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Versorgungszentrum an der Bundesstraße in Himmelpforten: Das ist der Plan

Der zentrale Einzelhandelskomplex - umrahmt von der B73 (unten), Mühlenstraße (oben) und Bahnhofstraße (re.) (Foto: Architekt Bernd Mügge/bearbeitet MSR)
tp. Himmelpforten. Über das mehr als einen Hektar große Einkaufszentrum, das die Investorengruppe Bünting zwischen Bahnhofstraße, B73 und Mühlenstraße in Himmelpforten errichten will, gehen die Meinungen weit auseinander. Denn die Investoren wollen dazu den innerörtlichen Steinmetzwald roden. Die Gemeinde hat kürzlich auf einer Info-Veranstaltung die Bürgerbeteiligung gestartet. Das WOCHENBLATT präsentiert vereinfacht den Entwurf des Architekten Bernd Mügge, zu dem jedermann bis Mittwoch, 4. Mai, schriftlich an die Verwaltung Anregungen äußern kann.

Für 10 Millionen Euro sollen ein Aldi-Discounter, ein Fachmarkt, ein Blumen- und ein Bäckerladen, ein Combi-Vollsortimenter (Bünting), eine Rossmann-Drogerie sowie rund 200 Parkplätze entstehen. Im Norden des Plangebietes (oben) sowie zwischen Steinmetzhaus und Kirche bleiben kleine Reste des Steinmetzwaldes erhalten, in dem momentan noch die bedrohte Waldohreule brütet und fünf Fledermausarten nach Insekten jagen.

Die täglich rund 4.000 Zu- und Abfahrten von Kunden-Pkw sollen mit einem Kreisel an der B73 abgewickelt werden.

Kommentar:
Flächenverzehr lässt sich nicht kompensieren / Was braucht das Dorf wirklich?

Die Bürger in Himmelpforten sind am Zug: Nachdem die Büntig-Gruppe die Pläne eines groß dimensionierten Einkaufszentrums vorstellte, können Kritiker nun Anregungen äußern. Die einen wünschen, das wurde am Infoabend deutlich, Shopping-Vergnügen im städtischen Stil. Allem Anschein nach kommt dabei der übliche Mix aus Disconter, Supermarkt, Billigmode-, Drogerie- und Blumenhausketten heraus. Die anderen schließen sich den Warnungen eines Gutachters vor unwiderruflicher Zerstörung des Steinmetzparks mit alten Bäumen, seltenen Vögeln und Fledermäusen an. Und wieder bremst ein kleines Tier eine Kapitalinvestition aus, die ein besseres Leben verspricht, wie z.B. der Wachtelkönig. Und jeder ahnt: Die "große Lösung" wird trotzdem kommen. Eine Kompensation haben die Planer schon auf den Tisch: die Aufwertung benachbarter Biotope. Als könne man so versiegelten Boden zurückgewinnen. Jeder Bürger sollte sich die Frage stellen: Was braucht das Dorf wirklich?

Thorsten Penz