Apfelsaison hat begonnen: "Die Qualität ist ein Knaller"

Andrzej Krasnowski aus Polen hilft bei der Ernte auf dem Obsthof Matthies in Jork. So viele Äpfel wie in diesem Jahr mussten er und seine Kollegen noch nie pflücken
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  • Andrzej Krasnowski aus Polen hilft bei der Ernte auf dem Obsthof Matthies in Jork. So viele Äpfel wie in diesem Jahr mussten er und seine Kollegen noch nie pflücken
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bc. Altes Land. Jetzt rattern die kleinen Schlepper wieder über die Straßen des Alten Landes, in ihrem Schlepptau riesige Obstkisten randvoll gefüllt mit Altländer Äpfeln. Die Erntesaison an der Niederelbe hat offiziell begonnen und die Qualität der Früchte ist so gut wie lange nicht mehr. „Ein Knaller“, sagt Dr. Matthias Görgens, stellvertretender Leiter des Obstbauzentrums Esteburg in Jork-Moorende.

Sowohl die Größe (70 bis 75 Millimeter) als auch der süßliche Geschmack und die Farbe der Äpfel seien in diesem Jahr hervorragend, so Görgens. „Wir hatten einen Südtiroler Sommer mit viel Sonne im Juli“, erklärt der Obstbau-Experte.

Der Handel liebe regionale und frische Produkte. So wie den knallroten Elstar, dessen Ernte auf vielen Höfen in der vergangenen Woche begonnen hat. Der Elstar ist die am meisten angebaute Sorte im Alten Land.

Aufgrund des warmen Wetters rechnen die Obstbauern in diesem Herbst mit einer überdurchschnittlich guten Ernte (334.000 Tonnen) - die beste seit fünf Jahren, fast doppelt so viele Äpfel wie 2013 (182.000 Tonnen).

Nicht mal das russische Handelsembargo müsste die Freude bei den Obstbauern trüben, findet Ulrich Buchterkirch, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau in Niedersachsen - sofern die Verbraucher weiterhin deutsche Äpfeln bevorzugen.

Klar gebe es die Gefahr, dass polnische Erzeuger-Organisationen neue Absatzmärkte für ihre Äpfel suchen und dabei mit billigen Offerten auch auf die Preise für deutsche Produkte drücken, sagt Marktexperte Helwig Schwartau von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Aber: Ob tatsächlich polnische Ware fließe, sei äußerst fraglich. „Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ist nicht erpicht, ausländische Äpfel zu handeln. Der Verbraucher bevorzugt regionale Ware“, sagt Schwartau. Der deutsche Markt habe großes Potenzial.

An eine sogenannte Marktrücknahme als Reaktion auf das Überangebot, wie in Belgien, wo die Birnen an den Bäumen hängen bleiben, glaubt Schwartau nicht. Die einhellige Meinung an der Niederelbe sei: Wir haben gute Ware, eine starke Qualität, wir brauchen nichts wegzuwerfen.

Dass sich die Verbraucher in den kommenden Wochen auf günstige Äpfel im Supermarkt freuen dürfen, resultiere in erster Linie aus der reichen Ernte in Deutschland, so Schwartau: „Das Fass ist voll.“ In den kommenden Wochen sei mit Aktionspreisen von unter einem Euro für das Kilo Äpfel (in großen Gebinden/Körben) zu rechnen.

Die Vorzüge regionaler Produkte will auch die neue Altländer Apfelkönigin Janina Viets (26) aus Rade in den nächsten zwölf Monaten verbreiten. Sie wurde am vergangenen Donnerstag bei der Apfelsaisoneröffnung vor der Hamburger Michelkirche von Wirtschaftssenator Frank Horch zur neuen Majestät gekrönt.

Bis Ende Oktober läuft die Apfelernte noch. Bis dahin werden die Altländer Bauern sowie die etwa 6.000 überwiegend polnischen und rumänischen Erntehelfer noch alle Hände voll zu tun haben.

Andrzej Krasnowski aus Polen hilft bei der Ernte auf dem Obsthof Matthies in Jork. So viele Äpfel wie in diesem Jahr mussten er und seine Kollegen noch nie pflücken
Ulrich Buchterkirch (Fachgruppe Obstbau, hier bei der Saisoneröffnung vor dem Michel in Hamburg) sieht keine Gefahr angesichts des russischen Importstopps
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Björn Carstens aus Buxtehude

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