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Wird die Bücherei in Moisburg geschlossen?

Büchereileiterin Wiebke Diercks am Standort in Moisburg Fotos: bim / Steffens
Der Standort im Amtshaus hat nur noch 18 Leser / Konzentration auf Hollenstedt

mi. Moisburg. Es ist zwar noch nicht offiziell durch den Samtgemeinderat bestätigt, aber vieles spricht dafür, dass die Zweigstelle der Gemeindebücherei im Amtshaus in Moisburg schließen muss. Der Standort im Amtshaus verlor trotz verschiedener Werbeaktionen und Zielgruppenanpassungen immer mehr Leser. Noch vergangenes Jahr versuchte die Bücherei zum Beispiel, durch einen Schwerpunkt auf E-Books und Hörbücher neue Leser zu gewinnen. Jetzt zog Leiterin Wiebke Diercks die Reißleine und beantragte die Schließung des Moisburger Standorts.
Nach Angaben der Bibliotheksleiterin hat der Standort in Moisburg derzeit noch 18 erwachsene Leser. Wiebke Diercks macht eine einfache Rechnung auf: Demnach erhält die Bücherei von diesen Lesern pro Jahr ca. 240 Euro Nutzungsgebühr. Die Kosten für den Standort belaufen sich allerdings auf jährlich rund 2.500 Euro. Wiebke Diercks: "Das geht so nicht, diese Differenz ist einfach zu groß, das ist ein Kostendeckungsgrad von unter zehn Prozent. So bitter es ist, man muss auch wissen, wann Schluss ist."
Was passiert jetzt mit dem Bestand? Wiebke Diercks: "Vorausgesetzt der Samtgemeinderat stimmt der Schließung zu, gehen die Kinderbücher und die kindgerechten Medien an die Bücherei der Grundschule in Moisburg." Der Restbestand wandere in den Hauptstandort der Gemeindebücherei im Küsterhaus in Hollenstedt. Was übrig bleibt, käme dann unter den Hammer oder auf den Flohmarkt.
Wichtig ist Wiebke Diercks, zu betonen, dass niemand durch die Schließung auf ein Buch verzichten muss. "Unsere Medienboten liefern auf Wunsch Bücher, Zeitschriften und Hörbücher direkt an die Haustür", erklärt die Bibliotheksleiterin.
Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers betont, die Bücherei zu schließen, sei ein Antrag aus der Verwaltung, über den die Politik jetzt entscheiden müsse. Auch wie mit dem eingesparten Geld umgegangen werden soll, sei Sache der Politik. Albers: "Ich persönlich bedauere diese Entwicklung. Es ist immer schlecht, wenn in den Orten Infrastruktur verschwindet, aber die Zahlen zeigen deutlich, dass sich der Standort dort nicht lohnt."
Moisburgs Bürgermeister Hans-Jürgen Steffens (VWGM/CDU) sagt dazu: "Ich werde keiner Ratsentscheidung vorgreifen: Bisher hat die Samtgemeinde noch gar nicht offiziell mit mir gesprochen. Eines steht jedoch fest: Schließen kann man nur einmal, was geschlossen wird, bleibt es meist für immer."