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Haushalt und Windkraft waren Themen
Rückschau auf 2024 beim Bauernrechnen in Vierhöfen

Vierhöfens Bürgermeister Lars Jaap - hier beim Bauernrechnen 2024 - ließ wieder das vergangene Jahr Revue passieren
  • Vierhöfens Bürgermeister Lars Jaap - hier beim Bauernrechnen 2024 - ließ wieder das vergangene Jahr Revue passieren
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

Rund 100 Gäste kamen kürzlich zur Bürgerversammlung Bauernrechnen der Gemeinde Vierhöfen, bei der Bürgermeister Lars Jaap (CDU) auf das Jahr 2024 zurückblickte. Dabei setzte er unter anderem folgende Schwerpunkte: 
Einwohnerentwicklung: Die Einwohnerzahl stieg 2024 um 17 auf 964 Einwohner an. Grundsätzlich stellte Jaap fest, dass Vierhöfen immer älter werde. Der Anteil der unter 18-Jährigen schrumpfe, während der der über 60-Jährigen stetig wachse. 25 Sterbefällen hätten lediglich sechs Geburten gegenübergestanden. 

Haushalt: "Als wir Ende 2023 den Doppelhaushalt für die Jahre 2024/2025 aufgestellt haben, war der Abschluss für 2024 mit einem Minus von 80.400 Euro prognostiziert. Dieses stark negative Ergebnis ist glücklicherweise nicht eingetreten. Im Ergebnis hat Vierhöfen 2024 mit einem Plus von 84.400 Euro abgeschlossen", freute sich Lars Jaap. Die Einsparungen seien insbesondere deutlich höheren Gewerbesteuer-Einnahmen zu verdanken gewesen. 2024 habe die Gemeinde hier rund 115.000 Euro mehr eingenommen als erwartet. In diesem Zusammenhang bedankte sich Jaap bei den Gewerbetreibenden, die trotz hoher Inflation, Rezession und Fachkräftemangel nicht den Kopf in den Sand steckten, sondern dennoch sehr gute Firmenergebnisse produzierten, von denen auch die Gemeinde profitiere.

Glasfaserausbau: In Kooperation mit dem Firmenkonsortium PremiumNetz/OpenInfra wurden von August bis Dezember 2024 die Hausanschlüsse der Gemeindeeinwohner installiert, die einen Glasfaseranschluss beantragt hatten. Der weitere Ausbau läuft derzeit. 

Bauliche Entwicklung: Der Bebauungsplan „Lohfeld-Süd“ hätte laut Lars Jaap eigentlich 2024 durch den Gemeinderat mit dem Satzungsbeschluss fertiggestellt sein sollen. Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes seien jedoch Änderungen im Baugesetzbuch erfolgt, die auf das Bauleitverfahren im Lohfeld Einfluss hätten. Demnach mussten zusätzlich ein Artenschutzgutachten, eine Umweltprüfung und ein Bodengutachten gefertigt werden, die vor der Rechtsprechung nicht gefordert gewesen seien. Die erneute öffentliche Auslegung habe inzwischen stattgefunden. Jaap zeigte sich optimistisch, den Satzungsbeschluss bis Mitte dieses Jahres im Gemeinderat treffen zu können.
Zudem kündigte der Bürgermeister die weitere bauliche Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen im Ort als Schwerpunkt für 2025 an. Erste Gespräche mit den Grundeigentümern, der Samtgemeinde Salzhausen als für die Flächennutzung verantwortliche Institution und dem Landkreis Harburg in puncto Raumordnung hätten mit positivem Ergebnis stattgefunden.

Gastronomie: Als eigentliches Highlight des Jahres 2024 hob Lars Jaap das Wiederaufleben der ehemaligen Vierhöfener Kneipe und Pension „Galerie“ hervor. Mit Katja und Dirk Wittmershaus hätten sich zwei Betreiber gefunden, die mit Mut und das Engagement nun eine Gastronomie unter dem Namen „Das WittmersHaus“ anbieten. „Nachdem in vielen Orten der Region die Kneipen sterben, grenzt dies fast an eine Sensation“, betonte Jaap.

Windkraft: Für die Gemarkung Vierhöfen sieht das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Harburg laut Lars Jaap zwei potenzielle Windenergie-Flächen vor. Hauptsächlich auf Vierhöfener Gebiet liege ein 153 Hektar großes Areal südöstlich der Kiesteiche an der Kreisgrenze zu Lüneburg. Wegen möglicher Einschränkungen für den Ort aufgrund der Topografie des Geländes habe die Gemeinde jedoch andere Flächen im Nordosten an der Gemarkungsgrenze zu Radbruch im Fokus. Diese schließe der Landkreis jedoch aktuell aufgrund naturschutzfachlicher Bewertungen aus. Des Weiteren lägen auf Vierhöfener Gebiet Potenzialflächen westlich und südlich von Gut Schnede, zwischen Gut Schnede und Luhmühlen sowie zwischen Garstedt und Vierhöfen. Der Bürgermeister stellte klar, dass die Gemeinde nicht grundsätzlich gegen den Ausbau der Windenergie in der Region sei, sie müsse jedoch verträglich sein und örtliche Gegebenheiten berücksichtigen. Sollten alle Planungen umgesetzt werden, stünden rund um Vierhöfen zukünftig 39 Windenergieanlagen. Nehme man die Planungen im gesamten Samtgemeindebereich dazu, kämen weitere 60 Anlagen hinzu. Samtgemeinde-Bürgermeister Jens Köster, der beim Bauernrechnen zu Gast war, gab in diesem Zusammenhang zu bedenken: "Mit über neun Prozent unserer Fläche für Windkraftanlagen ist die Samtgemeinde Salzhausen im RROP überproportional betroffen."

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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