Sie schlichten Streitigkeiten
Die neuen Schiedspersonen für Hollenstedt

Amtsgerichtsdirektorin Dr. Astrid Hillebrenner (hinten li.) und der stellvertretende Direktor Dr. Christian Gude mit den beiden neuen Schöffen Döre Mißfeld und Rolf Blaufelder
  • Amtsgerichtsdirektorin Dr. Astrid Hillebrenner (hinten li.) und der stellvertretende Direktor Dr. Christian Gude mit den beiden neuen Schöffen Döre Mißfeld und Rolf Blaufelder
  • Foto: bim
  • hochgeladen von Bianca Marquardt

bim. Tostedt/Hollenstedt. Die Hecke des Nachbarn ist zu hoch, die Garage zu dicht an der Grundstücksgrenze gebaut – wegen solcher und ähnlicher Fälle kommt es häufig zu Nachbarschaftsstreitereien. Damit der Ärger nicht zwangsläufig die Gerichte beschäftigt, gibt es Schiedsleute. Sie vermitteln zwischen den Kontrahenten und stellen im besten Fall den Frieden zwischen den Gartenzäunen wieder her. Für die Samtgemeinde Hollenstedt wurden jetzt Dörte Mißfeld und Rolf Blaufelder von Dr. Christian Gude, stellvertretender Direktor des Amtsgerichts Tostedt und ihr fachlicher Ansprechpartner, als neue Schiedspersonen verpflichtet. Sie lösen damit Jürgen Maack und seine Stellvertreterin Helga Czombera ab.
„Ich halte es für sehr sinnvoll, Streit zu schlichten, bevor es in Gerichtsprozessen mündet“, erklärte Dörte Mißfeld, die früher ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte war und sich auch noch u.a. als ehrenamtliche Ratsfrau in der Samtgemeinde Hollenstedt engagiert. „Das Ehrenamt ist für das soziale Miteinander ganz wichtig“, stellt sie fest. Sie fände es bereichernd, Menschen unvoreingenommen zu begegnen und sich mit unterschiedlichen Lebensentwürfen auseinanderzusetzen. Dörte Mißfeld hat die Hoffnung, dass alle friedlich und respektvoll miteinander umgehen, wenn sie als Schiedsfrau auf Augenhöhe Distanz herstellt.
Rolf Blaufelder war zuvor 19 Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Hamburger Sozialgericht im Einsatz. „Das war interessant. Es ist schön, wenn man etwas für die Gesellschaft tun kann. Das mache ich gerne“, sagt er. Daher war es für ihn selbstverständlich, sich als Schiedsmann zu engagieren. In dieser Funktion sieht er sich als Moderator oder Mediator, der bei den streitenden Parteien die Schärfe herausnimmt.
Die beiden sind nun aufgefordert, ihre Aufgaben gewissenhaft und unparteiisch zu erfüllen. Bei den streitenden Parteien werden sie nun ein offenes Ohr dafür haben, wo der Schuh drückt, und versuchen, Kompromisse zu finden. Es sei aber der Persönlichkeit geschuldet, wie sie Dinge anpacken. Wichtig sei, dass sie authentisch und mit Interesse an Menschen an die Themen herangehen, riet Christian Gude.
Viel Zoff gibt es in Hollenstedt zum Glück nicht. In den vergangenen zwei Jahren gab es zwölf bzw. 13 Fälle, in denen die Schiedsleute gefragt waren.

Häufig mit Streitfragen unter Nachbarn beschäftigt

Schiedspersonen werden vom Rat der Gemeinde bzw. der Samtgemeinde gewählt. Laut Verwaltungsvorschrift ist vorgesehen, dass ein öffentlicher Aufruf erfolgt, auf den sich Interessierte bewerben können. Die Wahlperiode beträgt fünf Jahre, eine Wiederwahl ist möglich.
Voraussetzung ist, dass Schiedspersonen „nach ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten“ für das Amt geeignet sein müssen. Häufig sind Schiedsleute mit Streitfragen zwischen Nachbarn beschäftigt. Für bestimmte Fälle ist dies Voraussetzung dafür, ein Gericht anzurufen. Grundsätzlich sollten Schiedsleute daher Interesse an Menschen und ihren Anliegen haben. Bei den Gesprächen und Verhandlungen geht es um das Erklären der rechtlichen Regeln und darum, möglicherweise eine gütliche Einigung der streitenden Beteiligten herbeizuführen. Dabei sind auch kommunikative Fähigkeiten hilfreich.
Laut Gesetz sollen keine Personen unter 30 Jahren berufen werden, eine gewisse Lebenserfahrung ist bei diesem Amt sicherlich sinnvoll. Eine Höchstaltersgrenze gibt es in Niedersachsen nicht.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

