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Integrierte Gesamtschule ist Schule ohne Rassismus

„Vielfalt ist unsere Stärke“: Das Motto der IGS Buchholz passt gut zu einer „Schule ohne Rassismus“
mi. Buchholz. „Schule ohne Rassismus“, „Schule mit Courage“ - dieses Schild ziert bald den Eingangsbereich der IGS Buchholz. Der Grund für die Auszeichnung, die sich die Bildungseinrichtung mit 255 Schulen in Niedersachsen und deutschlandweit 2.210 Schulen teilt, war ein Schülerprojekt der neunten Klassen.
Bei einer kleinen Feierstunde, zu der Schulvereinsvorsitzender Onne Hennecke und Schulleiter Holger Blenck eingeladen hatten, wurde jetzt die Plakette vom Paten des Projekts, dem Hamburger Moderator, Performance-Künstler und Journalist Michel Abdollahi, sowie Peter Kaufmann vom Kultusministerium in Niedersachsen an Schulleiter Blenck, die Schülervertreter Svea Jansen und Timo Küsel sowie Elternvertreterin Iris Gronert und Lehrerin Swantje Böttcher überreicht.
Die Idee, sich an der Schule mit dem Thema Rassismus zu beschäftigen, hatte eine neunte Klasse. Im Rahmen eines Schulprojekts behandelten die Schüler das Thema und setzten zunächst gegen den Widerstand von Schulleiter Holger Blenck durch, dass die IGS bei dem Projekt des Kultusministeriums mitmacht. Hintergrund: Schulen erhalten die Auszeichnung vom Kultusministerium, wenn sich 70 Prozent ihrer Mitglieder per Unterschrift dazu bekennen, eine Schule ohne Rassismus zu sein. Das beinhaltet die Selbstverpflichtung, dass die Schule langfristig Projekte gegen Rassismus und Diskriminierung anbietet.
„Wir führen das Projekt nicht durch, weil Rassismus bei uns ein Problem ist, sondern weil wir einen Beitrag zu einer Gesellschaft ohne Rassismus leisten wollen“, sagte Lehrerin Swantje Böttcher. Die Pädagogin verglich das Projekt mit einem Feuerlöscher, den hänge man sich schließlich auch nicht hin, weil es brennt, oder weil man ahne, dass es in der nächsten Zeit ein Feuer gibt, sondern um gewappnet zu sein, sollte es einmal brennen, so die Lehrerin.
Projekt-Pate Michel Abdollahi, der selbst iranische Wurzeln hat, sagte, Kinder und Jugendliche seien eigentlich nie Rassisten, weil für sie die Differenzierung über Haut oder Haarfarbe keine Rolle spiele. Das Projekt sei aber genau deswegen in den Schulen gut aufgehoben, um diesen Geist zu stärken und auch nach außen zu tragen. Denn, so der Künstler weiter, draußen - außerhalb der Schulen - brenne es. Dort begegne man Rassismus in vielfältiger Weise.
„Eure Unterschrift ist nicht nur ein Zeichen, sondern auch ein Versprechen. Ihr versprecht, dass ihr euch gegen Rassismus zur Wehr setzt und euch aktiv gegen jegliche Form der Diskriminierung stark macht“, betonte Peter Kaufmann vom Kultusministerium beim Überreichen der Urkunde gegenüber den Schülern.
Die Idee für ein erstes Projekt brachte dabei Schulvereinsvorsitzender Onne Hennecke zur Sprache. In seiner Funktion als Geschäftsführer des Veranstaltungszentrums Empore Buchholz schlug er vor, dass die Schule einen Poetry-Slam zum Thema Rassismus veranstaltet, dessen Sieger dann beim jährlichen Poetry-Slam mit bekannten Künstlern in der Empore gemeinsam mit ihrem Paten Michel Abdollahi auftreten könnten. Noch ist das nur eine Idee, doch Lehrerin Swantje Böttcher und Michel Abdollahi begrüßten den Vorschlag ausdrücklich.