Bauernhofkindergarten Ochtmannsbruch
Schafscherer zu Besuch

Schafscherer Jörg Gerstenkorn war umringt von den Mädchen 
und Jungen des Bauernhofkindergartens
  • Schafscherer Jörg Gerstenkorn war umringt von den Mädchen
    und Jungen des Bauernhofkindergartens
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bim. Hollenstedt. Das war ein aufregender Tag für die Mädchen und Jungen des Bauernhofkindergartens auf dem Wilkens Hoff in Ochtmannsbruch: Hobbyschafscherer Jörg Gerstenkorn aus Buchholz-Meilsen war dort zu Gast. Mit großen Augen verfolgten die Kleinen, wie er die neuen Mitbewohner des Hofes von ihrer Wolle befreite.
"Ich gehe mit den Schafen so um, als würde ich meinen Kindern die Haare schneiden", berichtet Jörg Gerstenkorn, der selbst vier bretonische Zwergschafe hält. Und Haareschneiden, so bestätigten die Kinder, tut ja nicht weh. "Die Mufflons in freier Wildbahn verlieren im Frühling ihr Winterfell von selbst. Bei Hausschafen müssen wir nachhelfen. Ich schere die Schafe immer dann, wenn ich der Meinung bin, dass es ihnen gut tut, im Mai oder Juni", erklärt der Schafscherer. Jedes ausgewachsene Schaf verliert bei der Schur ca. vier Kilo Wolle.
Die Schafe, die der Kindergarten von einem befreundeten Hof geschenkt bekam, leben seit Februar auf dem Gelände des Bauernhofkindergartens und haben dort wenig später auch ihre vier Lämmer bekommen. Eines davon, "Pelle", ist eine Flaschenaufzucht. Doch auch die übrigen Schafe sind sehr kontaktfreudig. Ebenso sind zwei Ziegen auf dem Hof eingezogen, die vier Zicklein bekamen.
"Die pädaogische Arbeit mit Tieren ist so wertvoll, auch, um die Zusammenhänge in der Landwirtschaft zu erfahren", sagt Bauernhofchefin Ulrike Cohrs, die den Bauernhofkindergarten vor rund zehn Jahren mit weiteren Mitstreitern gründete. Seit August 2018 gibt es auch eine Krippengruppe und eine altersübergreifende Gruppe. Der Bauernhofkindergarten ist damit eine wichtige Ergänzung des Kinderbetreuungsangebotes der Samtgemeinde Hollenstedt.
Im Zuge dieser Neustrukturierung wurde ein altes Schweinegebäude ab- und wieder aufgebaut und ein ehemaliger Hühnerstall restauriert, auf dessen Rückseite sowie auf den benachbarten Wiesen nun Schafe und Ziegen ein neues Zuhause gefunden haben. Die Umbauten seien nur dank der finanziellen Unterstützung der Adalbert Zajadacz-Stiftung aus Neu Wulmstorf, die sich u.a. der Förderung von Erziehung, Bildung, Tier- und Umweltschutz verschrieben hat, möglich gewesen, so Ulrike Cohrs.
Die 47 Kinder des Bauernhofkindergartens helfen in kleinen Gruppen bei der Versorgung der Ramelsloher Hühner, die der Hof vom Kiekeberg bekommen hat, sowie der Schafe. Letztere sind Teil des pädagogischen Konzeptes, im Rahmen dessen den Jüngsten die Wollverarbeitung nähergebracht wird - von der Schur bis zum Waschen, Kadieren, Färben mit Pflanzenfarbe und Spinnen.
"Wir würden solche Veranstaltungen wie den Schafschurtag oder die Kartoffel- und Apfelernte gerne für andere öffnen und auch zum Beispiel einen Brotbacktag etablieren", so Ulrike Cohrs. Interessierte wenden sich an den Bauernhofkindergarten unter Tel. 04165-2186324.

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