Estetalschule Hollenstedt
Praxistag als Pilotprojekt

Lucas ist einer von 37 Estetalschülern, die einmal pro Woche im Betrieb sind. Er lernt die Arbeit im Team Matthies kennen. Geselle Uwe Gansloweit (Mi.) und Firmenchef Torben Matthies sind begeistert von dem Projekt
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bim. Hollenstedt/Tostedt. Neue Wege bei der Berufsorientierung geht jetzt die Estetalschule, die Oberschule in Hollenstedt: Seit den Sommerferien und bis zum Schuljahresende im Januar absolvieren 35 der rund 70 Hauptschul-Neuntklässler jede Woche einen Praxistag in einem Betrieb - ein wohl landkreisweit einmaliges Projekt, das bei Schülern und potentiellen künftigen Arbeitgebern gleichermaßen gut ankommt.
"Wir haben festgestellt, dass bei vielen Jugendlichen nach den jeweils zweiwöchigen Praktika in Klasse acht und neun noch die berufliche Orientierung fehlt", sagt Schulsozialpädagogin Ina Sommer. Um den Schülern eine zusätzliche Möglichkeit zu geben, den Berufsalltag über einen längeren Zeitraum kennenzulernen, hatte Brigitte Bretschneider, die frühere didaktische Leiterin der Estetalschule, vor eineinhalb Jahren die Idee zu dem Praxistag. Sie erstellte das Konzept und nahm Kontakte zu interessierten Betrieben auf. Brigitte Bretschneider ist seit Juli im Ruhestand. Das Projekt wird nun von ihrer Nachfolgerin Daniela Schindler, von Hanne Podlucky, Beauftragte für Berufsorientierung, und Ina Sommer weitergeführt.
An der Estetalschule werden alle Schüler bis zur achten Klasse gemeinsam unterrichtet, nach der neunten Klasse in die Schulzweige nach Haupt- und Realschülern aufgeteilt. Die Neunklässler im Hautschulzweig können entweder ein Jahr "dranhängen" mit dem Ziel, den Realschulabschluss zu erlangen, oder nach der neunten Klasse eine Lehre aufnehmen.
"Wir sehen viele Schüler, die schulmüde sind und etwas tun wollen, aber noch nicht sicher sind, welche Ausbildung sie ergreifen wollen. Dank der Praxistage wissen die Schüler und die Betriebe, worauf sie sich einlassen", sagt Ina Sommer. "Es ist unser Anliegen, den Schülern nach der neunten Klasse eine Ausbildung zu ermöglichen, und dass die Jugendlichen sich diesen Schritt auch zutrauen."
Die Betriebe für ihre Praxistage suchten sich die Jugendlichen weitgehend selbst, darunter sind viele Handwerksbetriebe, aber auch Arztpraxen, Kindergärten oder der kommunale Bauhof.
Das Konzept der Praxistage geht offenbar auf. "Wir wollen jungen Leuten den Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär, Heizung und Klimatechnik näherbringen und versprechen uns davon, Auszubildende für die kommenden Jahre zu gewinnen. Was die Hollenstedter Estetalschule da auf die Beine gestellt hat, finde ich bemerkenswert", sagt Torben Matthies, Geschäftsführer des in Tostedt ansässigen Team Matthies, der zwei Oberschülern das Hineinschnuppern in seinen Betrieb ermöglicht. "Wie die Schule das handhabt und wie viel Spaß die Schüler haben, wenn sie herkommen: Erst sind sie schüchtern, dann tauen sie auf und helfen richtig mit", berichtet der Installateur- und Heizungsbaumeister begeistert. Team Matthies nehme pro Jahr durchschnittlich zehn Praktikanten, von denen letztlich zwei eine Ausbildung im Unternehmen beginnen. "Man muss etwas für die Nachwuchsgewinnung tun. Wir engagieren uns seit Jahren und haben in jedem Jahr ausreichend Lehrlinge. Wer nichts tut, darf sich nicht beschweren", weiß Torben Matthies. Neben den beiden Hollenstedter Oberschülern erhalten derzeit zwei Tostedter Realschüler im Rahmen ihres Praktikums Einblicke in den Berufsalltag beim Team Matthies. "Die stellen sich alle vier sehr gut an und haben auch schon nach einer Lehrstelle gefragt. Das freut uns extrem. Und ich würde sie auch alle vier einstellen", sagt Torben Matthies.
Auch Oberschüler Lucas ist begeistert von den Praxistagen, greift auf der Baustelle selbstverständlich zu Bohrhammer oder Säge: "Das macht Spaß", sagt der 15-Jährige und findet die Praxis besser als Unterricht.

Lucas ist einer von 37 Estetalschülern, die einmal pro Woche im Betrieb sind. Er lernt die Arbeit im Team Matthies kennen. Geselle Uwe Gansloweit (Mi.) und Firmenchef Torben Matthies sind begeistert von dem Projekt
Schulsozialpädagogin Ina Sommer leistet mit zwei Kolleginnen die Arbeit im Hintergrund
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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