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Jung-Obstbauer Markus Clever (20) will vom Trecker ins Labor

Markus Clever hat gerade als Jahrgangsbester seine Ausbildung zum Gärtner Fachrichtung Obstbau abgeschlossen
 
Markus Clever kennt den Beruf des Obstbauern schon von Kindesbeinen an (Foto: lt)
lt. Jork-Moorende. Einfach auf den Trecker setzen, losfahren und Äpfel pflücken? Wer Obstbauer werden will, der muss einiges mehr auf dem Kasten haben. Markus Clever (20) weiß das schon seit er denken kann. Auf dem Obstbaubetrieb seiner Eltern in Jork-Moorende hat er schon als Kind geholfen und die Abläufe kennengelernt. Vor einigen Tagen schloss er seine Ausbildung zum Gärtner Fachrichtung Obstbau am Obstbauzentrum Esteburg als Jahrgangsbester ab (das WOCHENBLATT berichtete).
"Ich fand den Beruf schon immer spannend", sagt Markus Clever. Als er 15 war, entschied er sich aber erst einmal für eine sportliche Karriere und zog nach Lemgo (Nordrhein-Westfalen). Dort besuchte er drei Jahre lang ein Handball-Internat und machte sein Abitur. Die Zeit in der Vierer-Jungs-WG fernab von Zuhause habe ihn geprägt und schon früh selbstständig gemacht, sagt Clever, der noch eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder hat.
Nach dem Abitur fing der Handball-Torwart seine Ausbildung zum Gärtner Fachrichtung Obstbau in Lemgo an, arbeitete ein Jahr in einem Erdbeer- und Himbeerbetrieb. Ein im wahrsten Wortsinn cleverer Schachzug: Es habe viele Vorteile, wenn man in unterschiedlichen Regionen ausgebildet werde und über den eigenen Tellerrand schaue, sagt der Jung-Obstbauer.
Im zweiten Ausbildungsjahr, das Clever in seiner Heimat im Alten Land absolvierte, war er auf dem Hof von Diplom-Gartenbauingenieur Jens Stechmann in Jork im Einsatz. Der Schwerpunkt lag hier weniger auf Beeren, sondern auf Äpfeln, Pflaumen und Kirschen.
Clever lernte u.a., wie man Bäume schneidet und ausdünnt, wie der Boden bearbeitet und gedüngt werden muss, wie neue Obstanlagen errichtet, wie Beregnungsanlagen gebaut, wie Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt werden und natürlich wie das Obst schließlich geerntet und für den Verkauf vorbereitet wird. Auf dem Familienbetrieb wurde Clever nicht nur arbeitstechnisch, sondern auch menschlich voll integriert. "Wir haben oft zusammen Mittag gegessen und uns dabei ausgetauscht, das war klasse", sagt Clever.
Den Sport verlor der Altländer trotz zeitintensiver Ausbildung nicht aus den Augen. Ein Angebot des SV Beckdorf schlug er zwar zunächst aus. Doch nach fünf Wochen "Handball-Entzug" hielt er es nicht mehr aus und fing beim MTV Wisch an, wo auch sein damaliger Chef Jens Stechmann einst aktiv spielte.
Seine Zukunft sieht Clever in der Forschung, womöglich auf dem Gebiet Pflanzenschutz. Ende September beginnt der Jung-Obstbauer deshalb ein dreijähriges Bachelor-Studium (Produktionsgartenbau) an der Hochschule in Osnabrück. Dort haben auch schon seine Eltern studiert.
Bis es soweit ist, jobbt Clever weiter im Familien-Betrieb. Und auf seine Hilfe können seine Eltern wohl auch künftig zählen - zumindest an den Wochenenden. Die will Clever nämlich Zuhause verbringen. Um weiter beim MTV Wisch Handball spielen zu können und um Zeit mit seiner Freundin zu verbringen, die er über den Verein kennengelernt hat. Und vielleicht bleibt Clever dem Alten Land ja auch nach seinem Studienabschluss erhalten und unterstützt irgendwann die Forscher an der Esteburg.