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Kfz - Alfa Romeo Ikone wird offiziell Oldtimer: 83er Spider bekommt H-Kennzeichen

Das Armaturenbrett ist ein Hingucker mit seinen zahlreichen Instrumenten (Foto: Alfa Romeo)

(ah). Die ersten Alfa Romeo Spider der dritten Generation bekommen jetzt das H-Kennzeichen - mit 30 Jahren werden sie in Deutschland offiziell zu Oldtimern. Zwischen 1983 und 1989 entstanden 31.808 Einheiten des mit dem klassischen 2,0-Liter-Doppelnockenwellen-Motor (128 PS, später 125 PS) ausgestatteten Spider - darunter 19.040 US-Versionen und 2.598 Exemplare des Top-Modells Quadrifoglio Verde (Grünes Kleeblatt). Zu den Exemplaren mit 2,0-Liter-Motor addierten sich 5.400 Alfa Romeo Spider dieser Generation mit einem 1,6-Liter-Motor (104 PS, später 101 PS).

Ende 2012 trugen in Deutschland nach neusten Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) exakt 2.368 Alfa Romeo Spider der von 1966 bis 1983 gebauten ersten zwei Generationen das H-Kennzeichen - ein Plus von 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Interessant: Der Alfa Romeo ist unter den Top-15 der meistzugelassenen Oldtimer das einzige Modell eines Herstellers aus dem Ausland. Auch die entsprechende Hitliste der Marken zeugt von einer regen Alfa Romeo Oldtimer-Szene: Hinter sechs deutschen Herstellern rangiert Alfa Romeo (mit 7.086 H-Zulassungen) knapp vor der Konzernschwestermarke Fiat auf Rang 7 - mehr als die Modelle aller anderen Importeure reifen die italienischen Fahrzeuge damit in auch Deutschland zu wertvollen, zeitlosen und beliebten Klassikern heran.

Die Geschichte des „Aerodinamica“ (Alfa Romeo Spider, 1983 bis 1989)


Der Nachfolger des Ur-Spiders „Duetto“ (1966-69) und des mit Abrissheck an den Zeitgeschmack angepassten „Fastbacks“ (1969-1983) war ein Kind der Aerodynamik-verliebten 80er Jahre. Die aus weichem Gummi gefertigte Heckspoiler-Lippe in kontrastierendem Schwarz und der deutlich vergrößerte Frontspoiler brachten dem dritten Alfa Romeo Spider den Beinamen „Aerodinamica“ ein.

Was viele der europäische Fans nicht ahnten: Die Design-Änderungen waren größtenteils amerikanischen Crashnormen und Vorschriften zum Fußgängerschutz geschuldet - so durften zum Beispiel Parkrempler keine Karosserieschäden verursachen. Und es war der US-Markt, der den Absatz der Spider-Baureihe immer wieder beflügelte. Wie schon vom Vorgänger, ging wie skizziert auch vom „Aerodinamica“ mehr als die Hälfte der Produktion in die USA.

1986 zeigte Alfa Romeo auf dem Genfer Salon den neuen Spider 2000 Quadrifoglio Verde; die Basis für dieses Modell war immer noch die dritte Generation der Baureihe. Das sowohl in Europa als auch in den USA angebotene „Grüne Kleeblatt“ hob sich mit zusätzlichen Seitenschwellern, einem modifizierten Frontspoiler und Heckstoßfänger sowie elektrischen Fensterhebern vom Standard-Modell ab. Die zierlichen Chromspiegel wurden durch deutlich größere Versionen aus schwarzem Kunststoff ersetzt.

Alle Alfa Romeo Spider ab Baujahr 1986 erhielten neben modifizierten Sitzen und Türtafeln zudem einen neuen Instrumententräger. An die Stelle der beiden großen Tuben trat ein Instrument, das Tacho und Drehzahlesser mit den Zusatzuhren für Öldruck, Batteriespannung, Tankinhalt und Wassertemperatur in einem Block vereinte. Der zuvor aus Kunststoff gefertigte Schaltknauf aus Holzimitat wich einer lederbezogenen Version.

Auch motorseitig markierte das Jahr 1986 eine Zäsur, sorgte doch nun eine elektronische Zündung für niedrigere Verbrauchswerte und Emissionen. Die Leistung der Motoren wurde durch die Umstellung leicht zurückgenommen (von 128 auf 125 PS beim 2,0-Motor und von 104 auf 101 PS beim 1,6-Liter-Motor). In den USA bot Alfa Romeo den Spider 2.0 ab 1986 in drei Versionen an: Als Quadrifoglio Verde (mit Ledersitzen, Klimaanlage, Kassettenradio und neu gestyltem Hardtop), Veloce und Graduate. Letztere als Einstiegsversion mit Fensterkurbeln, Vinyl-Sitzen und -Verdeck sowie Stahlfelgen. Eine Klimaanlage und ein beim Händler zu installierendes Radio waren die einzigen Optionen.

Dustin Hoffman bescherte dem Alfa Romeo Spider Kultstatus


Der zwischen 1985 und 1990 angebotene Graduate war eine Hommage an den Film „The Graduate“, mit dem der Alfa Romeo Spider in den USA schon 1967 Kultstatus erworben hatte: In dem mit der Musik von Simon & Garfunkel („Sound of Silence“, „Mrs. Robinson“, „Scarborough Fair“) untermalten Streifen spielte Dustin Hoffman als College-Absolvent seine erste große Rolle. Im Fokus des Films steht anfänglich seine Affäre mit der verheirateten Mrs. Robinson, gespielt von Anne Bancroft. In den Schüsselszenen des Films braust Dustin Hoffman alias Benjamin Braddock mit einem roten „Duetto 1600“ indes zu jener Kirche, in der seine Angebetete - Mrs. Robinsons Tochter Elaine - gegen ihren Willen verheiratet werden soll. In letzter Sekunde kann er die von Elaines eifersüchtiger Mutter eingefädelte Zwangsheirat verhindern. Das junge Paar flieht in einem Linienbus - den Alfa Romeo hatte Regisseur Mike Nichols zuvor unprätentiös ohne Benzin stranden lassen. Was seiner Beliebtheit jedoch keinen Abbruch tat: Bis heute ist jeder klassische Alfa Romeo Spider in den USA als „The Graduate Car“ oder „The Graduate Spider“ bekannt.

1990 debütierte die vierte Generation des von Pininfarina gestylten Klassikers. Im letzten vollen Produktionsjahr (1993) gingen immer noch 75 Prozent aller Spider in die USA. Einer der weiteren Kernmärkte war nach wie vor Deutschland. Ende 1993 lief die Produktion eines der legendärsten und erfolgreichsten heckgetriebenen Alfa Romeo Modelle nach 124.105 Exemplaren endgültig aus. Der 1995 vorgestellte Nachfolger wurde in den USA nicht mehr angeboten.