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Hochzeitsmesse im Stadeum: Paare erzählen von ihrem "Ja-Moment"

Maren Knoll (2. v. li.) und Torben Schecht informierten sich bei Angela Gottschalk (li.) und deren Tochter Linda über hochzeitstaugliche historische Gewänder Fotos: lt
 
Tobias Braack hielt mit einem Tomatenherz um die Hand von Maren Lemmermann an
lt. Stade. Ob im Urlaub oder Zuhause, mit romantischem Kniefall bei Sonnenuntergang oder bei einem Abendessen im Kerzenschein - die denkbaren Szenarien für einen Heiratsantrag sind vielfältig und schier unendlich. Das WOCHENBLATT hat am Sonntag bei der Hochzeitsmesse im Stadeum Paare nach ihrem persönlichen "Ja-Moment" gefragt und ganz unterschiedliche Geschichten gehört.
So musste der Kniefall von Torben Schecht (43) leider ausfallen, als er seiner Auserwählten Maren Knoll (43) einen Antrag machte. Auf dem Nordseedeich in Tossens lagen einfach zu viele Schafsköddel, erinnert sich die Groß- und Außenhandelskauffrau, die für ihren Liebsten aus Hamburg nach Buxtehude gezogen ist. Auch der Sonnenuntergang war leider wolkenverhangen. Dafür hatte der Ingenieur aber einen passenden Verlobungsring dabei, den Maren Knoll seitdem stolz trägt.
Die Hochzeit ist zwar erst für das kommende Jahr geplant, doch da die beiden das Außergewöhnliche lieben, fangen sie schon sehr rechtzeitig mit den Vorbereitungen an. Die beiden Hobby-Live-Rollenspieler (siehe unten), die gerne in andere Rollen und Fantasy-Kostüme schlüpfen wollen nämlich nicht klassisch in Anzug und Kleid heiraten.
Torben Schecht möchte am "schönsten Tag des Lebens" gerne eine historische Marineuniform tragen und hat am Sonntag bei Angela Gottschalk vom Kostümwerk Stade gleich die richtige Ansprechpartnerin gefunden.
Passend zur Uniform ihres Zukünftigen wird Maren Knoll ein ungewöhnliches Outfit tragen, mehr will sie aber noch nicht verraten.
Auf große Kulissen hat Kfz-Mechaniker Tobias Braack (35) aus Großenwöhrden bewusst verzichtet, als er seiner Maren Lemmermann (25) einen Heiratsantrag machte. Stattdessen überraschte er die Pharmazeutisch-technische Assistentin am zweiten Jahrestag beim Wohnungsputz. Am Neujahrsmorgen 2017 drapierte er ein Herz aus Mini-Tomaten auf dem Küchenfußboden, um sich das Ja-Wort seiner großen Liebe zu sichern. "Ich bin ein absoluter Tomaten-Fan und war total überrascht von dem süßen Antrag", sagt Maren Lemmermann. Hochzeit wird am 30. April gefeiert - wenn die ersten Tomaten an den Stauden im heimischen Garten reifen.
Übrigens: Das neue Konzept des Stadeums, dieses Mal einen Eintritt für die Messe zu kassieren, tat dem Besucherstrom keinen Abbruch. Rund 1.000 Gäste kamen, um sich zu informieren und inspirieren zu lassen - gerechnet hatten die Veranstalter mit etwa der Hälfte an Besuchern.


• Das so genannte Live-Rollenspiel oder Live Action Role Playing (LARP) bezeichnet ein Rollenspiel, bei dem die Spieler ihre Spielfigur selbst darstellen. Das Spiel, das als eine Form des Improvisationstheaters gilt, findet in der Regel ohne Zuschauer statt. Soweit möglich, finden Liverollenspielveranstaltungen an Spielorten statt, deren Ambiente dem Szenario der Spielhandlung entspricht. Die Spieler tragen den Charakteren entsprechende Gewandung und interagieren mit den anderen Spielern auf der Veranstaltung. Der Veranstalter und so genannte Nicht-Spieler-Charaktere sorgen für einen 'lebendigen' Hintergrund und Abenteuer und Aufgaben, die erlebt und gelöst werden können.