Höchstspannungsprojekt für Gleichstrom
Elbtunnel bei Wischhafen: Ein Großprojekt der Energiewende führt durch den Landkreis Stade
- Die Karte zeigt den Trassenkorridor B (lila) mit der geplanten Stromleitung (schwarz gepunktete Linie). Im Landkreis Stade führt die Leitung durch Nordkehdingen. Die Kreisgrenze ist durch die rote Linie markiert
- Foto: OpenTopoMap/jd
- hochgeladen von Jörg Dammann
Es ist ein Projekt der Energiewende mit direkter Relevanz für den Landkreis Stade: Mit dem Elbtunnel „ElbB“ setzt der Übertragungsnetzbetreiber Amprion ein zentrales Teilstück des Gleichstromvorhabens Korridor B um – und das genau zwischen Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und Wischhafen in Niedersachsen. Jetzt reichte Amprion die Planfeststellungsunterlagen bei der Bundesnetzagentur ein.
Tunnel unter der Elbe
Das "ElbB"-Projekt ist Teil des rund 440 Kilometer langen Netzausbaus von Heide in Dithmarschen (Schleswig-Holstein) bis Polsum (Nordrhein-Westfalen), bei dem Strom aus norddeutschen Windkraftwerken verlustarm in den Westen Deutschlands - vornehmlich zu den Industriebetrieben im Ruhrgebiet - transportiert werden soll. Amprion plant Korridor B vorrangig als Erdkabel. Für die Elbquerung werden sogenannte Schachtbauwerke in Wischhafen sowie auf der gegenüberliegenden Elbseite in Wewelsfleth errichtet. Über diese Schachtbauwerke werden nach Fertigstellung des Elbtunnelprojekts die Kabel eingezogen.
Bürgerdialog vor Ort
Transparenz und Dialog stehen im Fokus: Amprion lädt im Herbst zu Bürgerinfomärkten in der Region ein. Relevant für Einwohnerinnen und Einwohner aus dem nördlichen Landkreis Stade ist die Veranstaltung am:
Montag, 17. November, von 15 bis 18 Uhr auf dem Gut Schöneworth, Landesbrücker Straße 42, Freiburg
Dort können sich Interessierte über den aktuellen Planungsstand, die Technik des Tunnels und mögliche Auswirkungen informieren. Eine zweite Veranstaltung findet in Brokdorf auf der schleswig-holsteinischen Seite statt.
Bereits im Frühjahr 2026 sollen bauvorbereitende Maßnahmen starten, etwa Geländeuntersuchungen und Arbeiten an den Schachtbauwerken. Der eigentliche Bau des Tunnels könnte dann nach dem Planfeststellungsbeschluss, der Ende 2026 erwartet wird, beginnen. Die Bauzeit ist mit etwa sechseinhalb Jahren angesetzt, was bedeutet: Ab Anfang der 2030er Jahre könnte der Strom durch die neue Trasse fließen.
Der Korridor B wird in modernster Höchstspannungs-Gleichstromtechnologie (HGÜ) mit 525 Kilovolt betrieben – eine Technik, die besonders effizient über lange Strecken Strom transportiert. Die Übertragungskapazität des Gesamtsystems beträgt vier Gigawatt elektrische Leistung - genug, um mehrere Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.
Zusätzlich zu den Veranstaltungen vor Ort bietet Amprion auf seiner Projektseite korridor-b.amprion.net
zahlreiche Informationen.
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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