obwohl sich fast alle Schreiben ähneln, sind sie stets von unterschiedlichen Verfassern unterschrieben, die es jedoch laut Telefonbuch alle nicht gibt.

• Eine besondere Art des Rassismus spielt sich derzeit auch auf Facebook ab. In einer Gruppe, die eigentlich Bürger vor möglichen Verbrechen warnen möchte, werden ausländische Mitbürger denunziert. „Rumänische Trickbetrüger sollten aus der Stadt geprügelt werden“, war dort unter anderem zu lesen.
Lesen Sie dazu "Nordheide aufgepasst!" - oder die rassistische Nachbarwehr

• Doch es gibt auch sehr viele positive Beispiele für die Herzlichkeit, mit der die Flüchtlinge im Landkreis willkommen geheißen werden. Das WOCHENBLATT nennt in seiner Ausgabe am Samstag, 13. September, Zahlen und Fakten zum Thema Asylbewerber im Landkreis.