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Attiéké trifft Kartoffelpuffer

Einach auf einander zu gehen: Eine bunte Gruppe trifft sich regelmäßig im Gemeindehaus in Klecken

mi. Rosengarten. Wie hört sich die somalische Nationalhymne an? Was ist Attiéké und was Kartoffelpuffer? Einander kennenlernen: Darum geht es, wenn sich Bürger aus den Rosengarten-Orten Klecken und Eckel im örtlichen Gemeindehaus mit Asylbewerbern aus Elfenbeinküste und Somalia treffen.

Die Zusammenkunft ist informell, kommen kann, wer möchte. „Die Idee zu den Treffen hatten verschiedene Leute aus dem Ort, die an mich herangetreten sind“, so Pastorin Dorothea Blaffert. Die Pastorin hat dann die Koordination übernommen. Zum ersten Treffen kamen 70 Personen, 50 Deutsche und 20 Afrikaner.
Diesmal sind es ungefähr 40 Personen: Familien, Rentner, Jugendliche, Afrikaner und Deutsche, die den Weg ins Gemeindehaus nach Klecken gefunden haben. Darunter auch Foosi und Mursal. Die jungen Männer aus Somalia erzählen in einer kleinen Präsentation, die sie zusammen mit deutschen Jugendlichen vorbereitet haben, auf Deutsch von ihrer Heimat.
Davon, dass dort seit 23 Jahren Bürgerkrieg herrscht, aber auch, dass die Flagge (weißer Stern auf blauem Grund) den weiten Himmel und die funkelnden Sterne über dem Land symbolisiert. Als ein deutscher Gast fragt, ob Somalia eine Hymne habe, singt Mursal kurzer Hand die erste Strophe des Liedes „Qolobaa Calankeed“.
Damit alle alles verstehen, wird ins Englische und Französische bzw. Deutsche übersetzt. Später am Abend geht es ums Kochen. Beim nächsten Treffen wollen die Teilnehmer zusammen Gerichte aus Deutschland, Somalia und Elfenbeinküste zubereiten. Alexandre Lopez aus Elfenbeinküste erklärt was Attiéké ist, eine Art Couscous aus Maniog. Im Gegenzug erfährt er von Jonas Wendt, wie Kartoffelpuffer gemacht werden. Fast nebenbei gibt es für die Flüchtlinge auch praktische Hilfe, werden Fahrräder angeboten und über wichtige Behördenpost informiert.
„Bei den Treffen kommen alle zusammen, die sich auch sonst für die Flüchtling einsetzen“, sagt Inge Nikolaus. Die Sprachtherapeutin bietet zusammen mit einigen Gymnasiasten einen kostenlosen „Deutschtreff“ an.
Und was motiviert alle dazu, sich so einzusetzen? „Das kann man nicht pauschal sagen, so Scholeh Razani, Mitinitiatorin der Treffen. „Ich persönlich glaube, dass wir durch unseren Lebenswandel mitverantwortlich sind für Krieg und Hunger und damit auch dafür, dass Menschen flüchten müssen. Außerdem wollte ich nicht weiter zulassen, dass Ortsbürger und Asylbewerber hier einfach nur nebeneinander her leben.“
Auch die Flüchtlinge freuen sich über das Interesse. „Warum erst jetzt“?, so die Frage an die Deutschen bei dem ersten Treffen „Das denken wir uns heute auch“, sagt Pastorin Dorothea Blaffert.
• Nä. Treffen: Fr., 28. Februar, 18 Uhr, Gemeindehaus Klecken.