Diskussion um Kita-Kosten

Frühkindliche Bildung in einer Kita: Welche Kosten sind den Eltern zumutbar?
  • Frühkindliche Bildung in einer Kita: Welche Kosten sind den Eltern zumutbar?
  • Foto: Petro Feketa Fotolia
  • hochgeladen von Anke Settekorn

Gemeinde reformiert Gebührenmodell / Elternvertreter fordern „versprochene“ Beitragsfreiheit ein

mi. Rosengarten. Die Gemeinde Rosengarten wird die Berechnung der Kindertagesstättengebühren ab August 2016 auf ein neues Modell umstellen. Dafür sprach sich jetzt einstimmig der Ausschuss für Kinderbetreuung aus. Eigentlich hätte Bürgermeister Dirk Seidler die Ausschusssitzung in einen größeren Raum verlegen müssen. Der Rathaussitzungssaal war komplett voll, die Bürger standen bis auf den Flur.
Schon im Vorfeld war das Thema Kita-Gebühren heftig diskutiert worden. Elternvertreter einer Kita aus Klecken hatten der Politik vorgeworfen, sich zwar die „Bildungsgemeinde Rosengarten“ die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ und die „Gebührenfreiheit“ ins Wahlprogramm zu schreiben, aber in der Praxis am Status Quo festzuhalten. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit der Verwaltung brachte aus Elternsicht nur unzureichende Ergebnisse.
Im Ausschuss zeigten beide Seiten jetzt aber Professionalität statt Emotionen. Einzig Kleckens Ortsbürgermeister Grützmacher, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, schimpfte: Es sei diffamierend und unsittlich, wie die Politik und Verwaltung angegangen würden, auch dass immer wieder der Bau des neuen Rathauses (3 Mio. Euro) gegen die Kita-Finanzierung ausgespielt werde, sei untragbar.
In der Sache einigten sich die Politiker auf einen Vorschlag der CDU, anstelle des derzeitigen Fünf-Stufen-Modells ab dem nächsten Kindergartenjahr die Kita-Gebühren auf ein Prozentmodell umzustellen. Dann kostet ein Ganztagsplatz (acht Stunden) einen spezifischen Prozentsatz des Bruttolohns aber maximal 560 Euro. Bis zu einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro fallen pauschal 120 Euro an. Wie hoch die prozentuale Belastung ausfallen soll, ist noch nicht abschließend diskutiert. Wahrscheinlich sind es um die sieben Prozent des Gesamtbruttogehalts.
Bürgermeister Dirk Seidler betonte, das neue Modell sei zunächst ein „Testballon“, Anpassungen nach oben oder unten seien nicht ausgeschlossen. Ziel sei es, 30 Prozent der Kita-Kosten über Elternbeiträge abzudecken.
Nach dem derzeitigen Modell, das seit zwölf Jahren nicht angepasst wurde, zahlen rund 75 Prozent aller Eltern den Höchstsatz von 370 Euro. Das Geld wird allerdings schon ab einem Bruttohaushaltseinkommen von 4.500 Euro fällig. Davon profitieren vor allem Familien mit hohen Einkommen. Für die wird die neue Regelung jetzt deutlich teurer. Bis zu 190 Euro mehr muss zahlen, wer mehr als 6.000 Euro brutto zur Verfügung hat. Mit dieser „Umverteilung“ waren längst nicht alle Eltern einverstanden. „Man überlegt sich, ob man noch ein Kind bekommt“, so eine Mutter. Ein Vater kritisierte: „Das ist eine Erhöhung um 50 Prozent, das ist zu viel.“ Der Frage, was mit eventuellen Mehreinnahmen aus dem neuen Modell geschehen soll, wich Dirk Seidler aus und betonte statt dessen nochmals den Testcharaker der neuen Regelung.
Wie schwer man sich damit tut, überkommende Strukturen den heutigen Anforderungen anzupassen, wurde beim Vorschlag der Grünen deutlich. Sie forderten, in Kitas auch sechsstündige Kernzeiten einzuführen, um den Bedürfnissen von Berufstätigen entgegen zu kommen. „Zu wenig Platz“, „zu viel Aufwand“, „kein Bedarf“ - viel mehr fiel der Verwaltung dazu nicht ein. Immerhin: Der Vorschlag soll jetzt zumindest geprüft werden.
Sabine Krause, Sprecherin der Elternvertreter, ging noch weiter: „Es stellt sich die Frage, wie sich die in vielen Parteiprogrammen verankerte angestrebte Gebührenfreiheit in die Praxis umsetzen lässt.“ Auch seien veränderte Kernzeiten sicher nur möglich, wenn dafür auch ausreichende Gruppenkapazitäten geschaffen würden. Dafür bedürfe es gerade bei Kita-Neubauten einer vorausschauenden Planung. Eine solche suche man bisher allerdings trotz Zukunftskonzept vergeblich.

