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Abschied nach 20 Jahren

Monika Wendlandt wurde über die ganzen Jahre hinweg immer von ihrem Mann Bernd unterstützt (Foto: thl)
Roydorfs Ortsvorsteherin Monika Wendlandt hat ihr Amt niedergelegt / "Königin von Roydorf"

thl. Winsen. "Ich habe mein Amt mit einem weinenden und einem lachenden Auge niedergelegt", sagt Monika Wendlandt. Die 67-Jährige war 20 Jahre Ortsvorsteherin von Roydorf und hat in dieser Zeit für ihr Dorf viel bewegt. "Ich wollte das Amt jetzt aber in jüngere Hände legen. Auch wenn ich von vielen Bürgern bekniet wurde, doch weiterzumachen", begründet sie ihren Schritt.
1996 hat Monika Wendlandt das Wahl-Ehrenamt der Ortsvorsteherin von Edeltraut Kowald übernommen. "Ich wurde damals von der CDU vorgeschlagen und musste mich vorher bei der Partei vorstellen", erinnert sich Wendlandt, die nie ein Parteibuch besessen hat. "Das war nie mein Ziel. Für mich war nur wichtig, etwas für unser Dorf zu tun", so die gebürtige Roydorferin weiter.
Roydorf hatte damals etwas über 1.000 Einwohner und das Aufgabengebiet der Ortsvorsteherin war vielfältig: Meldewesen, Passanträge, Passverlängerungen etc. "Bei mir im Büro war immer was los. Selbst am Wochenende, wenn die Bürger in der Woche keine Zeit hatten, weil sie außerhalb arbeiteten", erzählt Monika Wendlandt. Manchmal war es allerdings zu viel. "Ich wollte nach fünf Jahren das Handtuch werfen", gesteht sie. War doch zu dieser Zeit auch noch Schriftführerin beim MTV Luhdorf/Roydorf und Vorsitzende des örtlichen DRK-Vereins. Und "nebenbei" auch noch hauptberuflich beim Landkreis Harburg beschäftigt. Doch sie arrangierte sich und bekam viel Unterstützung von ihrem Mann Bernd.
In ihrer Amtszeit schob Monika Wendlandt viel an: Straßensanierungen, Wegpflasterungen auf dem Roydorfer Friedhof. Zuletzt hat sie sogar die Einrichtung eines Bestattungswaldes beantragt. Und auch die 850-Jahr-Feier 2008 fiel in ihre Amtszeit. Dort saß Wendlandt mit im Organisationskommitee.
Ihren Beimanen "Königin von Roydorf" verdankt sie einem achtjährigen Jungen. Und das kam so: "Ich hatte bei einer Bürgerin angerufen, um etwas nachzufragen. Am Telefon war ihr Sohn Philipp. Ich sagte ihm, wer ich bin und wollte seine Mutter sprechen. Er gab den Hörer mit den Worten 'Da ist die Königin von Roydorf' dran, weiter", schmunzelt Monika Wendlandt. Seitdem hat sie den Spitznamen "Königin von Roydorf" weg.
Heute hat Roydorf knapp 1.300 Einwohner und die Aufgaben der Ortsvorsteherin haben sich verändert. Das Melde- und Passwesen wird nur noch im Rathaus erledigt. Ihre Aufgaben waren jetzt u.a. die Vorbereitung von Beerdigungen, die Spielplatzüberwachung sowie der Besuch anlässlich Goldener Hochzeiten oder Geburtstage ab 85 Jahren. Auch die Organisation von Bürgerversammlungen oder Seniorennachmittagen lag in den Händen von Monika Wendlandt.
Künftig will Monika Wendlandt mehr Unternehmungen mit ihrem Mann Bernd machen und ihre "neue" freie Zeit mit Bekannten, Freunden und ihrer Enkeltochter verbringen. Daneben steht noch der Sport im Vordergrund und seit Neuestem auch das Malen von Mandalas.