Buxtehude. "Günstige Wohnungen fehlen" war die Überschrift eines WOCHENBLATT-Artikels vom Januar 2012 (Foto). Jetzt, sechs Jahre später, hat sich nicht nur nichts verbessert - der Mangel an bezahlbarem Wohnraum hat sich weiter gravierend verschlimmert. Die seit gut einem Jahr gültige Mietpreisbremse, die bei einer Neuvermietung die Miethöhe deckelt, hat daran nichts geändert.
Kommentar
Ende 2011, Anfang 2012 hatte die Redaktion mehrfach über Buxtehuder berichtet, die trotz eines festen Jobs und einem geregeltem Einkommen keine bezahlbare Wohnung fanden. "Der Markt ist leergefegt", sagt einer der Betroffenen damals. Und schon damals hatte die Stadtverwaltung darüber nachgedacht, ob soziale Aspekte - sprich die Verpflichtung, günstige Wohnungen zu bauen - bei Neubauprojekten Berücksichtigung finden müsse.
Das geschieht erst jetzt. Etwa beim Projekt der AVW an der Bahnstraße oder dem großen Baugebiet an der Giselbertstraße. Und: Weil erst jetzt ein Umdenken stattfindet, ist es eigentlich schon viel zu spät. Diesen Vorwurf müssen sich Politik und Verwaltung gefallen lassen.
Man muss kein Anhänger der Fraktion der Linken sein, um über deren Vorschlag nachzudenken: Die Stadt (oder eine stadteigene Tochter) wird selbst auf dem Wohnungsmarkt aktiv und baut Sozialwohnungen. Wenn sich, was noch sehr lange dauern wird, die Situation grundsätzlich gewandelt hat, kann die Mietpreisbindung kommunaler Wohnungen immer noch zur Disposition gestellt werden.
Dieser Vorschlag hat übrigens nichts mit einem politischen Standpunkt zu tun: Im Gutachten zur Wohnraumversorgung, das die Stadt 2016 selbst in Auftrag gegeben hatte, steht im Fazit als Handlungsaufforderung: "Werden Sie selbst aktiv!". Es wird Zeit, danach zu handeln.
Tom Kreib
Dazu auch der Artikel Wohnungsnot in Buxtehude wird immer größer

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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