Krise beim VfL Jesteburg?

Da war die Welt noch in Ordnung. Im Juni 2015 drückte Helmut Meyer (li.) seinen Nachfolgern die Daumen: Konstantin Muffert (2. v. li.), sein Stellvertreter Mirco Steinberg und Maja Waburg
  • Da war die Welt noch in Ordnung. Im Juni 2015 drückte Helmut Meyer (li.) seinen Nachfolgern die Daumen: Konstantin Muffert (2. v. li.), sein Stellvertreter Mirco Steinberg und Maja Waburg
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Nach nicht einmal drei Jahren will das gesamte Vorstands-Team nicht wieder zur Wahl antreten.

mum. Jesteburg. Paukenschlag in Jesteburg! Via Facebook teilte Konstantin Muffert, der Vorsitzende des VfL Jesteburg (1.300 Mitglieder) jetzt mit, dass er sich im kommenden Jahr nicht wieder zur Wahl stellen wird. Mit Muffert, der erst 2015 das Amt übernommen hatte, geben auch sein Stellvertreter Mirco Steinberg und Kassenwartin Maja Waburg ihre Posten auf. „Seit der vergangenen Vorstandssitzung ist klar, dass wir uns im März nächsten Jahres nicht noch einmal zur Wahl stellen“, so Muffert. Das habe viele Gründe. „Der entscheidende ist: Uns ist es nicht mehr möglich, die Zeit aufzubringen, die notwendig ist, um die Vereinsarbeit zu bewältigen.“
Mit dem Rücktritt des Trios verliert der VfL Jesteburg innerhalb von nur zwei Jahren schon wieder seine gesamte Führungsmannschaft. Wie berichtet, hatte Mufferts Vorgänger Helmut Meyer (er war seit 1992 Vorsitzender) 2015 nicht wieder kandidiert. Mit ihm nahmen drei weitere Vorstandsmitglieder ihren Hut - darunter auch der damalige Vereins-Vize Dietmar Schmidt. „Es wird Zeit, dass sich im Verein etwas ändert“, betonte Meyer damals. „Die Arbeit ist ehrenamtlich nicht mehr zu leisten.“ Dazu komme noch die große finanzielle Verantwortung: Beim VfL werden jährlich bis zu 280.000 Euro bewegt. Meyer, der damals die Mitglieder zu Workshops eingeladen hatte, um an der Vereinsstruktur zu arbeiten, machte keinen Hehl daraus, dass er sich für die Zukunft einen hauptamtlichen Geschäftsführer gewünscht hätte. Doch daraus wurde nichts. Nun steht der VfL wieder vor einer großen Herausforderung.
Muffert hatte bei seinem Amtsantritt mitgeteilt, gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen ein neues Wir-Gefühl schaffen zu wollen. Dazu seien alle, denen der Verein am Herzen liegt, eingeladen. Offensichtlich ist ihm dies nicht gelungen. „Seit zweieinhalb Jahren suchen wir für unsere Schatzmeisterin Maja Waburg Verstärkung. Bis heute haben wir niemanden gefunden“, so Muffert in seiner Mitteilung.  Aus seiner Sicht benötige der VfL eine professionelle Struktur. „Allerdings könnte auch ein Geschäftsführer allein die Geschicke des Vereins nicht leiten.“ Alle Abteilungsleiter sowie Vorstandsmitglieder seien davon überzeugt, dass es möglich ist, Aufgabenbereiche in Zukunft so aufzuteilen, dass der Aufwand für den Einzelnen überschaubarer wird. „Daran wollen wir arbeiten, damit niemand von Anfang an aufgrund der Verantwortung abgeschreckt ist.“
Muffert bittet um Verständnis: „Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Die Arbeitsbelastung ist für viele von uns größer und vor allem unvorhersehbarer geworden. Dadurch ist ehrenamtliches Engagement für viele derzeit keine Option.“
Wie geht es nun weiter? Das Vorstands-Trio möchte am Samstag, 25. November, einen Workshop organisieren. Interessenten werden gebeten, sich bei der Geschäftsstelle anzumelden. Bereits am 28. November soll dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung folgen. „Es wird uns zusammen gelingen, den VfL breiter aufzustellen und zukunftsfähig zu machen. Aber nur, wenn wir enger zusammenrücken und wir Menschen finden, die mitmachen. Es muss sich etwas ändern. Helft uns dabei“, lautet Mufferts Appell.

Verein mit 1.300 Mitgliedern

Der VfL Jesteburg feierte 2012 sein 100-jähriges Bestehen. Dem Verein gehören derzeit etwa 1.300 Mitglieder an, darunter 591 Kinder und Jugendliche. Turnen ist mit 400 Sportlern die größte Abteilung. Auf Platz zwei folgt Fußball (380 Mitglieder).

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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