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Familie Wunder lebt die Idee des Schüleraustauschs

Inke Wunder mit ihren Kindern Ida (v. li.), Freya und Matz (Foto: lt)
 
Matz Wunder (re.) verstand sich super mit Austauschschüler Nico (Foto: privat)
lt. Estebrügge. Wie schafft man es, seine Kinder zu weltoffenen, toleranten Menschen zu erziehen, die vorurteilsfrei durchs Leben gehen? Zum Beispiel, indem man sie schon in jungen Jahren mit fremden Kulturen in Kontakt bringt. So praktiziert es Familie Wunder aus Jork-Estebrügge im Alten Land. Seit drei Jahren sind regelmäßig Austauschschüler bei der fünfköpfigen Familie zu Gast. Die beiden ältesten Kinder Matz (15) und Ida (11) waren außerdem selbst schon ohne ihre Eltern im Ausland bei Gastfamilien untergebracht.
So war Matz vor drei Jahren zum ersten Mal allein für zwei Wochen in Portugal, Ida verbrachte gerade vier Wochen in Honduras. Betreut, begleitet und vorbereitet wurden die beiden dabei durch die Austausch-Organisation CISV (siehe Kasten).
Bei ihren Aufenthalten in Gastfamilien haben die beiden viel über fremde Sitten gelernt und sich auch über das ein oder andere gewundert. Für Matz war z.B. das für deutsche Verhältnisse unvorstellbar späte Abendessen nach Mitternacht in Portugal gewöhnungsbedürftig. Ida fand das Begrüßungsritual mit drei Küsschen in Honduras zunächst befremdlich und war schockiert über die krassen Gegensätze zwischen Arm und Reich.
"Wir sind überzeugt, dass Frieden durch Freundschaft möglich ist", sagt Inke Wunder (50), die vor knapp 15 Jahren mit ihrem Mann aus Hamburg in ein denkmalgeschützes Fachwerkhaus zog und sich ihr Zuhause inzwischen fast das ganze Jahr über mit Feriengästen teilt.
Ein Austauschschüler im Haus sei aber doch nochmals etwas anderes. So mussten die beiden Töchter Ida und Freya (9) in ein Zimmer ziehen, damit Nico (16) aus Argentinien sein eigenes Zimmer bekommen konnte. Der Schüler lebte insgesamt ein halbes Jahr bei den Wunders und verbrachte auch das letzte Weihnachtsfest im Alten Land.
"Wir mussten erstmal unsere Rangordnung in der Familie neu ordnen", sagt Matz Wunder, der über die Schule auch schon Schüler aus Schweden und Frankreich ins Haus brachte. Danach sei Nico aber schnell als vollwertiges Familienmitglied in den Alltag integriert gewesen, inklusive kleiner Streitigkeiten über die Mithilfe im Haushalt.
Zusammen mit Matz ging er zum Gymnasium in Buxtehude, zum Sport und auf den Abtanzball. Er fuhr auch mit den Wunders in den Urlaub. Bei seinem Abschied flossen viele Tränen. "Er war wirklich eine Bereicherung für uns", sagt Inke Wunder. Für sie und ihre Familie steht fest: Nico war nicht der letzte Austauschschüler, der für längere Zeit im "Wunderhaus" bleiben darf.

• CISV (ehemals englisch Children's International Summer Villages) ist eine der weltweit größten Non-Profit-Organisationen für internationale Begegnungen und ist frei von politischen und religiösen Bindungen. Jährlich finden mehr als 200 nationale und internationale Programme und Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in derzeit 62 Mitgliedsländern statt. In Deutschland ist CISV in elf Städten vertreten, u.a. auch in Hamburg. CISV International setzt sich für Toleranz, interkulturelle Kommunikation, Friedenserziehung und den Abbau von Vorurteilen ein.
www.cisv.org