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"Plötzlich riss es mir die Beine weg" - Zweiter Verhandlungstag gegen Faslams-Amokfahrer

Am zweiten Verhandlungstag gab der Angeklagte (re.) eine erste Erklärung ab (Foto: mi)

Unfallopfer sagten vor Gericht aus

thl. Lüneburg/Winsen. "Ich hörte etwas hinter mir und wollte mich umdrehen. Aus dem Augenwinkel sah ich noch ein Auto, dann wurden mir die Beine weggerissen, ich flog durch die Luft und schlug auf dem Asphalt auf." Bewegend schilderte das 38-jährige Mitglied der Stöckter Faslamsbrüder vor dem Lüneburger Landgericht, wie er auf der Schnorrtour am Rosenmontag von einem Pkw angefahren wurde.
Wegen dem Unfall muss sich ein 44-jähriger Betriebswirt aus Boizenburg verantworten. Denn die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den Crash absichtlich verursacht zu haben. Dem Angeklagten droht ein langjähriger Aufenthalt in der Psychiatrie. Am zweiten Verhandlungstag gab der Unfallfahrer eine erste Einlassung ab, die aber teilweise sehr wirr klang. Er habe seine Ex-Frau in Stöckte besuchen wollen, diese sei aber nicht zu Hause gewesen. Die Faslamsbrüder hätten die Straße blockiert, um ihn anzuschnorren. Dabei hätten sie auch an seinem Wagen gerüttelt und diesen aufgeschaukelt. "Ich habe mich unwohl gefühlt und wollte nur weg", so der 44-Jährige, der als ehemaliger Stöckter mit den Faslamsbräuchen durchaus vertraut ist.
Der 38-jährige Narr, der zusammen mit einem Kumpel (57) einen Bollerwagen zog, als er angefahren wurde, erlitt einen Nasenbeinbruch, mehrere Platzwunden, Abschürfungen und Prellungen. Sein Kumpel, der auch vom Auto getroffen wurde, erlitt u.a. einen Bruch des Sprunggelenks. Er ist bis heute aufgrund der Unfallfolgen arbeitsunfähig.
Der Prozess geht weiter. Das Urteil wird voraussichtlich am 26. September gesprochen.