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Horneburg und Dollern suchen noch immer nach einem neuen Veranstaltungszentrum

Das Bürgerhaus in Dollern kann nur noch bis Ende September von der Öffentlichkeit genutzt werden. Dann wird es zu einer Zahnarztpraxis umgebaut
lt. Horneburg/Dollern. Ähnliche Probleme treiben derzeit den Flecken Horneburg und die Gemeinde Dollern um. Die beiden Orte suchen eine Räumlichkeit, in der künftig größere Veranstaltungen stattfinden können.
Wie berichtet, steht in Horneburg die Festhalle nicht mehr als Veranstaltungsort zur Verfügung, weil sie von der Samtgemeinde gepachtet wurde und dort inzwischen Flüchtlinge untergebracht sind. In Dollern läuft der Mietvertrag der Gemeinde für das Bürgerhaus Ende September aus. In dem Reetdachhaus entsteht eine Zahnarztpraxis.
In Horneburg hat sich Anfang des Jahres die Arbeitsgruppe "Dorfgemeinschaftshaus/Veranstaltungsstätte" gegründet. In den vergangenen Monaten seien viele Vereine und Verbände angeschrieben und nach ihren Ideen gefragt worden, berichtet Flecken-Bürgermeister Hans-Jürgen Detje. Die Arbeitsgruppe trifft sich in der kommenden Woche erneut, um die Anregungen zu bündeln.
Im Gespräch für ein neues Veranstaltungszentrum waren u.a. bereits der Bahnhofsschuppen, Stechmanns Gasthof, Blumenthal, der Schützenplatz und das Feuerwehrgerätehaus in der Ortsmitte.
Anders als in Dollern hänge man in Horneburg aber nicht ganz so "in der Luft", sagt Detje. Mit dem Saal in Stechmanns Gasthof habe man glücklicherweise einen Ort, an dem z.B. größere Sitzungen oder Theateraufführungen stattfinden können.
Aus Dollern gibt es hoffnungsvolle Neuigkeiten. Bürgermeister Wilfried Ehlers berichtet auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass sich viele Bürger mit Vorschlägen und Ideen für ein neues Bürgerhaus bei der extra eingerichteten vierköpfigen "Findungskommission" (Wilfried Ehlers, Gemeindedirektor Matthias Herwede, Hermann Döpke (DWG) und Stefan Hartlef (CDU)) gemeldet hätten. Konkret sei die Gemeinde derzeit mit einem Gebäudeeigentümer im Gespräch, der ein passendes Objekt anbieten könnte, so Ehlers. Da die Verhandlungen aber noch laufen, wolle er nicht näher auf den möglichen neuen Veranstaltungsort eingehen.
Seit feststeht, dass das Bürgerhaus nicht weiter von der Gemeinde genutzt werden kann, seien bereits mehrere andere Standorte für ein neues "Gemeindehaus" im Gespräch gewesen, so Ehlers. Unter anderem sei auch darüber nachgedacht worden, auf einem gemeindeeigenen Grundstück hinter dem Friedhof einen Neubau zu errichten. Ein weiterer Vorschlag für einen neuen Bürgerhaus-Standort sei die seit Jahren brach liegende Kieskuhle gewesen.
Doch Ehlers hofft nun erst einmal, dass es mit dem in Aussicht stehenden Gebäude klappt. Denn eines sei sicher: "Wir brauchen ein neues Bürgerhaus. Das gehört zu einem Ort wie Dollern einfach dazu."

Kommentar
Brauchen wir Bürgerhäuser?
Braucht ein Ort heute noch ein Gemeinde- bzw. Bürgerhaus? Sind die Menschen nicht ohnehin so eingespannt, dass sie kaum Zeit und auch gar kein Interesse haben, Einrichtungen dieser Art zu nutzen? Immer weniger engagieren sich doch bekanntlich ehrenamtlich, Vereine klagen über Nachwuchsprobleme.
Deshalb ist es umso wichtiger, die Gemeinschaft auf den Dörfern zu fördern. Sei es mit einer Theateraufführung, einem Klönschnack-Nachmittag für Senioren, einem Kaffeeklatsch für junge Mütter oder einem Konzert. Unsere Orte brauchen Bürgerhäuser, in denen solche Veranstaltungen stattfinden können. Und Bürger, die die Häuser besuchen. Ohne sie stirbt der Kern dessen, was das Dorfleben ausmacht. Lena Stehr