Herbert Brockmann, ein Menschenkenner mit Humor, wurde 90

Herbert Brockmann beging am Donnerstag seinen 
90. Geburtstag
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bim. Hollenstedt. Er ist ein absoluter Sympathieträger, begeisterte jahrzehntelang mit seinem trockenen Humor und überzeugte mit seiner Kompetenz: Herbert Brockmann, der nach der Gebietsreform von 1972 bis 1996 der erste ehrenamtliche Samtgemeinde-Bürgermeister Hollenstedts war, feierte am Donnerstag seinen 90. Geburtstag. Seine Familie nennt ihn liebevoll "Herbi".
"Posten habe ich genug gehabt. Die hat man mir nach und nach angehängt", gibt der gebürtige Schneverdinger augenzwinkernd zu. Als Prüfer der Genossenschaften war er für den Genossenschaftsverband Hannover im ganzen Land unterwegs und lernte in dieser Funktion auch Hollenstedt und Umgebung gut kennen. Irgendwann habe man ihm die Leitung der Spar- und Darlehnskasse angeboten, berichtet Herbert Brockmann. "Das habe ich dankend angenommen", sagt er. Denn so konnte er mit seiner Familie sozusagen sesshaft werden. 1960 sei die Familie nach Hollenstedt gezogen und Mitte der 1960er Jahre in ihr eigenes Haus.
Sein Engagement im Gemeinderat habe als Schriftführer begonnen. "Da hatte ich eigentlich nix zu sagen", erzählt Brockmann. Bei einem unsinnigen Beschluss habe er dennoch sein Veto eingelegt. Und ehe er sich's versah, war er in den Gemeinderat gewählt und auch fünf Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hollenstedt, bevor er - damals noch aus Reihen der Politik - zum Samtgemeinde-Bürgermeister gewählt wurde. Von 1981 bis 1996 gehörte er zudem für die CDU dem Kreistag an.
Eben wegen seiner vielen Posten mussten Ehefrau Carla und die Kinder häufig auf ihren engagierten "Herbi" verzichten. "Mensch, der Papa ist schon wieder unterwegs", bekam Carla Brockmann häufiger von den Kindern zu hören.
Auch im Schützenverein Hollenstedt ist Herbert Brockmann Mitglied, er leitete den Verein viele Jahre als Vorsitzender und war 1976 Schützenkönig ("Der Jahrhundertkönig") und 2016 König der Könige.
Ab 1987 wurde Herbert Brockmann, der auch viele Gedichte geschrieben hat, vom Frauenchor von 1979 Hollenstedt als Büttenredner für die beliebte Weiberfastnacht verpflichtet. "Er hat das all die Jahre mit sehr viel Liebe gemacht", lobt Vorsitzende Ursel Wesemann. Akribisch machte sich Brockmann im Laufe des Jahres Notizen über die lokalen und weltpolitischen Themen und nahm sie 28 Jahre lang bis 2015 alljährlich humorvoll aufs Korn.
"Ich habe eine Gabe, mit Menschen umzugehen", sagt Brockmann. Das und seine Lebenserfahrung kamen ihm auch bei seinen Aufgaben als ehrenamtlicher Schiedsmann zugute. Er nahm die streitenden Parteien beiseite und machte ihnen klar: "Sie wollen doch als Nachbarn noch Jahrzehnte nebeneinander wohnen." Das wirkte, "Herbi" brauchte meist nur einen Termin, um die Unstimmigkeiten am Gartenzaun zu schlichten.
Bis heute ist Herbert Brockmann Mitglied im Männergesangverein "Liedertafel Estetal" und im Schützenverein. Und das will er auch weiterhin bleiben.
Zu seinem Ehrentag am Donnerstag gab es natürlich viele Gratulationen, wenn auch Corona-bedingt aus der Ferne.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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