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Donnerhall und Pulverdampf begrüßte das Kaiserpaar

Der Kaiser schüttelt dem Kronprinzen des Leibgarde-Husaren-Regiments die Hand
bc. Stade. Kaiserwetter genau zum richtigen Zeitpunkt: Als Kaiser Wilhelm I. Sonntagmittag im Artillerie-Fort Festung Grauerort die Parade abnahm, lachte die Sonne vom Himmel. Ihre Majestät alias Darsteller Erhard Brandes aus Bad Bevensen schritt gemeinsam mit seiner Kaiserin Auguste (Sylvia Brandes) entlang des stramm-stehenden Infanterie-Regiments 75, das einst in Stade garnisoniert war. Mit Pulverdampf und Donnerhall wurde ihre Majestät und Gefolge begrüßt.

Die Festungstage, die die Reservisten-Arbeitsgemeinschaft (RAG) seit 2006 veranstaltet, zogen am Samstag und Sonntag weit mehr als 500 Besucher nach Stade-Abbenfleth. Sie bekamen einen Eindruck, wie das Soldatenleben zu Kaisers Zeiten ablief - inklusive Exerzieren und Schießübungen.

Aber auch die Damen des Offizierskorps zeigten ihre gepflegten Promenadenkleider. Insgesamt zwölf befreundete Vereine aus Berlin, Magdeburg oder Uelzen kamen anlässlich des zehnjährigen RAG-Jubiläums zu den Festungstagen nach Grauerort. Die Chef-Organisatoren Kerstin Bhedtke und RAG-Vorsitzender Rainer Poppe zogen ein positives Fazit. Immer mehr Besucher nutzen das Angebot, sich durch die alten Gewölbe führen zu lassen.

27 Mitglieder zählt die RAG mittlerweile, darunter auch drei Damen. Wie wichtig die Festungstage auch für den Förderverein "Festung Grauerort" sind, machen die Aussagen des Vorsitzenden Hans-Hermann Ott deutlich. Denn auch die Reservisten-Arbeitsgemeinschaft trägt mit ihrer Miete zum Erhalt des Forts bei.

Der Förderverein hat seine Mühe und Not, die bröckelnde Festung in Schuss zu halten. Alleine 95.000 Euro verschlingt das alte Gemäuer im Jahr. Darunter sind nicht nur Instandhaltungskosten, sondern auch ein großer Batzen an Kapitalkosten (24.000 Euro). 2008 erwarb der Verein die Festung für rund 350.000 Euro. Das Fort kann für Events aller Art gebucht werden.

• Einst wurde die Festung Grauerort in den Jahren 1869 bis 1879 gebaut, um Hamburg vor feindlichen französischen Kriegsschiffen zu schützen. Das Hochwallfort Grauerort ist ein Typbau preußischer Festungsarchitektur. Außer zu Übungszwecken kamen die zehn Hinterlader-Rücklaufgeschütze nie zum Einsatz. Im 1. Weltkrieg wurde die Festung zu einem Seeminendepot umgebaut, das bis Ende des 2. Weltkriegs in Betrieb war.