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Musical "Große Freiheit Nr. 7" mit Kompetenz aus der Nordheide

Matthias Stötzel (li.) mit Schauspieler und Sänger Volker Lechtenbrink (Foto: privat)
 
Das Ensemble (hinten v. li.): Martin Wolf, Richard Zapf, Niels Hansen und Patrick Hein sowie (vorne v. li.): Julia Liebetrau, Anne Weber, Volker Lechtenbrink, Victoria Fleer und Brigitte Janner (Foto: Oliver Fantitsch)
bim. Handeloh. Die Sehnsucht nach Meer und die Tragik einer unerfüllten Liebe wird derzeit auf die Bühne des Hamburger St. Pauli-Theaters gebracht. In dem Musical „Große Freiheit Nr. 7“ hat Schauspieler und Schlagersänger Volker Lechtenbrink (72) die Rolle des Johnny Kröger, der in dem Filmklassiker aus dem Jahr 1944 Hannes Kröger heißt und von Hans Albers gespielt wurde, übernommen. Was Lechtenbrink wie singt, hat ihm der Handeloher Matthias Stötzel (52), Professor an der Hochschule für Musik und Theater, als musikalischer Leiter des Musicals auf den Leib geschrieben.
Der Handeloher Hochschul-Dozent wird seit zwölf Jahren in die größeren musikalischen Produktionen des St. Pauli-Theaters eingebunden, bisher u.a. als musikalischer Leiter von Brechts „Dreigroschenoper“, Wittenbrinks „Mütter“ und „Lust“, sowie von „Gute Nacht, Freunde“ und „Cabaret“.
Stilecht im Seemannshemd sitzt Matthias Stötzel (Akkordeon und Klavier) bei den Vorstellungen von „Große Freiheit Nr. 7“ mit den weiteren renommierten Musikern der Live-Band im Orchestergraben: mit Uwe Granitza (Posaune, Bass), Jan-Peter Klöpfel (Trompete, Akkordeon), Matthias Pogoda (Gitarre) und Helge Zumdieck (Schlagzeug). „Das Tolle an der Band ist, wir spielen schon 15 bis 20 Jahre zusammen, alle sind Komponisten, Arrangeure oder musikalische Leiter, eine exzellente Truppe“, schwärmt Matthias Stötzel, der vom Klavier aus die Zeichen für die Gesangseinsätze der Schauspieler gibt.
Von dem Film „Große Freiheit Nr 7“ wurde bereits 1985 fürs Hamburger Operettenhaus eine Bühnenversion mit Freddy Quinn in der Hauptrolle erarbeitet. Matthias Stötzel schaute sich für die aktuellen Aufführungen sowohl den Film als auch das Material der Bühnenversion an. „Regisseur Ulrich Waller und ich haben entschieden, uns bei der Song-Auswahl am Film zu orientieren. Die Bühnenversion erhielt zu viele Super-Schlager und Schunkellieder. Der Film ist eher eine melancholische Ballade über St. Pauli und einen alternden Seebären, der sich in ein junges Ding verliebt“, erläutert Matthias Stötzel, der vor rund einem dreiviertel Jahr mit seiner Arbeit als musikalischer Leiter für das Stück begann.
Drehbücher studieren, Noten schreiben oder aktualisieren und das Klären von Urheberrechten waren einige weitere Aufgaben. „Der Sound ist eher traditionell, in den Zwischenmusiken erlauben wir uns aber kleine humorvolle Ausflüge in Jazz und Swing“, so Stötzel zur Lieder-Auswahl und deren Interpretation.
Volker Lechtenbrink kannte er bis dato nur aus dem Fernsehen. Von dessen Auftreten ist er begeistert. „Einen so entspannten und freundlichen Schauspieler habe ich lange nicht getroffen. Er hat einen guten Humor und keine Allüren, ein absoluter Profi“, berichtet Stötzel.
Mit Volker Lechtenbrink probte er die Lieder zwei Wochen vor den Aufführungen in verschiedenen Tonarten. „Man bekommt ein Gefühl dafür, im welcher Stimmlage die Stücke am besten klingen. Volker Lechtenbrink hat eine beeindruckende Stimme, die das ganze Theater ausfüllt“, lobt der Handeloher.
• „Große Freiheit Nr. 7“ wird noch bis zum 15. Juli am St. Pauli-Theater aufgeführt (Informationen online unter www.st-pauli-theater.de).
• Matthias Stötzel ist auch am Samstag, 17. Juni, um 20 Uhr in der Handeloher Nikodemus-Kirche mit Studierenden der Theaterakademie bei einer Sprech-und-Gesangswerkstatt live zu erleben sowie am Samstag, 24. Juni, um 19.30 Uhr im St.Pauli-Theater. Dann begleitet er den Schauspieler Stephan Schad, der Chansons des Wiener Humoristen, Kabarettisten, Komponisten und Sängers Georg Kreisler singt, am Klavier.