Grabungen vor dem Finale

"Eine kleine Sensation": Grabungstechniker Willi Müller mit einem auf dem "Josthof"-Gelände entdeckten Steinofen aus dem Mittelalter
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Archäologen finden auf Salzhäuser "Josthof"-Gelände weitere Raritäten ce. Salzhausen. Voraussichtlich im Spätsommer enden nach gut zwei Jahren die umfangreichen Grabungen des Archäologischen Museums Hamburg auf dem Gelände des 2017 abgebrannten, international bekannten Hotels und Restaurants "Josthof" in Salzhausen (Landkreis Harburg). Auf der Zielgeraden sind jetzt erneut einige historische Raritäten zutage getreten.
Erst vor wenigen Tagen stieß das Team unter der Leitung von Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt und Grabungstechniker Willi Müller in einem ehemaligen Kellerraum auf einen aus Felssteinen errichteten Ofen aus dem 11. bis 12. Jahrhundert. "Man kann noch heute genau nachvollziehen, wie das gute Stück seinerzeit beheizt und entlüftet wurde", erklärt Willi Müller begeistert gegenüber dem WOCHENBLATT.
Währenddessen haben sich Ole Uecker, Svea Weihmann und Kathrin Witting in den benachbarten Kellerräumen "vorgegraben". Alle drei arbeiten als studentische Hilfskräfte fürs Museum und studieren an der Universität Hamburg Vor- und Frühgeschichte. In Salzhausen stieß das Trio unter anderem auf mittelalterliche Keramiken mit Verzierungen und eine wertvolle Fibel, eine Art Sicherheitsnadel aus Metall zum Schließen von Gewändern. "Zudem entdeckten wir im Keller eine ganz dicke Rußschicht, die uns 'sagt', dass das Gebäude, zu dem er vor Urzeiten gehörte, wahrscheinlich abgebrannt ist", erzählt der aus Kampen bei Tostedt stammende Ole Uecker.
"Die Arbeit hier vor Ort ist sehr abwechslungsreich und spannend, weil wir täglich etwas Aufregendes finden", freut sich die Neu Wulmstorferin Kathrin Witting. "Wir sammeln hier wertvolle praktische Erfahrungen für unseren Beruf", sind sich die drei angehenden Archäologen einig.
"Alle Funde werden in die Sammlung des Museums gebracht. Einige besondere Exponate sollen in einer kleinen Ausstellung im Salzhäuser Haus des Gastes präsentiert werden", kündigt Willi Müller an.
Was nach dem Ende der Grabungen aus dem "Josthof"-Gelände wird, ist derzeit noch offen. "Ich führe gerade Gespräche mit mehreren ernsthaft interessierten Investoren", sagt Grundeigentümer und Gastronom Jörg Hansen zum Stand der Dinge. "Ende dieses Monats erwarte ich eine Entscheidung."

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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