Zu viele Anmeldungen
Drestedter Eltern fordern Anbau für Grundschule Trelde

In der Grundschule Trelde gibt es ab kommendem Schuljahr ein Platzproblem
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bim. Trelde/Hollenstedt. Zwei Mütter machten das WOCHENBLATT auf eine "absolut empörende Entwicklung in Trelde/Drestedt" aufmerksam: Wegen zu vieler Anmeldungen für die Grundschule Trelde müssten die Drestedter Erstklässler demnächst in Hollenstedt beschult werden, weil kein Raum für eine zweite erste Klasse zur Verfügung stehe. Das alles sei "heimlich und still drei Monate vor der Einschulung beschlossen" worden. Die Mütter bemängeln den nach Hollenstedt rund fünf Kilometer längeren Schulweg und das Kappen der jahrelangen Vierdörfer-Gemeinschaft. Hollenstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers und Heinrich Helms, Sprecher der Stadt Buchholz, die Schulträger ist, betonen aber: "Es ist noch nichts entschieden."

Schwankende Schülerzahlen

Bis Anfang Februar sei davon auszugehen gewesen, dass die Kapazitäten der Grundschule Trelde, die als einzügige Grundschule genehmigt sei, ausreichten. "Allerdings haben Eltern im Schuleinzugsbereich mit der Grundschule Trelde, der Waldorfschule in Kakenstorf und der Christlichen Schule in Dibbersen gleich drei Schulen zur Auswahl, so dass die Schülerzahlen jährlich schwanken", so Heinrich Helms.

Ende des Monats habe sich abgezeichnet, dass die Anmeldungen für die erste Klasse die Einrichtung einer zweiten ersten Klasse erfordern würden. "Bereits im vergangenen Jahr wurden zwei erste Klassen eingerichtet. Damit sind die Kapazitäten an dem Standort erschöpft", so Helms.

Für zweite erste Klasse Container erforderlich

Um zum Sommer eine zweite erste Klasse an der Grundschule Trelde einzurichten, müsste ein Klassencontainer für rund 210.000 Euro aufgestellt werden, was erhebliche Mehrkosten je Schüler verursachen würde. "Auch eine Mietoption käme in Betracht, würde aber über die Zeit auch mit einem sechsstelligen Betrag zu Buche schlagen. Und das in einer Situation, in der die Finanzen in allen Kommunen außerordentlich angespannt sind. Die Aufstellung eines Klassencontainers wäre nur dann machbar, wenn sich die Samtgemeinde Hollenstedt angemessen an diesen Kosten beteiligen würde."

Schuleinzugsbereiche könnten angepasst werden

Alternativ könnten die Schuleinzugsbereiche angepasst werden. Letzteres regele auch der Vertrag, den Buchholz und die Samtgemeinden Tostedt und Hollenstedt im Jahr 2002 geschlossen haben.

Nachdem Anfang März bekannt war, dass die Kapazitäten der Grundschule Trelde nicht ausreichen, seien gemeindeübergreifende Gespräche inklusive einer Öffentlichkeitsbeteiligung vereinbart worden, um zu entscheiden, ob die Drestedter Kinder künftig - und zwar ab dem Schuljahr 2021/22 - in Hollenstedt statt in Trelde beschult werden. "Doch dann kam die Corona-Krise", erläutert Samtgemeinde-Bürgermeister Albers.

Diese Gespräche seien nun vergangene Woche aufgenommen worden unter Beteiligung des Drestedter Bürgermeisters und des Gemeinderates, Vertretern aus Buchholz und der Samtgemeinde sowie einigen Eltern der Einschüler. Die Betroffenen würden gehört. Entscheiden müsse letztlich die Politik. "Aber das geschieht nicht heimlich hinter verschlossenen Türen, sondern in den öffentlichen Ausschuss- und Ratssitzungen", so Albers.

Dabei geht es klar auch um Geld: Für einen Grundschulplatz zahlt die Samtgemeinde in Trelde 1.900 Euro, in Hollenstedt 1.400 Euro. "Derzeit besuchen rund 35 Drestedter Kinder die Grundschule Trelde, das sind Mehrkosten von 17.500 Euro plus die Kosten für die nachschulische Betreuung in Höhe von 5.000 Euro", rechnet Albers vor. Hinzu komme, dass es in der Grundschule Hollenstedt genügend Kapazitäten gebe, um kurzfristig Kinder aus Drestedt aufzunehmen.

Auch Neubaugebiete spielen eine Rolle

Aber natürlich spielen auch die von den beiden Müttern ins Spiel gebrachten Neubaugebiete für die Frage der künftigen Beschulung der Drestedter Kinder eine Rolle, auch wenn nicht alle Kinder an der Grundschule Trelde angemeldet werden: 17 Wohneinheiten sind in Drestedt in Vorbereitung. In Kakenstorf entsteht ein Neubaugebiet mit 48 Grundstücken. Pro Haushalt rechne man mit 1,5 Kindern, so Heiner Albers.
• Mit dem Thema befasste sich am gestrigen Dienstag der Drestedter Gemeindetrat. Ein Bericht über die Ergebnisse folgt.

Historisch gewachsene Strukturen

Bis zum Jahr 1900 bildeten die Gemeinden Drestedt, Kakenstorf, Trelde und Sprötze die Gemeinde Vierdörfer. Auch wenn mit der Gebietstreform 1972 Drestedt der Samtgemeinde Hollenstedt, Kakenstorf der Samtgemeinde Tostedt sowie Sprötze und Trelde der Stadt Buchholz zugeordnet wurden, werden die gewachsenen Strukturen bis heute gemeindeübergreifend gelebt - z.B. im Landfrauenverein Vierdörfer, der Kreuzkirchengemeinde für Kakenstorf, Sprötze und Trelde, dem Schützenverein Sprötze-Kakenstorf und dem Sportverein Trelde-Kakenstorf.

Seit 1974 werden Kinder aus der Gemeinde Drestedt an der Grundschule Trelde beschult. Das ist auch über die Schuleinzugsbezirke so geregelt.
Die Grundschule wird auch von Kindern aus Kakenstorf besucht.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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