Bürgerinitiative Lärmschutz A1 Hollenstedt
Petition war erfolgreich: Jetzt wird gemessen, nicht gerechnet!

Viele Anwohner in Hollenstedt fordern einen besseren Lärmschutz an der A1 - hier zu sehen: 
die dünnen Lärmschutzwände in Höhe der Raststätte
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  • Viele Anwohner in Hollenstedt fordern einen besseren Lärmschutz an der A1 - hier zu sehen:
    die dünnen Lärmschutzwände in Höhe der Raststätte
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bim. Hollenstedt. Sie haben einen langen Atem bewiesen, jetzt zahlt sich ihr Engagement aus: Die Bürgerinitiative (BI) "Lärmschutz A1 Hollenstedt" hat erreicht, dass ihre Petition im Landtag Gehör fand und nun eine echte Lärmmessung stattfinden soll.
Seit sieben Jahren - seit Abschluss des sechsspurigen Ausbaus der A1 - leiden Hunderte von A1-Anwohnern in Hollenstedt, Appel und Wenzendorf wegen des mangelhaften Lärmschutzes unter dem Autobahnlärm. Seit dem Jahr 2013 kämpft die BI um eine Überprüfung und Verbesserung der Lärmschutzmaßnahmen. Eine entsprechende Unterschriftenaktion wurde von rund 1.700 Bürgern unterstützt. Doch bisher fanden sie weder bei den zuständigen Planern und Verkehrsbehörden, die sich gebetsmühlenartig auf die eingehaltenen Gesetze beriefen, noch bei Landes- und Bundespolitik Gehör.
Seit Mai 2017 schließlich hatten rund 90 Bürger Petitionen an den niedersächsischen Landtag gerichtet und darin u.a. mehr Lärmschutz und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A1 gefordert."Der Petitionsausschuss hat beschlossen, dass in Hollenstedt nicht nur eine neue Lärmberechnung zu machen sei, sondern dort eine Lärmmessung gemacht werden soll." Diese frohe Neuigkeit aus Hannover überbrachte der CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke jetzt der Bürgerinitiative (BI) "Lärmschutz A1 Hollenstedt" während ihrer jüngsten Zusammenkunft. Ein Hoffnungsschimmer für die lärmgeplagten A1-Anwohner.
„Ich freue mich sehr über die Mitteilung des Verkehrsministeriums, dass für die eingeforderte Lärmmessung ein entsprechendes Verfahren eingeleitet wurde. Die Bürger haben bereits ein Schreiben der Behörde zum weiteren Vorgehen erhalten“, so Schönecke.
Wie mehrfach berichtet, waren bisher nur Lärmberechnungen durchgeführt worden, die noch dazu von falschen Bedingungen ausgingen. So hatten die Autobahnanlieger die Behörden immer wieder darauf hingewiesen, dass bei den Lärmberechnungen 80 km/h für Lkw und 120 km/h für Pkw zugrunde gelegt worden waren, obwohl die Geschwindigkeitsbegrenzung seit dem Ausbau der A1 aufgehoben ist. Bis zum Ausbau galten auf der A1 bei Hollenstedt im Bereich der Raststätte 100 km/h und ansonsten 120 km/h. Weiteres Problem: Die Bäume und Büsche, die zuvor auf den Wällen den Lärm minderten, wurden für den Ausbau entfernt. Für zusätzlichen Lärm sorgen seit dem Ausbau auch die sogenannten Agglomeratstreifen, riffelige Markierungen, die beim Überfahren Krach machen. Diese werden sonst nur zum Standstreifen hin aufgebracht, dieser Krach floss ebenfalls nicht in die Berechnungen ein.
Weitere Kritikpunkte: Im Bereich der Raststätte gebe es Lücken im Schallschutz. Von der Ausfahrt Hollenstedt in Richtung Bremen fehle der sogar völlig.
Die BI kämpft seit ihrer Gründung im April 2013 um eine Überprüfung und Verbesserung der Lärmschutzmaßnahmen. Die Anwohner setzen ihre Hoffnung auf eine Geschwindigkeitsreduzierung, eine Verbesserung des Lärmschutzes und das Entfernen der Agglomeratstreifen. 
Über die jetzt angekündigte Lärmmessung freut sich auch Hollenstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers: "Das ist ein toller Erfolg für die Bürgerinitiative und ein großer Schritt gegen Politikverdrossenheit. Die Bürger sehen, dass ihr Engagement und ihre Eingaben etwas bringen", sagt er und bedankt sich für den Einsatz bei Heiner Schönecke.
Er war es auch, der den damaligen Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) bereits im Frühjahr 2017 zur "Hörprobe" nach Hollenstedt eingeladen hatte, damit dieser sich vor Ort von dem Lärm überzeugen kann. Auch das WOCHENBLATT hakte regelmäßig bei Heiner Schönecke nach. Doch Lies ist inzwischen Umweltminister. Sein Nachfolger Dr. Bernd Althusmann (CDU) hatte - zur großen Enttäuschung der BI - zwei Ortstermine abgesagt. Umso größer ist dort nun die Freunde über die Lärmmessung.
"Die Lärmmessung ist ein erster Schritt für weitere Maßnahmen", so Schönecke, der sich beim Petitionsausschuss bedankt. Der muss sich immerhin jährlich mit bis zu 2.000 Petitionen beschäftigen, darunter natürlich auch manch kuriose Eingabe. Nicht einmal fünf Prozent dieser Petitionen, schätzt Heiner Schönecke, würden - wie jetzt in Hollenstedt - im Sinne der Bürger entschieden.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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