Hannover ist gegen neuen Verbrauchermarkt in Grünendeich

Auf diesem Grund soll der Verbrauchermarkt entstehen: Inge Massow-Oltermann und Timo Gerke halten an ihren Plänen fest
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Bürgermeister der Gemeinden Hollern-Twielenfleth und Grünendeich kämpfen weiter / "Wir brauchen einen weiteren Vollversorger"

ab. Hollern-Twielenfleth/Grünendeich. Eine große Enttäuschung - nicht nur für die Menschen in Hollern-Twielenfleth: Aufgrund des Landesraumordnungsprogramms (LROP) hat die Landesplanungsbehörde in Hannover dem Bau eines neuen Vollversorgers in der Samtgemeinde Lühe jetzt einen Riegel vorgeschoben. Gründe: Der geplante Edeka-Markt in Grünendeich-Sietwende/Sandhörn am Obstmarschenweg am Ortseingang von Grünendeich liege nicht im Ortskern und sei für zu wenige Anwohner fußläufig zu erreichen. Für die Bürgermeister Timo Gerke aus Hollern-Twielenfleth und Inge Massow-Oltermann aus Grünendeich ist der Negativ-Bescheid unverständlich. Sie ziehen einen Termin in Hannover in Erwägung.

"Die Bevölkerung will den Markt, die Politik will ihn, der Landkreis hat ebenfalls zugestimmt. Warum ausgerechnet aus Hannover jetzt ein Nein kommt, kann ich nur schwer nachvollziehen", meint Bürgermeister Timo Gerke. Vor allem für die Hollern-Twielenflether, denen in ihrer Gemeinde ein Vollversorger fehle, sei das eine große Enttäuschung. Den 10.000 Anwohnern der Samtgemeinde Lühe stünden nur ein Rewe-Markt und ein Discounter zur Verfügung. Viele Anwohner würden darum zum Einkaufen nach Stade fahren. "Dahin fließt 80 Prozent der Kaufkraft. Wir brauchen dringend noch einen weiteren Markt." Davon würde auch der Einzelhandel profitieren, "denn wer einmal nach Stade fährt, kauft dort alles ein", ist Gerke überzeugt.

Zu Edeka und einem Investor hatte der Rathauschef vor drei Jahren selbst Kontakt geknüpft. Da es in Hollern-Twielenfleth keine geeignete Fläche gab, hatte er gemeinsam mit Inge Massow-Oltermann in Grünendeich an der Grenze zu Hollern-Twielenfleth ein geeignetes Grundstück gefunden. Wie berichtet, wurde Ende 2017 ein Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Zwei öffentliche Auslegungen hatte es bereits gegeben. Auch hier war die Stimmung gegenüber dem Vorhaben positiv. Doch jetzt soll die Ansiedlung durch das LROP verhindert werden?

"Aufgrund der Landschaft und der Besiedlungsstruktur gibt es bei uns keinen Ortskern im üblichen Sinne. Wahrscheinlich wird das in Hannover nicht gesehen", vermutet Timo Gerke. Denn von dort hieß es: Der Vollversorger dürfe aus dem Ortskern nicht ausgegliedert werden. "Paradoxerweise dürften wir direkt neben dem Rewe-Markt in Steinkirchen einen Edeka-Markt bauen. Aber damit ist den Hollern-Twielenflethern nicht geholfen."

"Das Raumordnungsprogramm schreibt zwar vor, dass Verbrauchermärkte zentral liegen müssen. Es lässt aber Ausnahmen zu", sagt Inge Massow-Oltermann. Warum es diese Seitenhiebe aus Hannover gebe, könne sie nicht nachvollziehen. Auch Investor Jan Heimsoth aus Langwedel meint, das Verhalten in der Landeshauptstadt sei ungewöhnlich. "Dass der Landkreis überstimmt wird, habe ich so noch nicht erlebt." Warum dort so bewertet wurde, könne er nicht beurteilen, sagt aber: "Ich stehe, ebenso wie Edeka, weiter zu dem Standort." Ca. vier Millionen Euro hoch sei das vorgesehene Investitionsvolumen. "Ich hoffe, dass die Behörden ein Einsehen haben." 

Timo Gerke hat jetzt mit Inge Massow-Oltermann einen möglichen Termin in Hannover ins Auge gefasst, für den er auch Lühes Samtgemeindebürgermeister Michael Gosch und den Landtagsabgeordneten Helmut Dammann-Tamke gewinnen konnte.
Die Bauverwaltung der Gemeinde sehe inzwischen schwarz für das Vorhaben, aber Timo Gerke bleibt optimistisch. "Seit November 2015 setze ich mich dafür ein, dass der Edeka-Markt dort angesiedelt wird. Ich gebe nicht auf." 

Autor:

Alexandra Bisping

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