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Anwohner am Stader Weg: Angst vor einer Rennstrecke

Seit der Öffnung des Stader Weges nutzen ihn viele Autofahrer als Abkürzung (Foto: bc)
bc. Stade-Wiepenkathen. Fakt ist: Es gibt wenige Straßen auf Stader Stadtgebiet, die kaputter sind als diese. Der schmale Stader Weg in Wiepenkathen muss saniert werden. Zweifelsohne. Wie genau das geschehen soll, darüber können sich Politik und Verwaltung bislang nicht einigen.

Im jüngsten Ortsrat wurde eine Entscheidung über die vorgestellten Sanierungsvarianten der Stadt vertagt. Die Planer im Rathaus sollen sich zunächst mit den Anwohnern verständigen. Im Haushalt sind bereits 360.000 Euro für die Bauarbeiten in diesem Jahr eingeplant. 75 Prozent der Kosten sollen die Hausbesitzer laut geltender Straßenausbaubeitragssatzung tragen. Der Stader Weg gilt als Anliegerstraße.

Rückblick: Im Frühjahr 2010 wurde die einstige, mit Pollern abgesperrte Sackgasse von der Stadt für den Durchgangsverkehr freigegeben. Seitdem nutzen viele Autofahrer den etwa 400 Meter langen Weg als Abkürzung.

Anwohner zogen vor das Verwaltungsgericht. Klageführer war damals Andreas Bruck (59). Die Bürger bekamen Recht: Die Verkehrsführung der Stadt ist nicht rechtmäßig, der Zustand der Straße eignet sich nicht für Begegnungsverkehr. Allerdings sagte das Gericht auch: Eine Sackgasse mit Pollern herzustellen, sei nicht mehr erlaubt.

Die Lösung der Stadt: Der Stader Weg muss ausgebaut werden, damit sich Fahrzeuge begegnen können, ohne Fußgänger zu gefährden. Der jetzt präsentierte und von der Stadt präferierte Vorschlag: Eine gepflasterte Straße plus Gehweg mit Hochbord auf der Südseite.

Das jedoch wollten die Wiepenkathener Ortsratsmitglieder so nicht akzeptieren, ohne die betroffenen Bürger einzubeziehen. Bruck: „Es muss sichergestellt werden, dass keine Rennstrecke entsteht.“

Andreas Bruck ist nicht gerade erfreut vom Vorgehen der Stadt: „Gerade nach dem gewonnenen Prozess, hätten wir gehofft, dass Gespräche mit den Anwohnern geführt werden und nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht wird. Die Anwohner haben die Hand ausgestreckt.“ Das Motto der Stadt, Entscheidung fällen und verkünden, sei nicht das richtige.

Die Kostenbeteiligung von 75 Prozent stehe noch auf einem ganz anderen Blatt und sei eine Betrachtung für sich, so Bruck: „Einige Anlieger würden die Rechnungen überfordern.“ Letztendlich müssten sie für die Sanierung einer Straße bezahlen, für deren schlechten Zustand sie nicht verantwortlich seien. Bruck: „Die Straße hat sich nach der Öffnung erheblich verschlechtert.“