Itzenbütteler Kirchfeld: B-Plan durch die Hintertür?

Um diese Fläche geht es: 10,56 Hektar sollen als neues Bebauungsgebiet mitten in Jesteburg ausgewiesen werden
2Bilder
  • Um diese Fläche geht es: 10,56 Hektar sollen als neues Bebauungsgebiet mitten in Jesteburg ausgewiesen werden
  • Foto: Google Maps
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Das Polit-Theater um das Itzenbütteler Kirchfeld in Jesteburg geht in die nächste Runde. Obwohl es seit Jahren Pläne gibt, das etwa zehn Hektar große Wochenendquartier zu Bauland zu machen, scheiterten diese stets - zum Glück, sagen Anwohner und Naturschützer. Jetzt steht das idyllisch gelegene Areal wieder auf der Agenda des nicht-öffentlichen Verwaltungsausschusses. Laut WOCHENBLATT-Informationen soll die Erschließung fast eine Million Euro kosten. Die etwa 30 Eigentümer müssten davon 90 Prozent selbst aufbringen. Dabei wünschen sich viele Betroffene, dass das Areal gar nicht überplant wird.

mum. Jesteburg. Über das Itzenbütteler Kirchfeld wird seit Langem kontrovers diskutiert. Im Oktober vorigen Jahres hatten SPD und Grüne die CDU-Pläne, das grüne Wochenend-Wohnquartier zu einem großen Baugebiet zu entwickeln, im Bau-Ausschuss gestoppt (das WOCHENBLATT berichtete). Im Gespräch war die Zerstückelung des 10,56 Hektar großen Areals. Doch von der Agenda ist das Thema nicht genommen worden. Der nicht-öffentliche Verwaltungsausschuss wird sich mit dem Thema „Kirchfeld“ am heutigen Mittwoch, 25. Februar, erneut beschäftigen. Dem WOCHENBLATT liegt die Ratsunterlage „Neuaufstellung eines Bebauungsplans“ vor. Demnach soll das Areal erschlossen werden. Gesamtkosten: 975.000 Euro! 90 Prozent müssen die Anwohner tragen.
Vor allem CDU-Fraktionschefin Britta Witte (zugleich auch Vorsitzende des Bauausschusses) scheint großes Interesse am Kirchfeld zu haben. Bereits Ende des vorigen Jahres gelang es ihr, das Thema wieder auf die Agenda zu bringen - dank der Stimmen von Bürgermeister Udo Heitmann und Hans-Jürgen Börner (beide SPD). Der VA beschloss damals, ein Büro mit der Erstellung der planungsrechtlichen Grundlagen für die Aufstellung des Bebauungsplanes zu beauftragen. Über einen zusätzlichen Planungsauftrag sollte auf Antrag von CDU-Frau Witte der Bau-Ausschuss beraten. Das scheiterte, denn Steffen Burmeister und Cornelia Ziegert (beide SPD) sowie Karl-Heinz Glaeser (Grüne) kippten die Pläne. Witte wollte das nicht hinnehmen: „Wir werden sehen, ob die VA-Vertreter der SPD diese Ansicht bestätigen oder erneut ändern“, sagte sie damals.
Und tatsächlich: Am Mittwoch wird erneut hinter verschlossener Tür über das Kirchfeld diskutiert. Das beauftragte Planungsbüro will das Areal mit Einbahnstraßen und Querverbindungen erschließen. Im nördlichen Bereich des Gebietes sei die Herstellung einer Wendeanlage (für Müllfahrzeuge) vorgesehen.
Die Verwaltung schlägt vor, zu einer Anliegerversammlung einzuladen, um dort „den Grundeigentümern und Erbbauberechtigten die planungsrechtlichen Grundlagen und die notwendige Erschließung zu erläuern“. Zu diesem Treffen sollte auch ein Vertreter der Bauaufsicht (Landkreis) geladen werden.
Zahlen und Fakten zum Itzenbütteler Kirchfeld:
• In den 1960er Jahren zog es zahlreiche Hamburger in die Nordheide, um in den so genannten Wochenend-Siedlungen Ruhe und Entspannung zu finden. So entstand auch das Areal rund um das Itzenbütteler Kirchfeld. Es geht im Nordwesten bis an die „Hof + Gut“-Weiden heran, im Südwesten bis an den Wald, im Südosten endet das Areal gegenüber der Einmündung zur Heidhöhe in die Itzenbütteler Straße.
• Bereits seit 2009 schlummert in den Schubladen des Bauamts der Plan, aus der einstigen Wochenendhaus-Siedlung ein Neubaugebiet zu machen, und das Areal mit mehreren gepflasterten Straßen zu erschließen.
• Das beauftragte Planungsbüro zählt 35 Grundstücke (etwa 1.000 bis 5.500 Quadratmeter). Davon sind 17 Grundstücke dauerhaft bewohnt, sieben werden als Wochenendwohnung genutzt und elf Flächen sind ungenutzt.
• Nach dem gültigen Bebauungsplan besteht das Kirchfeld zu 80 Prozent aus Wald. Die Ausgleichszahlungen für die Umwandlung von Wald in Bauland dürften nach den bisherigen Erfahrungswerten mit anderen Gebieten mehrere Hunderttausend Euro betragen. Das Planungsbüro geht jedoch von Kosten in Höhe von 38.000 bis 102.600 Euro (inklusive Pacht) aus, die nicht auf die Anwohner umgelegt werden können.

