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„Immer dicht an der Kante“

Morris Stahl ist schon fünf Triathlons gelaufen, jetzt startet er beim härtesten der Welt, den Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawai (Foto: oh)

Entbehrungen und Verletzungen: Triathlet Morris Stahl qualifizierte sich für den Ironman auf Hawaii

mi. Rosengarten. „Ich habe mir einen Traum erfüllt.“ Wer das von sich sagt, meint damit meist Dinge wie ein tolles Haus, ein Auto oder eine Weltreise. Nicht so bei Morris Stahl (44) aus Rosengarten. Sein Traum ist es, erst 3,8 Kilometer ohne schützenden Neoprenanzug durch den eiskalten Atlantik zu schwimmen, dann bei glühender Hitze 180 Kilometer Rad zu fahren und zum Schluss noch bei Temperaturen zwischen 40-50 Grad einen Marathon zu laufen. Morris Stahls Traum ist die Teilnahme am härtesten Triathlon der Welt: dem Ironman im US-Bundesstaat Hawaii.
Jetzt ist der Verkäufer aus Rosengarten am Ziel: Am 12. Oktober startet er als einer von 1.700 Teilnehmern auf Hawaii.
Bis dahin war es ein weiter Weg. Die Qualifikation kann nur über eine gute Platzierung bei einem der weltweit 18 anderen Ironman-Wettbewerbe erreicht werden. Viermal scheiterte der Athlet, beim fünften Mal in Kopenhagen hat es dann geklappt. Allerdings, ein bisschen Glück war dabei. Morris Stahl erreichte mit einer Zeit von 9:27 Stunden ein Top-Ergebnis, verpasste aber als sechster von 280 Teilnehmern in seiner Altersklasse knapp die direkte Qualifikation für Hawaii. Doch dann sprang ein Athlet ab, damit hatte Morris Stahl seinen Platz sicher.
„Es war unser Traum und ein ganz klarer Plan“, so Morris Stahl. Gemeinsam mit seiner Frau Nicole bereitete er sich sechs Jahre auf die Teilnahme vor: Beinahe jeden Tag intensives professionelles Training, Sehnenprobleme, eine Schulter-OP, Auspowern bis zur totalen Erschöpfung. „Immer dicht an der Kante“, wie Morris Stahl sagt.
„Es waren wenige Hochs und viele Tiefs für Morris“, so Nicole Stahl. Oft waren ihre Kenntnisse als Physio-therapeutin gefragt. Auch wenn ihr Mann mal partout keine Lust zum Training hatte, motivierte sie ihn.
Der größte Rückschlag für den Triathleten war eine Sehnen-Verletzung im Fuß vergangenes Jahr, zwei Wochen vor dem Ironman in Frankfurt. Morris Stahl lief dennoch mit, der Fuß verschlimmerte sich, er fiel zehn Monate aus.
„Nicole gehört die Hälfte meiner Medaille“, so Morris Stahl. Ebenfalls sehr dankbar ist der Triathlet den zwei Chiropraktikern Jaan-Peer Landmann und Daniel Bremer. „Egal zu welcher Uhrzeit, sie waren immer bereit, mir zu helfen“, sagt Morris Stahl.
Dass er in Hawaii die Ziellinie erreicht, steht für den 44-Jährigen außer Frage. Morris Stahl: „Der menschliche Körper kann mehr ab, als viele und vor allem Ärzte denken“.