Samtgemeinde Apensen
Wie Bürgermeisterkandidatin Tanja von der Bey Probleme lösenwill

Tanja von der Bey
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Interview mit Bürgermeisterkandidatin Tanja von der Bey: So will sie die Krise in der Samtgemeinde Apensen bewältigen und neue Strukturen schaffen.

Katastrophale Zustände in der Finanzverwaltung, vakante Leitungsstellen im Rathaus, seit Jahren mit negativen Schlagzeilen in der Presse: Die Situation in der Samtgemeinde Apensen sieht alles andere als rosig aus,  und trotzdem stellst sich Tanja von der Bey (55, parteilos) aus Sauensiek-Revenahe, ehemalige Ordnungsamtsleiterin der Samtgemeinde Apensen und aktuelle stellvertretende Leiterin des Amtes Soziales und Teilhabe beim Landkreis Stade  (Kreis-Sozialamt), als Samtgemeinde-Bürgermeister-Kandidatin zur Wahl. Wie sie es schaffen will, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, beantwortet sie dem WOCHENBLATT im Interview.

WOCHENBLATT: Liebe Frau von der Bey, warum tun Sie sich die Kandidatur für diese Mammutaufgabe in Apensen überhaupt an?

Tanja von der Bey (lacht): Das werde ich sehr oft gefragt. Die Antwort ist ganz einfach: Weil ich die Samtgemeinde Apensen liebe, hier tolle Menschen leben sowie spannende Gewerbe ansässig sind und es die Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden nicht verdienen, ständig mit Negativschlagzeilen in der Presse zu stehen. 

WOCHENBLATT: Aber wie wollen Sie alleine die chaotischen Zustände im Haushalt mit 2,1 Millionen Euro offenen Forderungen, die bis 2016 zurückreichen, in den Griff bekommen? Und das auch noch ohne Personal - die Stelle des Kämmerers oder Kämmerin ist - wie auch die Stelle des Ordnungsamtsleiters bwz. Ordnungsamtsleiterin vakant?

Tanja von der Bey: Um die vakanten Stellen mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Es gibt genügend fähige Personen, die richtig Lust haben, die Samtgemeinde wieder nach vorne zu bringen. Sie bewerben sich, sobald sie wissen, wie es im Rathaus der Samtgemeinde Apensen weitergeht.

WOCHENBLATT: Da wissen Sie sicher mehr als andere. Denken Sie dabei an bestimmte Personen?

Tanja von der Bey (lächelt): Ich bringe auf jeden Fall keine Leute mit - wenn Sie das meinen -, sondern diese Personen werden sich ganz offiziell bewerben. Meine Stimme ist dann eine von vielen Entscheidern.

WOCHENBLATT: Ok, die vakanten Stellen im Rathaus wären also kein Problem für Sie. Wie sieht es mit dem desaströsen Bericht des Rechnungsprüfungsamtes aus? 

Tanja von der Bey: Wie die Prüfer vom Rechnungsprüfungsamt in der Ausschusssitzung erklärten, ist die Situation heilbar. Ich habe viele Jahre in der Kasse Apensen gearbeitet und weiß, dass Struktur das A und O ist. Es ist eine Fleiß- und Recherchearbeit, für die die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die notwendige Zeit zur Verfügung gestellt bekommen.

WOCHENBLATT: Dafür brauchen Sie aber zusätzliches Personal, oder?

Tanja von der Bey: Nicht unbedingt. Mein erstes Projekt wäre, die Organisationsstruktur im Rathaus zu ändern und Aufgabengebiete so zu verteilen, dass sie zusammenpassen. Dadurch werden Kapazitäten frei. Ein Mitarbeiter, der viel unterwegs ist, kann nicht gleichzeitig eine Aufgabe übernehmen, die volle Konzentration am Schreibtisch abverlangt.  

WOCHENBLATT: Kennen Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung denn noch? Wie viele sind noch da, mit denen Sie vor sechs Jahren noch zusammen gearbeitet haben?

Tanja von der Bey: Von damals 23 Kolleginnen und Kollegen sind jetzt noch sieben da, alle anderen haben das Rathaus in den vergangen fünf bis sechs Jahren verlassen. Darüber haben Sie ja auch schon mehrfach berichtet. Aber alle, die noch da sind, sind hochmotiviert und kompetent  und die anderen Mitarbeitenden ganz bestimmt auch.

WOCHENBLATT: Was würden Sie an der Zusammenarbeit mit der Politik ändern?

Tanja von der Bey: Ich würde dafür sorgen, dass wir uns alle wieder regelmäßig an einen Tisch setzen, die üblichen Fraktionsvorsitzendenrunden finden in Apensen schon lange nicht mehr statt. Dort werden vorab alle Fragen geklärt, damit die Beschlussvorlagen entsprechend formuliert und in der Ratssitzung dann auch wirklich abgestimmt werden kann. Diese Sitzungen sind wichtig, die würde ich sofort wieder einführen.