Um diese Fläche geht es: 10,56 Hektar sollen als neues Bebauungsgebiet mitten in Jesteburg ausgewiesen werden
Das Kirchfeld besteht zu 80 Prozent aus Wald. Wird daraus Bauland?
Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

Panorama
Fieberambulanzen könnte eine Anlaufstelle für Grippe- und Corona-Verdachtsfälle sein

Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn
Fieberambulanzen gegen Corona und Grippe

(tk). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlug angesichts der beginnenden Grippewelle und der weiter bestehenden Gefahr einer Ausbreitung von Corona vor, dass es Fieberambulanzen geben sollte. In diesen Praxen werden vor allem diejenigen behandelt, die mit klassischen Atemwegserkrankungen zum Arzt wollen und wo noch unklar ist, ob es eine Erkältung, ein fieberhafter Infekt oder doch das neuartige COVID-19-Virus ist. Fieberambulanzen sollen nach Spahns Meinung dabei helfen, dass...

Politik
Oliver Grundmann (2.v.re.) erhielt deutlich mehr Stimmen als Katharina Merklein (re.)

Stader setzt sich deutlich gegen Kontrahentin durch
Oliver Grundmann als CDU-Direktkandidat für die Bundestagswahl 2021 nominiert

jd. Stade. Oliver Grundmann wird im kommenden Jahr erneut Direktkandidat der CDU für die Bundestagswahl sein. Am Donnerstagabend wurde der Jurist aus Stade mit großer Mehrheit für die im Herbst stattfindende Wahl nominiert. Grundmann tritt damit nach 2013 und 2017 zum dritten Mal im Wahlkreis Stade I / Rotenburg II an. Auf der Nominierungsversammlung im Stadeum setzte sich Grundmann mit 174 zu 55 Stimmen gegen seine Gegenkandidatin Katharina Merklein aus Zeven durch. Auf Grundmann entfielen...

Panorama
Vorläufiges Konzept: Ähnlich wie in diesem Entwurf stellt sich die "Calluna-Bike"-Gemeinschaft der Zweirad-Freunde die Mountainbike-Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden rund um den Paaschberg vor
3 Bilder

Initiative hat spektakuläre Pläne
Mekka für Mountainbiker in Salzhausen?

ce. Salzhausen. Mit dem "Projekt Bergrettung" befassen sich derzeit die Kommunalpolitiker in Salzhausen. Was zunächst irreführend klingt wie eine Kooperation zwischen Salzhäusern und Schweizern bei einer Hilfsaktion in den Alpen, ist tatsächlich ein spektakuläres Vorhaben in hiesigen Gefilden: Mehrere Fahrradfreunde haben sich zusammengeschlossen, um den Salzhäuser Paaschberg als "Ort der Freizeitgestaltung und Lernort" zu einem Besuchermagneten zu machen. Auf dem von einem Wald dicht...

Panorama
"Hier sind alle sehr wachsam": (v. li.) Dr. Werner Raut (Chefarzt Medizinische Klinik), Astrid Schwemin (leitende Amtsärztin Landkreis Harburg) und Norbert Böttcher (Geschäftsführer Krankenhäuser Buchholz und Winsen)

Zwei Ärzte und zwei Pflegekräfte betroffen / Gesundheitsamt und Geschäftsführung beruhigen
Vier Corona-Fälle im Krankenhaus Buchholz

os. Buchholz. Im Buchholzer Krankenhaus sind vier Corona-Fälle aufgetreten. Betroffen seien zwei Ärzte und zwei Pflegepersonen, erklärten Astrid Schwemin, leitende Amtsärztin des Landkreises Harburg, und Dr. Werner Raut, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Krankenhaus Buchholz, im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Man habe die "klassischen Maßnahmen" ergriffen, erklärt Schwemin. Die Betroffenen wurden in Quarantäne geschickt, und zwar für zunächst zehn Tage, wie es bei unkomplizierten Verläufen...

Blaulicht
Die Zahl der Autodiebstähle steigt im Landkreis Harburg rasant an. Der Schaden liegt innerhalb weniger Wochen bei mehr als 750.000 Euro (Szene gestellt)   Foto: polizei-beratung.de
2 Bilder

750.000 Euro Schaden in drei Monaten
Landkreis Harburg: Eine Hochburg für Autodiebe

thl. Winsen. Die Zahl der Autodiebstähle im Landkreis Harburg nimmt immer weiter zu - und stellt die Ermittler der Polizei vor nahezu unlösbare Aufgaben. Denn die Täter hinterlassen so gut wie keine Spuren. "Im August wurden im Landkreis Harburg drei Komplettentwendungen von Pkw angezeigt, im September waren es bis heute vier", bestätigt Polizeisprecher Jan Krüger auf Nachfrage. "In insgesamt vier weiteren Fällen blieb es beim Versuch, entsprechende Spuren waren an betroffenen Fahrzeugen zu...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen