Landkreis bald "wolfsfrei"?

Setzt sich die AfD mit ihrer Forderung durch, stehen Wölfe im 
Landkreis Harburg bald auf der Abschussliste
  • Setzt sich die AfD mit ihrer Forderung durch, stehen Wölfe im
    Landkreis Harburg bald auf der Abschussliste
  • Foto: archiv
  • hochgeladen von Mitja Schrader

Das könnte Sie auch interessieren:

Sport
Mit Gold dekoriert: Nikias Arndt, hier im Trikot seines ehemaligen Teams Giant Alpecin

Gebürtiger Buchholzer mit Mixed-Staffel erfolgreich
Rad-Star Nikias Arndt rast zu WM-Gold

os. Buchholz. Toller Triumph für Radrennfahrer Nikias Arndt (29): Bei der Straßen-WM in Belgien holte der gebürtige Buchholzer Gold mit der Mixed-Staffel. Das deutsche Sextett, dem neben dem Profi des Teams DSM der vierfache Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (36) bei dessen letztem Profirennen, Max Walscheid (28), Lisa Brennauer (33), Lisa Klein (25) und Mieke Kröger (28) angehörten, brauchte für die 44,5-Kilometer-Strecke von Knokke nach Heist 50:49 Minuten. Auf Rang zwei landete die...

Panorama
3 Bilder

Corona-Zahlen im Landkreis Harburg vom 24. September
Erneut ein Corona-Toter in Hanstedt

(os). Traurige Nachrichten aus dem Landkreis Harburg: Erneut ist ein Mann im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung verstorben. Nach WOCHENBLATT-Informationen stammte der Mitt-Achtziger aus Hanstedt. Damit stieg die Anzahl der Menschen, die im Landkreis Harburg an oder mit dem Coronavirus verstorben sind, auf 117.  Positiv entwickelte sich dagegen der Inzidenzwert: Dieser lag am heutigen Freitag, 24. September, mit 47,26 das erste Mal seit mehr als einem Monat wieder unter der 50er-Marke. Es...

Sport
Die 1. Voltigiermannschaft des RV Fredenbeck wird 2018 Deutscher Meister
3 Bilder

Fredenbecker Reiter, Fahrer und Voltigierer sind im Spitzensport vertreten
Erfolg für Zwei- und Vierbeiner

sc. Fredenbeck. "2021 war unser erfolgreichstes Jahr", sagt der Vorsitzende des Reitvereins Fredenbeck Klaus Hauschild. Neben den großen Errungenschaften der Voltigiermannschaft um Gesa Bührig konnten auch die Reiter und Kutschfahrer des Vereins auf Turnieren viele Erfolge einheimsen. Eine beispiellose Karriere legte das Voltigieren in Fredenbeck hin: Seid 2009 führte Gesa Bührig die Erste Mannschaft des Vereins bis hin zur schwersten Klasse und von Erfolg zu Erfolg. Mittlerweile kann das...

Blaulicht

Durchsuchungen im Kreis Stade
Drogen im Wert von 120.000 Euro beschlagnahmt

tk Stade. Erneut ist der Polizei ein Schlag gegen den Drogenhandel im Landkreis Stade gelungen: Vier Wohnungen im Kreis Stade wurden durchsucht. Dabei fanden die Ermittler mehrere Kilogramm Betäubungsmittel sowie eine Indoorplantage. Den Verkaufswert der Drogen schätzt die Polizei auf rund 120.000 Euro. Die drei mutmaßlichen Dealer waren nach Angaben der Polizei bislang nicht in Erscheinung getreten. Sie sind aber dem Zoll Hamburg bei einer Kontrolle aufgefallen, der sich daraufhin mit einem...

Wirtschaft
Der Glasfaserausbau von "Glasfaser Nordwest" schreitet gut voran

Vodafone verklagt das Bundeskartellamt
"Glasfaser Nordwest" soll ausgebremst werden

(bim). Das Bundeskartellamt hatte Anfang 2020 grünes Licht gegeben für das Jointventure "Glasfaser Nordwest", mit dem die Deutsche Telekom und der Regionalanbieter EWE den gemeinsamen Glasfaserausbau in 13 Pilotregionen beschleunigen wollen, u.a. in Stade und Tostedt. Diese Freigabe zur Firmengründung hat das Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf nun aufgehoben und damit einer Beschwerde des Wettbewerbers Vodafone stattgegeben. Vodafone hatte offiziell geklagt aus Sorge, dass die Glasfaser...