Wirtschaft
Einweihung der Hochbeete am LeA-Neubau (v.li.): LeA-Vereinsvorsitzende Annette Dörner,
Mitarbeiterin Sonja Schwarz, Marco Hauschild, davor  Hannah Solle, Mitarbeiter der Zimmerei GS Innenausbau aus Ardestorf sowie einige Bewohner
2 Bilder

Pilotprojekt des Neu Wulmstorfer Gewerbevereins
Wirtschaft unterstützt LeA

sla. Neu Wulmstorf. Erstmals lud der Gewerbeverein Neu Wulmstorf zu einem "Aktionstag der Wirtschaft" in Kooperation mit der Einrichtung LeA e.V. ein. "Es handelt sich hierbei um ein Pilotprojekt für weitere Aktionstage in den Folgejahren", sagt Marco Hauschild, Vorstandsvorsitzender des Neu Wulmstorfer Gewerbevereins. Das Grundprinzip: Die teilnehmenden Unternehmen stellen für ein Projekt die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung - und möglicherweise gibt es auch...

Panorama
Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych

Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych einstimmig gewählt
Neuer Präsident der Hochschule 21 in Buxtehude

nw/tk. Buxtehude. Prof. Dr.-Ing. Ingo Hadrych ist neuer Präsident der Hochschule 21 (HS21) in der Hansestadt Buxtehude. Die Gesellschafter haben ihn einstimmig bestellt. Nach einem mehrstufigen Findungsprozess fiel mit Ingo Hadrych die Wahl auf einen Bewerber aus der Hochschule. Der 54-Jährige lehrt unter anderem Kostenplanung und Kalkulation, Bauinformatik und Building Information Modeling in den Studiengängen Bauingenieurwesen, Architektur sowie Wirtschaftsingenieurwesen Bau und...

Panorama
Das Schlagloch am Nettelberg   Foto: Störtebecker

Kolumne: "Rundgang durch Winsen"
Winsen: Straßen saniert, aber die Radwege vergessen

Das Thema Müll ist bei den Bürgern allgegenwärtig. Diese Erfahrung mache ich immer wieder, wenn ich auf meinem "Rundgang durch Winsen" bin. So z.B. an der Ecke Europaring/Brüsseler Straße, wo sich vor der Corona-Pandemie jeden Tag ältere Herren zum Klönschnack getroffen haben, wie mir eine Anwohnerin erzählt. "Seitdem die Männer aber nicht mehr kommen, treffen sich hin und wieder andere Leute da und hinterlassen ihren Müll. Das ist schlimm", schimpft sie verständlicherweise. Ein...

Panorama

Aktuell 14 Corona-Fälle
22. September: Corona-Zahlen für den Landkreis Stade

nw/tk. Stade. Am Dienstag (22. September) gibt es im Landkreis Stade 14 positiv getestete COVOD-19-Fälle.  Zwei neue Corona-Infektionen sind von Montag auf Dienstag dazugekommen, wobei die Zahl der Infizierten aber um zwei Fälle gesunken ist.  286 Personen, die zu COVID-19-Erkrankten engen Kontakt hatten, befinden sich in Quarantäne . Das sind fünf mehr im Vergleich zu Montag.  Davon sind 21 Einreisende und Reiserückkehrer Die Gesamtzahl aller positiven Befunde im Landkreis Stade seit...

Wirtschaft
Für Pioneer beginnt jetzt die Planung
4 Bilder

Pläne für neue Gewerbegebiete
Pioneer kann Buxtehudes "Green Valley" werden

tk. Buxtehude. Wenn Buxtehude jeden Ansiedlungswunsch von Unternehmen berücksichtigt hätte, dann würde es heute keine freien Gewerbeflächen mehr in der Hansestadt geben. Noch sind ein paar Hektar frei und die Planungen für weitere Gebiete laufen an. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Wirtschaftsförderin Kerstin Maack und der Erste Stadrat Michael Nyveld zogen Bilanz und gaben bei einem Pressegespräch einen Ausblick. "Wir haben gute Nachrichten in einer Zeit, in der Corona-bedingt viele...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen