Samtgemeinde-Ratsherren werden bedroht
Apensen: Das ist eine miese Nummer

Bürgermeister in Sauensiek und Fraktionsvorsitzender der CDU Apensen, Rolf Suhr
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Schock auf der Sitzung des Samtgemeinderates in Apensen: Der CDU-Fraktionsvorsitzende Rolf Suhr berichtete am Dienstagabend von Anfeindungen, denen er und seine Frau derzeit ausgesetzt seien. Er habe in der vergangenen Zeit mehrfach Drohanrufe erhalten, zum Schluss habe der Anrufer auch seine Frau verbal attackiert. "Dummerweise hat derjenige vergessen, seine Rufnummer zu unterdrücken. Ich weiß also, wer es war", sagte Suhr. Nach seinen Angaben handele es sich um ein früheres Gründungsmitglied der UWA. "Ich werde alles Rechtliche und Juristische in die Wege leiten und auch die Polizei einschalten", so der Christdemokrat. "Was da passiert, ist nicht mehr steuerbar. Irgendwann liege ich tot unter einem Auto." Suhr machte unter anderem auch die Hetze im Netz dafür verantwortlich, die angeblich von Stefan Reigber (UWA) betrieben werde. Auch dagegen werde er vorgehen.

Frank Buchholz (FWG) meldete sich ebenfalls zu Wort. Er habe eine Zeit lang auch Drohanrufe erhalten und sei sogar von dem Anrufer zu Hause aufgesucht worden. Es gehe vermutlich um die gleiche Person, die auch Rolf Suhr und seine Frau bedroht hatte. Es handele sich anscheinend um einen älteren Mann aus der Samtgemeinde, der als zeitweise verwirrt und frustriert wahrgenommen werde, hieß es.
Stefan Reigber zeigte sich erschüttert. "So etwas befürworten wir auf keinen Fall", so der UWA-Ratsherr. Er entschuldigte sich für die Anfeindungen des Anrufers, wisse aber nicht, um wen es sich handele. Rechtliche Schritte gegen die Person könne er nur empfehlen, machte aber auch klar: "Ich werde weiter im Internet über Schoten schreiben."

Das WOCHENBLATT hatte in der Vergangenheit schon häufiger darüber berichtet: Immer wieder gibt es Anfeindungen gegen Lokalpolitiker, per Telefon, via Internet oder sogar mit mutwilligen Zerstörungen von Eigentum. Das geht einfach zu weit!
Dass in und mit der Politik kontrovers diskutiert und gestritten wird, ist gut und wichtig. Häufig entstehen dadurch neue, konstruktive Ansätze. Doch Lokalpolitiker zu bedrohen, die ehrenamtlich viel Zeit opfern, um Dinge zu bewegen und ihre Kommunen voranzubringen, ist meiner Meinung nach eine miese Nummer. Besonders im privaten Bereich: In den eigenen vier Wänden, einem schützenden Rückzugsort, haben Anfeindungen - und dann noch gegen die Familie - nichts verloren. Das finde ich respektlos und feige.

Wege, seinen Unmut über die Lokalpolitik zu äußern, gibt es genug. Wer sich so sehr ärgert und aufregt, sollte das öffentlich machen, entweder per Brief, E-Mail, in einer Bürgersprechstunde - oder über die Presse. 
Alexandra Bisping

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