Wirtschaft
Gastronom Frank Wiechern (re.) und Veranstaltungsmanager Matthias Graf vor dem Eingang des Restaurants "Leuchtturm"
3 Bilder

Management des Veranstaltungszentrums in der Kritik
Burg Seevetal: Top-Caterer hört auf

ts. Hittfeld. Die ursprüngliche Ambition der Gemeinde Seevetal, das für 6,9 Millionen Euro sanierte Veranstaltungszentrum Burg Seevetal zu einer kulinarischen Premium-Adresse im Landkreis Harburg zu entwickeln, hat einen schweren Dämpfer erlitten. Caterer Frank Wiechern wird seinen Vertrag mit der Gemeinde Seevetal, der am 31. Oktober endet, nicht verlängern. Sein Restaurant "Leuchtturm" gilt als eine der besten Gastro-Adressen im Hamburger Süden. Davon sollte die Burg Seevetal profitieren -...

Blaulicht
Die beiden Insassen des Peugeot wurden bei dem Unfall schwer verletzt
2 Bilder

Schwerer Unfall auf der L124 bei Stade
Zwei Schwerverletzte: Transporter kracht in den Gegenverkehr

nw/tk. Stade. Zwei Menschen wurden am Donnertagnachmittag bei einem Verkehrsunfall schwer und einer leicht verletzt. Gegen 16:13 Uhr kam es auf der Landesstraße 124 zwischen Riensförde und Hagen-Steinbeck zu dem Unglück. Ein 18-jähriger Ahlerstedter befuhr mit einem Mercedes Transporter die L124 in Richtung Hagen-Steinbeck, verlor auf regennasser Fahrbahn aus bisher ungeklärter Ursache die Kontrolle über sein Fahrzeug und geriet in den Gegenverkehr. Dabei  kam es zu einem Frontalzusammenstoß...

Blaulicht

Warnung vor Gewinnspiel-Inkasso

(bim). Der Trick ist nicht neu, aber Betrüger versuchen es immer wieder: Aktuell sind vermeintliche Mahnungen eines Inkassounternehmens in Umlauf, in denen Rechtsanwalt Dr. Mathias Müller eine hohe Geldsumme für eine telefonische Anmeldung zum Dienstleistungsvertrag "Deutsche Gewinner Zentrale Lotto 6-49" einfordert und mit Konto-Sperrung droht. Als Absender wird die "Inkasso Hauptzentrale Köln" angegeben. Die Forderung von 546,44 Euro soll an "PANNON SL" überwiesen werden. Ein Dr. Mathias...

AfD fordert, "Isegrim" zu vergrämen und abzuschießen / "Bestand ist nicht bedroht"