Panorama

Die aktuellen Corona Zahlen vom 1. März aus dem Landkreis Harburg
Zwei weitere Corona-Tote in Tostedt

(sv). Schon wieder muss die Samtgemeinde Tostedt zwei Corona-Tote beklagen. Damit steigt am heutigen Montag, 1. März, die Zahl der Corona-Toten in Tostedt auf acht, im gesamten Landkreis Harburg auf 85. Die Gemeinde Rosengarten und die Samtgemeinde Hanstedt bleiben weiterhin die einzigen beiden Kommunen ohne Corona-Tote im Landkreis. In Seevetal (18), Jesteburg (17) und Neu Wulmstorf (16) starben bislang die meisten am Coronavirus. Die Zahl der aktiven Fälle im Landkreis Harburg sinkt...

Panorama
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Gesamtzahl der Infizierten. Seit Herbst ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen
2 Bilder

Erster positiver Befund im März 2020 bei einem Lehrer aus Stade
Ein Jahr Corona im Landkreis Stade: So ging alles los

jd. Stade. "Erster Corona-Fall in der Region": So titelte das WOCHENBLATT in seiner Ausgabe vom 7. März 2020. Der "Tag null" in Sachen Corona war für den Landkreis Stade am 4. März. Damals wurde ein Lehrer des Stader Vincent-Lübeck-Gymnasiums positiv auf den Corona-Erreger getestet. In einem tags darauf anberaumten Pressegespräch fielen erstmals die Begriffe, die uns nun schon seit Monaten begleiten - wie häusliche Isolation, Quarantäne, Abstrich oder auch Kontaktnachverfolgung. Das WOCHENBLATT...

Panorama
So berichtete das WOCHENBLATT am 29. Februar 2020 über erste Reaktionen in der Region auf die noch unbekannte Corona-Gefahr

COVID-19-Jahrestag
Ein Jahr Corona in Niedersachsen

(ts). Es scheint unendlich lange her zu sein. Gefühlt wie aus einer anderen Zeit. Dabei ist es lediglich ein Jahr her, dass das Coronavirus nach Niedersachsen kam. Am 29. Februar 2020 wurde die erste Corona-Infektion in dem Bundesland bestätigt. Ein 68 Jahre alter Mann aus Uetze bei Hannover, der von einer Busreise aus Südtirol zurückgekehrt war, wurde als erster Niedersachse positiv auf das Coronavirus getestet. Von Pandemie war damals in der Mitteilung des Niedersächsischen...

Service
In Buchholz müssen Autofahrer für ihr Parkticket deutlich tiefer in die Tasche greifen

Auch Pendler müssen zahlen
Ab 1. März höhere Parkgebühren in Buchholz

os/nw. Buchholz. Der Stadtrat hatte die deutliche Preiserhöhung auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen: Ab kommendem Montag, 1. März, wird das Parken in Buchholz teurer. Die Gebühren steigen von bisher 40 auf 60 Cent je 30 Minuten. Zudem müssen Parkscheine künftig montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr (bisher 9 bis 18 Uhr) und samstags von 8 bis 16 Uhr (9 bis 13 Uhr) gelöst werden. Vier weitere Flächen - die Stellplätze unter der Canteleubrücke, der Bahnhofsvorplatz samt...

Wirtschaft
Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2020 sind (v. li.): Ulrich Stock, Stefanie Salata und Gerd-Ulrich Cohrs  Foto: Wolfgang Holtmeier

Corona-Pandemie als Trendbeschleuniger
Volksbank Lüneburger Heide blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück

thl. Winsen. Das vergangene Geschäftsjahr war auch für die Volksbank Lüneburger Heide herausfordernd. Trotzdem ist das Vorstandstrio mit Stefanie Salata, Gerd-Ulrich Cohrs und Ulrich Stock mit dem Verlauf zufrieden. Das machten sie jetzt beim digitalen Jahrespressegespräch deutlich, das aus dem Streammax-Fernsehstudio der Firma Groh P.A. in Buchholz online übertragen wurde. "Wir haben die Krise bislang gut gemeistert", resümierte Cohrs. "Sie sorgte dafür, dass wir uns schneller als geplant neu...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen