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„Die Gemeinde hat gepennt“ - Lücking-Deal: FDP holt zum Rundumschlag aus

Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper
mum. Jesteburg. „Mit rund 45.000 Quadratmetern ist am Schierhorner Weg eines der größten Baugebiete Jesteburgs geplant“, sagt Frank Gerdes (FDP). 22.000 Quadratmeter davon habe die Gemeinde erwerben wollen, um dort unter anderem günstigeren Wohnraum zu schaffen. „Doch die Gemeinde hat gepennt“, ist Gerdes auf Zinne. Mit Steffen Lücking hat ein privater Investor Jesteburg 2,6 Hektar vor der Nase weggeschnappt (das WOCHENBLATT berichtetet). Für die FDP liegt der Grund auf der Hand: „Grundstückseigentümer Wilhelm Frommann hatte knapp ein Jahr auf ein Kaufangebot der Gemeinde gewartet“, so FDP-Ratsherr Philipp-Alexander Wagner. „Das ist doch ungeheuerlich. Der Rat hat der Verwaltung vor einem Jahr den Auftrag erteilt, Kaufverhandlungen zu führen. Nach Aussagen des Grundstückseigentümers haben diese aber bis heute nicht statt gefunden. Da darf man sich dann als Gemeinde auch nicht wundern, wenn sich ein anderer dieses Filetstück unter den Nagel reißt.“
Lücking wird laut eigenen Angaben 1,8 Millionen Euro an den Grundstückseigentümer überweisen. „Hier wird ein Mega-Baugebiet geschaffen, ohne dass man sich vorher über die dadurch entstehenden Probleme für Jesteburg Gedanken macht“, sagt Gerdes. Schon jetzt staue sich zu Stoßzeiten im Schierhorner Weg der Verkehr. Für die FDP ist klar: „Nach Kunstpfad, Famila und Gesundheitszentrum erweist sich erneut ein Rats-Projekt als Mega-Flop!“ Gerdes ergänzt: „Landwirtschaftliche Fläche wurde in Bauland umgewandelt, ohne dass es eine Kaufoption seitens der Gemeinde gab. Ob aus Absicht oder Schluderigkeit: Hier hat der Gemeinderat dafür gesorgt, dass sich einige wenige auf Kosten der Allgemeinheit ordentlich die Taschen füllen können.“
Im Gemeinderat am vergangenen Mittwoch war der Grundstücks-Deal auch Thema. Verwaltungschef Hans-Heinrich Höper bestätigte, dass es zwar Gespräche mit Eigentümer Frommann gegeben habe, es jedoch nicht zu einem konkreten Angebot gekommen sei. „Noch handelt es sich bei der Fläche um Ackerland. Und ich gehe davon aus, dass wir den F-Plan nur dann öffnen, wenn am Ende auch bezahlbarer Wohnraum in einem angemessenem Verhältnis entsteht“, so Höper. Die Gemeinde hat inzwischen mit Lücking einen Gesprächstermin vereinbart. Nach Ostern wolle man sich zusammensetzen.