Internationaler Frauentag - Weltfrauentag
Eine persönliche Nachlese
Am 8. März war der Internationale Frauentag - Weltfrauentag. Schade, dass die beiden Veranstaltungen, die ich aus diesem Anlass besucht habe, auf so wenig Resonanz gestoßen sind.
Dass sich am Donnerstag letzter Woche nur ca. 25 Frauen den Film des mobilen Kinos Niedersachsen angesehen haben, kann noch an mangelnder Bekanntmachung gelegen haben. Wie jedes Jahr wurde der Abend von der Samtgemeinde Elbmarsch in Zusammenarbeit mit der Bibliothek Elbmarsch ausgerichtet. Frau Bockey, unsere Samtgemeindebürgermeisterin, hielt die Begrüßungsansprache. Leider war keine von unseren beiden Gleichstellungsbeauftragten der Samtgemeinde Elbmarsch, die in den letzten Jahren regelmäßig maßgeblich an der Organisation beteiligt war, anwesend. Ausgesucht wurde der Dokumentarfilm „Die Unbeugsamen“, über die Politikerinnen der Bonner Republik, die auch die heutige Politikerinnengeneration entscheidend mitgeprägt haben. Zwei Sequenzen aus dem Film sind mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ziemlich am Anfang meinte schon eine Vorreiterin der ersten Politikerinnengeneration, dass uns Frauen, wenn wir nicht ständig weiter für unsere Rechte und Selbstbestimmung eintreten würden, das Erreichte schnell wieder weggenommen werden würde. In der zweiten Sequenz ging es um die Wehrmachtsausstellung, die von Christa Nickels, den Grünen, während einer Debatte im Bundestag kommentiert wurde. Ihre emotionale Betroffenheit und die kluge Beschreibung der Verhältnisse haben mich sehr beeindruckt. Dies sicher auch wegen der heutigen Aktualität und der Debatte um die Wehrpflicht und die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine. Wir anwesenden Frauen konnten anhand der historischen Bilder überprüfen, wo wir jetzt stehen und was erreicht wurde.
Zur zweiten Veranstaltung, die ich besuchte, haben die DGB-Frauen mit ihren Mitgliedsgewerkschaften und der Frauenpolitischen Initiative Lüneburg in Zusammenarbeit mit dem Scala-Programmkino eingeladen. Auch hier waren deutlich weniger Frauen, als in den letzten Jahren, anwesend. Ein Grund dafür war für mich nicht ersichtlich, nur bedauerlich. Gezeigt wurde der Film Billie von Scheri Hagen, der ab September in die Kinos kommt. Einfühlsam, temporeich und vielschichtig wird die Geschichte zweier Freundinnen erzählt, die zu Gangsterinnen wider Willen werden. Frau Hagen gelang es die komplexen gesellschaftlichen Verhältnisse, mit ihren Widersprüchen darzustellen. Dadurch konnten die sich für die Frauen ergebenden schwierigen Lebensverhältnisse gut nachvollzogen werden. Der Film kam ohne direkte Darstellung von Gewalt aus und ließ es an Situationskomik nicht fehlen. Die machte die angesprochenen Themen zugänglich und erträglich. Frau Scheri Hagen stellte sich den Fragen der Zuschauerinnen zu diesem Filmprojekt und erläuterte einige ihrer Überlegungen bei der Produktion. Alle Anwesenden zeigten sich begeistert und würdigten diesen wichtigen Film mit viel Applaus. Anschließend gab es noch, wie seit Jahren üblich, Klönschnack mit einem Umtrunk im Hof.
Mein Fazit: Hoffentlich finden sich nächstes Jahr wieder mehr Frauen, die an den Veranstaltungen, die von Frauen für Frauen organisiert werden, teilnehmen. Auch wenn jetzt in Niedersachsen der Internationale Frauentag – Weltfrauentag – zum Feiertag werden soll, ist damit die Gleichstellung in allen Lebensbereichen noch nicht erreicht. Dazu gibt es noch zu viele Diskrepanzen. Lasst uns weiter für unsere Rechte und die Selbstbestimmung einstehen. Wir sehen uns spätestens beim nächsten Internationalen Frauentag!
Leserreporter:Felicitas Parlitz aus Elbmarsch |
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