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Fährpläne verschieben sich

Die Idylle an einem der letzten Strände an der Elbe wäre durch eine Autofähre gestört
 
Die Autofähre soll mit einem umweltschonenden Hybridmotor angetrieben werden (Foto: LNG Hybrid)
bc. Jork. Es ist ruhig geworden um die Pläne für eine Elbfähre zwischen Jork-Wisch und Wedel. Was nicht heißt, dass die Harburger Firma „Becker Marine Systems“ im Hintergrund nicht weiter an der Realisierung arbeitet. Gegenüber dem WOCHENBLATT bestätigt Manager Henning Kuhlmann: „Wir sind täglich mit dem Projekt beschäftigt.“ Allerdings sei eine Betriebsaufnahme im kommenden Jahr, so wie ursprünglich beabsichtigt, nicht mehr realistisch, so Kuhlmann. Frühestens 2017 könne der Startschuss erfolgen.

Im Gegensatz zur Jorker Seite sind die Planungen am nördlichen Elbufer im Businesspark Wedel in Sachen Flächenverfügbarkeit schon weiter fortgeschritten. Nichtdestotrotz: Hüben wie drüben ist die Finanzierung unklar. Beide Gemeinden, sowohl Jork als auch Wedel, haben dem Unternehmen laut eigenen Angaben ihre leeren Taschen gezeigt. Eine kommunale Ko-Finanzierung an dem Projekt ist damit so gut wie ausgeschlossen. Kuhlmann: „Wir sind dabei, andere Fördertöpfe ausfindig zu machen.“ Sei es vom Land, Bund oder der EU. Der Investor hofft aufgrund der innovativen Schiffstechnik mit umweltschonendem Hybridmotor auf staatliche Zuschüsse.

Nicht nur das Geld ist der Casus Knacktus, auch der Gegenwind der Jorker Anwohner bläst dem Unternehmen nach wie vor ins Gesicht. Wie berichtet, haben einige Anlieger, deren Grundstücke „Becker“ für die Zuwegung sowie den Bau von Wartezonen und Parkplätzen bräuchte, den Jorker Bürgermeister Gerd Hubert in einem offenen Brief aufgefordert, über den Sachstand der Planung zu informieren.

Im jüngsten Bauausschuss der Gemeinde teilte Hubert mit, dass kein Vertreter von „Becker Marine Systems“ in den vergangenen Monaten an ihn herangetreten sei.
Auf Anfrage äußert sich Henning Kuhlmann über das weitere Vorgehen: „Wir wollen in diesem Jahr, möglichst im Sommer, individuelle Gespräche mit den betroffenen Anwohnern führen. Unser Ideal-Ziel ist es, eine Konsenslösung herbeizuführen.“

Einen Plan B ohne die Nutzung von Flächen, deren Eigentümer sich gegen eine Veräußerung wehren, gebe es zwar, sei aber nicht erstrebenswert.
Kuhlmann: „Ich kann jeden Anwohner gut verstehen, der keinen zusätzlichen Verkehr vor seiner Haustür möchte.“ Es sei so, wie bei jedem Infrastrukturprojekt: Ganz viele Bürger profitieren und wenige hätten vielleicht das Nachsehen.

• Das Unternehmen „Becker Marine Systems“ plant in Jork-Wisch eine mehrstreifige Wartezone mit Platz für ca. 130 Fahrzeuge sowie eine Ausfahrt, die etwa 70 Fahrzeuge aufnehmen kann. Der Deichverband steht dem Projekt positiv gegenüber, Teile der Jorker Politik (CDU und Grüne) lehnen es ab. Die Autofähre soll etwa 65 Meter lang und 14 Meter breit sein und 60 Pkw und 200 Passagieren Platz bieten. Im Halbstundentakt soll von beiden Ufern jeweils ein Schiff ablegen. Befördert werden Pkw, kleine Lieferwagen, Wohnmobile, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger.
Etwa 25 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Aus eigener Tasche will „Becker“ ungefähr die Hälfte der Kosten bezahlen.

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