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Jork: Junge Menschen für Denkmalpflege begeistern

Eröffneten gemeinsam die Ausstellung: Landrat Michael Roesberg (Mitte) mit Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann und Ortskurator Dieter Kunze (v. re., hinten), Dr. Ursula Schirmer (vorne, re.), der Leiterin der Jugendbauhütte Stade, Eva Pfennig (li.), der Leiterin der Jugendbauhütten bundesweit, Sybille Strauch (6. v. li.) und Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres

Ausstellung zum Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege im Museum Altes Land

ab. Jork.
Im Landkreis Stade befindet sich eine Einrichtung der Jugendbauhütte für Denkmalpflege - von 14 Jugendbauhütten bundesweit die einzige in ganz Niedersachsen. Dort bringen sich die 16 bis 26 Jahre alten Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in der Denkmalpflege ein. Welche Leistungen die FSJler während ihre Zeit vollbringen, zeigt die Wanderausstellung "Junge Hände für alte Wände" im Museum Altes Land in Jork, die jetzt eröffnet wurde.

Er könne sich noch gut an die Anfänge der Jugendbauhütte erinnern, die 2009 im Landkreis Stade ins Leben gerufen worden war, sagte Landrat Michael Roesberg. Er habe bei seinem ersten Gespräch mit dem Ortskurator Stade der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), Dieter Kunze, "Feuer gefangen" angesichts der Idee, dass junge Menschen freiwillig Denkmalpflege betreiben. Dafür brenne er nach wie vor. Es sei enttäuschend, dass es nicht gelingen konnte, das Land Niedersachsen für das Projekt zu gewinnen. Mit Kulturminister Björn Thümler (CDU) "wollen wir nun einen neuen Versuch starten", versprach Roesberg.

Trägerin der Einrichtung ist die DSD. Die Leiterin Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Sybille Strauch, berichtete, dass eine Jugendbauhütte mit 25 Teilnehmern pro Jahr 300.000 Euro koste und damit vier Millionen Euro bundesweit. An der Finanzierung seien mit Bund und Landkreis insgesamt 55 Geldgeber beteiligt. Seit der Gründung der Jugendbauhütten im Jahr 1985 wurden mit 570 Millionen Euro bundesweit 5.200 Denkmale gefördert.

Denkmalschutz müsse in die Zukunft wirken, darum sei es wichtig, junge Leute und Jugendliche miteinzubeziehen, sagte die DSD-Presssesprecherin Dr. Ursula Schirmer. Vom Anstreicher bis zum Zimmermann gebe es jede Menge Einsatzfelder, die sich die FSJler selbst aussuchen könnten. Die Jugendlichen lernten in ihrem freiwilligen Jahr sich und ihre Fähigkeiten besser kennen. Auch das Zusammenleben innerhalb einer Gruppe werde gefördert.

Die anwesenden Freiwilligen, die während des Jahres 406 Euro im Monat erhalten, gaben Einblick in ihr WG-Leben und ihre Arbeit. Bei dieser steht die Handwerkskunst längst vergangener Jahre, ausgeübt mit teils archäologischem Werkzeug, sowie der Respekt und die Würdigung früherer handwerklicher Leistungen im Vordergrund. An 30 Bildungstagen pro Jahr, absolviert in begleitenden Seminaren, vertiefen die Jugendlichen ihr Wissen.

• Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Oktober täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr im Museum Altes Land in Jork (Westerjork 49) zu sehen. Der Eintritt ist frei.