WOCHENBLATT: Wie stehen Sie zum Thema Einheitsgemeinde - würde das die Abläufe in der Samtgemeinde Apensen vereinfachen?

Tanja von der Bey: Da bin ich völlig offen. Allerdings ist das ein Projekt, das Jahre dauert und wäre daher nicht mein erstes Projekt.

WOCHENBLATT: Was wären denn - außer einer neuen Organisation in der Verwaltung, Haushaltskasse und Zusammenarbeit mit der Politik - Ihre ersten Projekte?

Tanja von der Bey: Den Bürgerpark in Apensen umsetzen, in dessen Planung schon viele Steuergelder geflossen sind, der aber bisher nicht realisiert werden konnte, weil Fördergelder nicht fristgerecht beantragt wurden. Und das Thema Feuerwehrgerätehäuser in Nindorf, Wiegersen, Revenahe und Goldbeck angehen - die Feuerwehrunfallkasse hatte schon, als ich noch im Apenser Rathaus tätig war, bemängelt, dass die Häuser nicht mehr zeitgemäß sind.

WOCHENBLATT:
Was glauben Sie, wie viel Zeit Sie brauchen würden, für Ordnung in der Samtgemeinde zu sorgen?

Tanja von der Bey: Naja, in 100 Tagen ist das nicht zu schaffen.

WOCHENBLATT:
Aber noch in Ihrer Amtszeit - wenn Sie gewählt werden?

Tanja von der Bey (lacht):
Nachdem die Amtszeit gerade von fünf auf acht Jahre erhöht wurde: Ja.

Tanja kummt vörbi

Ganz unkompliziert mit der Tanja von der Bey ins Gespräch kommen ist auch in den kleinen Ortschaften der Samtgemeinde Apensen möglich.
"Tanja kummt vörbi“ am 26. April, 11 bis 12:30 Beckdorf: Staudenmarkt auf dem Beekhoff;
17. Mai, 11 bis 12.30 Uhr Wiegersen: FoWi Wiegersen, Rittergut 3;
31. Mai, 11 bis 12.30 Uhr Revenahe: Hof Torben Hinrichs, Apenser Straße 15;
7. Juni, 11 bis 12.30 Uhr Bredenhorn/Löhe/Bockhorst: Familie Heimberg-Bowe,
Bredenhorn 12;
14. Juni, 11 bis 12.30 Uhr Apensen, Hof Claus Tobaben, Im Heisterbusch 14;
28. Juni, 11 bis 12.30 Uhr Goldbeck: Familie Augustin, Sauensieker Straße 1,
5. Juli, 11 bis 12.30 Uhr Nindorf: Familie Frelock, Apenser Straße 3;
12. Juli, 11 bis 12.30 Uhr Grundoldendorf: Hof Bellmann, Grundoldendorf 4;
26. Juli, 11 bis 12.30 Sauensiek: Kornscheune, Im Dorfe 27

Apenser CDU nominiert Kandidatin für Bürgermeister-Posten
SPD steht hinter Tanja von der Bey
Warum kandidiert Tanja von der Bey für das Bürgermeisteramt in Apensen?
Sie möchte die Samtgemeinde stabilisieren und sieht großes Potenzial in der Region sowie bei den Menschen vor Ort.
Wie will sie die finanziellen Probleme lösen?
Durch eine bessere Organisation der Verwaltung, klare Strukturen und die gezielte Aufarbeitung offener Forderungen.
Was sagt sie zu den vakanten Stellen im Rathaus?
Sie geht davon aus, dass sich qualifizierte Bewerber finden, sobald Klarheit über die zukünftige Ausrichtung der Verwaltung besteht.
Welche Veränderungen plant sie in der Verwaltung?
Eine Neuordnung der Aufgabenbereiche, um effizienter zu arbeiten und vorhandene Kapazitäten besser zu nutzen.
Welche Projekte will sie zuerst angehen?
Die Umsetzung des Bürgerparks in Apensen sowie die Modernisierung mehrerer Feuerwehrgerätehäuser.
Wie steht sie zur Zusammenarbeit mit der Politik?
Sie möchte den Austausch stärken und regelmäßige Abstimmungsrunden wieder einführen.
Wie können Bürger mit ihr ins Gespräch kommen?
Über die Veranstaltungsreihe „Tanja kummt vörbi“, bei der sie in verschiedenen Orten persönlich erreichbar ist.
Tanja von der Bey
Der Wahlkampfwagen von Tanja von der Bey
 | Foto: Tanja von der Bey
Redakteur:

Nicola Dultz aus Buxtehude

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