Förderverein Unser Freibad Jesteburg
Mit neuer Energie am Start
- Die neue erste Vorsitzende des Freibad-Fördervereins Maren Warnecke startete mit viel Energie in ihr Ehrenamt
- Foto: pöp
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Die Situation war zuletzt sehr verfahren: Zwischen Gemeindeverwaltung und Vorstand des Fördervereins "Unser Freibad Jesteburg" hatte es seit Jahren Konflikte über den Betrieb des defizitären und sanierungsbedürftigen Bades gegeben, die schließlich 2025 in einem Streit über die Schlüsselgewalt gipfelten. Dafür, dass das jetzt anders wird, ist ein komplett neuer Vorstand aus Maren Warnecke (Vorsitzende), Armin Michehl, Gerti Lindow-Vogler, und Elisabeth Schoppmann angetreten. Die vier Beisitzer werden demnächst benannt.
Wie kam Maren Warnecke zu dem Ehrenamt? "Ich wollte einfach, dass dieser Verein weiter besteht", sagt Warnecke. Die Fachfrau in Sachen Öffentlichkeitsarbeit war gerade auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, als im Herbst des vergangenen Jahres 2025 ein neuer Vorstand gesucht wurde. Schon ein Jahr zuvor hatte der vorige Vorstand um Carola Boos bekannt gegeben: "Wir machen nicht weiter." Maren Warnecke fühlte sich als Vielschwimmerin und langjähriges Mitglied angesprochen. Nach kurzer Bedenkzeit und dem Zusammenfinden eines neuen Leitungsteams im Herbst wurden im November Nägel mit Köpfen gemacht: Der neue Vorstand stand.
"Der Dreh- und Angelpunkt des Freibadbetriebes ist die Stelle der Bäderfachkraft", hat Jesteburgerin Warnecke, langjährige Vielschwimmerin, Gründungsmitglied des Fördervereins und gut in Jesteburg vernetzt, bereits ermittelt. "Da muss es unbedingt Entlastung geben, das kann nicht einer alleine machen", ergab ihre Analyse. Denn es müsse an Krankheiten und Urlaube gedacht werden.
Das Problem: Bäderfachkräfte, die auch mit den technischen Anlagen umgehen können, sind bundesweit schon seit Jahren dünn gesät – auch im Landkreis Harburg (das WOCHENBLATT berichtete). Ehrenamtliche Schwimmaufsichten reichen da nicht. Denn es muss zum Beispiel auch mit Chlor hantiert werden, und das darf aus Sicherheitsgründen nur eine Fachkraft.
Tatsächlich ist der Job auch für viele nicht sehr attraktiv: Die Beschäftigung ist nur in den sieben Monaten der Sommersaison gefragt, im Winter muss der Badleiter in Jesteburg beim Bauhof mitarbeiten – für viele unattraktiv. Denn es gebe noch ein weiteres Problem: In Jesteburg steht meist bis ins Frühjahr hinein nicht fest, ob das Bad aus Kosten- und Krankheitsgründen überhaupt öffnen kann. "So holt man keine Leute 'ran", sagt Warncke. Sie und ihre Mitstreiter wollen deshalb bei der Personalbeschaffung helfen und auch die Arbeitsstelle attraktiver machen.
Wie kann das gehen? "Wir können leider auch nicht mehr zahlen als andere, aber wir könnten vielleicht andere zusätzliche Benefits wie die Vermittlung eines Kindergartenplatzes oder einer Wohnung anbieten." Derzeit liefen Gespräche mit der Verwaltung, was da machbar wäre. Und: "Vielleicht können wir ja neue Kooperationen finden."
Was allerdings klar sei: Das Freibad werde ein Verlustgeschäft bleiben. "Das sind alle Schwimmbäder", sagt Maren Warnecke. Problem in Jesteburg: Die laufenden Kosten sind über die Gemeinde als Träger gesichert, nicht aber Reparaturen: Es steht dringend eine Grundsanierung an. Vor allem die Elektrik sei marode, weiß Warncke. "Wenn da etwas kaputtgeht, können wir nicht mehr öffnen."
Die Frage sei nun, woher die finanziell klamme Gemeinde das Geld für eine Sanierung nehmen soll. Ein weiterer Kredit? Das ist unter dem aktuellen Haushaltssicherungskonzept, das vom Landkreis überwacht wird, nicht so leicht: Zentrale Frage: Darf die Gemeinde Kredite aufnehmen, um eine freiwillige Leistung wie das Freibad zu finanzieren? Das hatte Kämmerin Sandra Ostermann im vergangenen Jahr bejaht, nachdem die CDU den ähnlich gelagerten Fall der Gemeinde Faßberg gefunden hatte.
"Das Schöne ist: Alle wollen ja im Grunde das Bad behalten, auch die Gemeindeverwaltung und alle politischen Fraktionen", hat Maren Warnecke erfahren. "Denn es sei ein Beitrag zum Gemeinwohl, auch wenn es eine freiwillige Leistung ist." Das bedeute dann vielleicht auch mehr freiwillige Arbeitseinsätze und höhere Eintrittspreise. Man habe schon viele Ideen entwickelt: mehr Schwimmkurse für Kinder, Erwachsene, Migranten, Senioren, ein verlässlicher Wochenplan, Aquagymnastik, Fortbildungen für die ehrenamtlichen Badaufsichten, ...
Und die ersten Aktionen wurden schon umgesetzt: Beim Weihnachtsmarkt an der Waldklinik machte der 770 Mitglieder starke Verein Werbung für seine Arbeit - und gewann gleich 30 neue dazu. Die übliche große Eröffnungsfeier wird es aber in diesem Jahr nicht geben, kündigte Warnecke an. "Das baut sehr viel Druck auf." Aber den 50. Geburtstag des Bades im Sommer 2026 werde man natürlich feiern, vielleicht mit einem sportlichen Fest.
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