Schützenvereine setzen auf Zusammenschlüsse
Mit Fusion Tradition wahren

Trauriges Bild: In vielen Schützenvereins-Vorständen hängen die ehrenamtlichen Vorstände ihre Uniform an den Nagel
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ce. Landkreis. Vielerorts lösen sich Vereine auf, weil sich nicht mehr genug Ehrenamtliche finden, um die Geschicke beispielsweise von Hobby- oder Kulturinitiativen zu leiten. Das Schützenwesen hält bislang erfolgreich dagegen - und will den Mix aus Tradition und Moderne gegebenenfalls auch durch Fusionen für die Zukunft bewahren.
"Wir sind mit unseren insgesamt knapp 12.000 Mitgliedern gut aufgestellt bei den Schützenvereinen, ihren Sportabteilungen und ihren Spielmannszügen", zeigt sich Volker Höper (53) aus Heidenau, Präsident des Schützenverbandes Nordheide und Elbmarsch, auf WOCHENBLATT-Anfrage erfreut über die aktuelle Situation. Gleichwohl sei bei den Schützen wie auch in anderen Institutionen ein Umbruch in puncto Brauchtum zu beobachten. "Wo es über viele Jahrzehnte selbstverständlich war, sich in einem die heimische Region prägenden Verein zu engagieren, ist diese Traditionspflege heute oft nur schwer zu leisten. Die Anforderungen in Schule und Beruf werden immer größer, und auch Familie und Freunde sollen nicht zu kurz kommen", so Höper. Daher hätten manche Vereine auch Probleme, sämtliche Posten im geschäftsführenden Vorstand zu besetzen. "Wenn Schützen mal keinen König proklamieren können, ist das kein Beinbruch. Wenn die Führung nicht komplett ist, dann schon."
Volker Höper übt seit zwei Jahren das Amt des Schützenverbands-Präsidenten aus, war davor zwölf Jahre Vize-Präsident, ist seit 20 Jahren im Schützenverband tätig und seit stolzen 41 Jahren aktiv im Spielmannszug "seines" Schützenvereins Heidenau. "Dort vertritt ein junger Vorstand sehr engagiert die Interessen der über 400 Mitglieder. Das ist gut so, denn für uns - wie auch für die Schützen anderswo - sind Ehrenamt, Tradition und der moderne Schießsport unerlässliche Markenzeichen", betont Höper.
"Unser Verein ist mir in 39 Jahren sehr ans Herz gewachsen. Und es wäre mir sehr wichtig, dass es irgendwie weitergeht", sagt Hartmut Stüven (58). Er ist seit zehn Jahren Präsident des Schützenvereins Tangendorf, den Existenzsorgen plagen. "In unseren besten Zeiten hatten wir gut 100 Mitglieder. Jetzt sind es nur noch knapp 50, auch weil manche verstorben sind und andere sich beruflich verändert haben. Zudem sind zwei Vorstandsposten derzeit unbesetzt", präzisiert Stüven. Nun gibt es Überlegungen, mit dem benachbarten, über 200 Mitglieder starken Schützenverein Toppenstedt zu fusionieren. "Wir führen derzeit entsprechende Gespräche, und die Toppenstedter scheinen nicht abgeneigt", zeigt sich Hartmut Stüven zuversichtlich.

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