mi. Landkreis. Folgt man der AfD-Kreistagsfraktion, dann hat der Wolf im Landkreis Harburg keinen Platz und keine Lebensberechtigung. Das geht aus einem Antrag hervor, den AfD-Kreistagsmitglied Jens Krause jetzt in der nächsten Kreistagssitzung (22. Oktober) behandelt wissen will.
"Der Landkreis Harburg fordert die Landesregierung auf, sein Gebiet im Wolfsmanagementplan als nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone auszuweisen", so sieht es der AfD-Antrag vor. Einer Besiedlung, so heißt es weiter, stünden überwiegend öffentliche Interessen entgegen. Krause nennt hier insbesondere den Schutz der Bevölkerung und die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Tourismus, Naherholung und die Weidetierhaltung. Um das Ziel eines wolfsfreien Landkreises zu erreichen, solle sich der Landkreis auch beim Bund dafür einsetzten, dass einschlägige EU-Vorschriften gelockert werden und eine Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht inklusive Abschussquoten und Jagdzeiten erfolge. Außerdem soll sich der Kreis beim Land dafür einsetzen, dass schon heute alle zulässigen Mittel für eine Reduzierung des Wolfbestands eingesetzt werden.
Die AfD begründet diese radikale Forderung mit einer Studie, die belegen soll, dass es sich bei den in Deutschland lebenden Tieren nicht, wie von vielen Experten angenommen, um eine eigenständige Population handelt, sondern die hier heimisch gewordenen Wölfe viel mehr der westliche Ausläufer des in Ostpolen, Weißrussland und Russland beheimateten eurasischen Wolfes seien. Die AfD argumentiert: Da die eurasische Wolf-Population aus mehreren 100.000 Tieren bestehe, werde sie auch nicht durch die Tötung einiger Tiere bei uns gefährdet. Die AfD geht sogar soweit zu behaupten, dass der Wolf derzeit in Deutschland überrepräsentiert sei. Laut Antragsbegründung wäre der eurasische Wolf nur bei weniger als 250 Tieren gefährdet. Läge die Population bei 250 Tieren, dürften davon - berücksichtige man die anderen Vorkommensgebiete der Art in anderen Staaten - nur 22 Wölfe, also ca. elf Rudel in Deutschland leben. Derzeit beheimate allerdings Niedersachsen allein über 22 Rudel.
Die AfD macht in ihrem Antrag deutlich, dass sie es als Verfassungsverstoß ansieht, wenn das Raubtier Wolf, obwohl es nicht gefährdet ist, wohl aber dem Menschen gefährlich werden kann, nicht bejagt oder zum Selbstschutz getötet bzw. ohne Genehmigung auch nicht verbrämt werden darf. Der Schutz des Wolfes schränke demnach den Bürger in seinem verfassungsmäßigen Recht auf allgemeine Handlungsfreiheit und körperliche Unversehrtheit ein. Es verstoße sogar gegen die "Menschenwürde" wenn es verboten sei, sich auf dem eigenen Grundstück gegen Wölfe zu wehren. Die AfD beruft sich dabei auch das Berner Artenschutzabkommen, das, wenn eine Tierart nicht akut bedroht ist - wie laut AfD der Wolf -, Ausnahmen vom Tötungsverbot zulässt.

Auf ein Wort

Osteuropäische Wölfe unerwünscht
Da macht die AfD ihrem Ruf wieder alle Ehre: Auch bei zuwandernden Wölfen kommt es schließlich auf die Herkunft an. Doch es stellt sich die Frage: Wer war zuerst da - Homo sapiens oder Canis lupus (lupus)? Evolutionär gesehen in jedem Fall der Wolf! Aber in einer vermeintlich zivilisierten Welt darf nicht sein, was Mensch und allem, was ihm lieb ist, gefährlich werden kann. Das gehört getötet. So wie einst der Bär "Bruno", der von den Bayern zum Problembären erklärt wurde, weil er seinen Instinkten folgte, als er es wagte, nach Deutschland einzuwandern und hier jagte.
In anderen Ländern, etwa den USA oder Kanada, gelingt bis heute, was noch bis vor rund 100 Jahren auch in Deutschland üblich war: Menschen haben gelernt, neben Wölfen, Luchsen, Bären zu leben und das natürliche Gleichgewicht aus Jagd- und deren Beutetieren zuzulassen. Natürlich müssen Nutz- und Haustierhalter sowie Kinder geschützt und Wölfe, die nicht nur ihre Futter-Beute, sondern wahllos andere Tiere reißen, abgeschossen werden. Daraus aber eine Pauschalforderung auf Ausrottung der neuen Wolfspopulation im Landkreis Harburg zu machen, ist purer Populismus.
Bianca Marquardt 

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Service

Wichtige Mail-Adressen des WOCHENBLATT

Hier finden Sie die wichtigen Email-Adressen und Web-Adressen unseres Verlages. Wichtig: Wenn Sie an die Redaktion schreiben oder Hinweise zur Zustellung haben, benötigen wir unbedingt Ihre Adresse / Anschrift! Bei Hinweisen oder Beschwerden zur Zustellung unserer Ausgaben klicken Sie bitte https://services.kreiszeitung-wochenblatt.de/zustellung.htmlFür Hinweise oder Leserbriefe an unsere Redaktion finden Sie den direkten Zugang unter...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen