Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Endlich passiert etwas": Investoren präsentieren Pläne für die Schulstraße in Maschen

Drei Geschosse, Walmdach, Ziegelstein-Verblendung und im vorderen Teil Gewerbeflächen mit Glasfassade - so sehen die Planungen von Steffen Lücking aus (Foto: Architektenteam Tipke)
 
Drei Geschosse plus Staffelgeschoss, Flachdach, kleinteiliges Gewerbe im Erdgeschoss - Hartmut und Thea Dietrich wollen einen modernen Wohnkomplex bauen (Foto: PLAN2|A Architekten)
kb. Maschen. Die Schulstraße in Maschen könnte ihr Gesicht grundlegend verändern - wenn die Pläne umgesetzt werden, die jetzt auf einer gemeinsamen Sitzung des Planungsausschusses der Gemeinde Seevetal und des Ortsrates Maschen vorgestellt wurden. Insgesamt über 100 Wohnungen sowie kleinere Gewerbeflächen sollen auf zwei Flächen im südlichen Bereich der Straße gebaut werden. Bei der Politik stießen die Vorhaben grundsätzlich auf positive Resonanz. Spürbar war die Erleichterung, dass an der Schulstraße überhaupt etwas passiert. Derzeit herrscht dort in vielen Geschäften Leerstand. Von einer lebendigen Einkaufsstraße, als die sie einmal angedacht war, ist die Schulstraße weit entfernt.

Was ist genau geplant? Investor Steffen Lücking, der u.a. auch schon in Buchholz, Jesteburg, Egestorf, Vahrendorf und Langenrehm Bauprojekte verwirklicht hat, möchte drei Häuser mit insgesamt 44 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten auf dem Areal Schulstraße 4 bis 8 bauen. Bei den Zwei- bis Vierzimmerwohnungen (54 bis 107 Quadratmeter) handelt es sich ausschließlich um Eigentumswohnungen. Zielgruppe sind Senioren, weshalb alle Wohnungen barrierefrei und bei Bedarf auch Rollstuhl gerecht ausgebaut werden. Im Erdgeschoss sollen vier Gewerbeflächen entstehen, die vermietet werden sollen. Einen Interessenten gebe es bereits, so Lücking: Ole Bernatzki, Geschäftsführer des Ambulanten Hauspflegedienstes AHD. Zwischen den Häusern sind Grünflächen geplant, pro Wohnung soll es einen Tiefgaragenstellplatz geben. Oberirdisch sollen weitere Parkflächen entstehen.

Bauherren beim zweiten Projekt sind Rechtsanwalt Dr. Hartmut Dietrich und seine aus Maschen stammende Frau Thea Dietrich. Sie wollen auf der Fläche Schulstraße 12 bis 18 insgesamt 69 barrierearme Mietwohnungen (50 bis 87,5 Quadratmeter) verteilt auf mehrere, modern wirkende mehrgeschossige Häuser bauen. Dazu sollen sieben kleinere Gewerbeflächen (50 bis 70 Quadratmetern) entstehen, die gegebenenfalls auchzu Wohnungen umgebaut werden könnten. Auch hier sind sowohl eine Tiefgarage wie auch Parkflächen auf dem Grundstück geplant. Sämtliche Dachflächen sollen begrünt werden, optional könnte hier auch Solarenergie gewonnen werden.
Ob die Konzepte so wie geplant umgesetzt werden können, liegt in den Händen der Politik. Denn: Der noch gültige Bebauungsplan für den Bereich stammt noch aus dem Jahr 1968 und müsste geändert werden. Derzeit ist nur im vorderen Bereich eine dreigeschossige Bauweise zulässig, dafür könnte aber theoretisch die gesamte Straßenfront zugebaut werden. Das wollen beide Investoren nicht, sie streben eine zur Straße hin weniger massive Bebauung an, wollen dafür aber im hinteren Bereich höher bauen, als derzeit zulässig.

"Wir sprechen schon seit 25 Jahren über das Problem Schulstraße, heute haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht. Endlich passiert mal etwas!", sagte Norbert Fraederich (CDU) zu den Planungen. Als sehr interessant bezeichnete Klaus-Dieter Kirchhoff (SPD) die Pläne. Auch die Vertreter der übrigen Parteien begrüßten die Initiative. Knut-Michael Wichalski (AfD) hob besonders den positiven Aspekt der innerstädtischen Verdichtung hervor.
Aber auch erste Probleme zeichnen sich ab. So haben beide Investoren die Parkplatzanzahl eher knapp bemessen. Wenn sowohl Bewohner, Kunden wie auch Besucher parken wollen, wird es in der ohnehin nicht mit Parkflächen gesegneten Schulstraße und den kleineren Querstraßen eng. Auf Kritik bei einigen Bürgern stieß neben diesem Aspekt auch die moderne Bauweise des Dietrich-Komplexes. "Diese Kästen passen nicht in die derzeitige Bebauung", so eine Anwohnerin. Einen Plan B gibt es für diese Gestaltung jedoch nicht, so Architekt Björn Nolte.
Die Projekte werden nun zunächst einmal in den Fraktionen und dann wieder im Fachausschuss beraten. Die Investoren werden also noch etwas Geduld brauchen: Allein das Verfahren rund um die Änderung des B-Planes dürfte mindestens eineinhalb Jahre dauern.