Mitten im Leben in Estebrügge
Meine Träume gebe ich nicht auf
- Das Logo auf Pullover und Mütze selbst entworfen: Marina Bregar (40) aus Estebrügge
- Foto: Marina Bregar
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Alleinerziehend mit vier Kindern, Vollzeit arbeitend und trotzdem die eigenen Träume im Blick. Für die 40 jährige Marina Bregar aus Estebrügge ist jeder Tag eine Herausforderung. Wie schafft sie es, ohne Unterstützung alles unter einen Hut zu bekommen? Welche Rolle spielen ihre Träume und ihre Leidenschaft fürs Künstlerische in ihrem Leben? Das WOCHENBLATT fragte im Rahmen seiner Serie "Mitten im Leben" nach.
WOCHENBLATT: Wie sieht für Sie ein typischer Tag aus?
Marina Bregar: Ich stehe jeden Tag um 5.30 Uhr auf, mache mich frisch, bereite das Frühstück für die Kinder vor und mache die Brotdosen fertig für die Schulen. Dann gehen die ersten drei um 7 Uhr zur Schule und ich wecke den Jüngstem, der acht Jahre alt ist, bereite für ihn das Frühstück vor. Um 7.45 Uhr fahre ich ihn in die Schule und gehe selbst zur Arbeit. Ich arbeite bis 16 Uhr in der Kita als Erzieherin. Wenn ich nach Haus komme, geht es weiter: Hausaufgaben betreuen, die Kinder zum Training fahren, Abendbrot vorbereiten, Haushalt und dann gehen die Kinder ins Bett.
WOCHENBLATT: Welche Routinen helfen Ihnen, den Alltag mit vier Kindern und Vollzeitjob zu organisieren?
Marina Bregar: Das frühe Aufstehen, alle Termine im Kalender festzuhalten. Die Kinder sind sehr selbstständig, daher kennt jeder seine Abläufe. Des Weiteren ist mir Zusammenhalt wichtig, dass sich die Kinder gegenseitig unterstützen und sich gegenseitig helfen. Natürlich gibt es auch Momente, die besonders herausfordernd sind, da der Zeitmangel und der Zeitdruck enorm stressig sind und vieles liegen bleibt. Da hilft nur: einfach weitermachen und nicht aufgeben. Ich versuche, Prioritäten zu setzen. Sicher würde es Möglichkeiten der Unterstützung geben, aber ich bin auch eher der Typ, der alles alleine schaffen möchte. Ich habe für mich meinen Weg gefunden, wie ich gut klar komme. Hier im Dorf bin ich von anderen eher abgeschottet und habe keine großen Kontakte. Ausnahme sind meine Kolleginnen und Kollegen: Da wirken alle sehr offen und hilfsbereit und kommen mir immer entgegen. Künstlerisch fühle ich mich in der Kita als Erzieherin unterfordert, da ich meine Leidenschaft nicht ausleben kann.
WOCHENBLATT: Was würden Sie denn gerne machen, wenn Sie mehr Zeit hätten?
Marina Bregar: Schon als Teenager, als ich an der Wasserskianlage Wakeboard gefahren bin, durfte ich Sticker entwerfen und Bretter bemalen. Das hat mir großen Spaß gemacht. Ich habe oft an Wettbewerben teilgenommen, in denen man Skateboards und Snowboards designen konnte und habe auch öfter gewonnen. Ich male gerne Karikatur, Comicstyle und Graffiti. Ich habe dann drei Semester Grafikdesign studiert und wollte gerne meine eigenen Marken entwerfen. Zum Beispiel eine Basketballmarke für Kinder oder meine Marke "Fashion4 Passion", Kleidung für Leute, die leidenschaftlich ihr Hobby ausüben. Ich war sportlich immer sehr aktiv, habe Basketball gespielt, bin BMX gefahren und die Grafiken auf die Klamotten des jeweiligen Lifestyles zu bringen - das wäre mein Traum. Ich fühle den Lifestyle, da ich selbst alles gelebt habe. Zudem könnte ich mir sehr gut vorstellen, Kinderbücher zu illustrieren, oder auch direkt mit Kindern an einem Projekt künstlerisch zu arbeiten.
Wochenblatt: Vielen Dank für das Gespräch!
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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