Initiative von Oberschule und Gymnasium
Schulzentrum Salzhausen fordert in Petition Ausbau der Schulsozialarbeit

Fordern mehr Schulsozialarbeit in Salzhausen (v. re.): Andreas Herbig vom Gymnasium sowie Sabine Voß, David Koldehoff, Felix Reimers und Peter Receveur von der Oberschule | Foto: ce
  • Fordern mehr Schulsozialarbeit in Salzhausen (v. re.): Andreas Herbig vom Gymnasium sowie Sabine Voß, David Koldehoff, Felix Reimers und Peter Receveur von der Oberschule
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Schwierige Ausbildungsperspektiven und gesellschaftliche Probleme wie die zunehmenden Hassparolen in den vermeintlich sozialen Medien, aber auch die seit Jahren wachsenden Unruhen und Kriegsschauplätze lassen bei vielen Kindern und Jugendlichen die (Zukunfts-)Ängste immer mehr wachsen. Auch deshalb wird der Bedarf an Schulsozialarbeit ständig größer. Darin sind sich die Oberschule (OBS) und das Gymnasium Salzhausen einig und haben jetzt eine Petition an den Niedersächsischen Landtag auf den Weg gebracht. Das Ziel: "Aufstockung der Stunden für die Schulsozialarbeit am Schulstandort Salzhausen, angepasst an die tatsächlichen Bedarfe der Schülerinnen und Schüler".

Mindestens 5.000 Unterzeichner sind nötig, damit der Antrag in Hannover von den Salzhäusern persönlich vorgetragen werden darf. Bei Redaktionsschluss hatten bereits knapp 1.000 Schüler, Eltern, Lehrer und weitere Unterstützer unterschrieben.

"Den Anstoß für die Petition gab Landtagspräsidentin Hanna Naber, als sie uns besuchte und von der Problematik hörte", berichtet Felix Reimers, Lehrkraft und gewählter Schülervertretungs-Berater an der OBS, gegenüber dem WOCHENBLATT. "Sie informierte uns darüber, was es braucht, damit die Petition im Landtag erörtert werden kann. Die Schülerschaft hat sich umgehend dahintergeklemmt und mit Flyern und auch im Internet für das Vorhaben geworben."

Peter Receveur arbeitet seit 2008 auf einer Dreiviertel-Stelle als - so die offizielle Bezeichnung - Fachkraft für soziale Arbeit in schulischer Verantwortung an der Oberschule und wird nach eigener Aussage von den Schülern "massiv angefragt". Er kümmert sich um sie, wenn es um Prävention, mentale Gesundheit bzw. Resilienz, Konfliktlösungen oder Schulabsentismus geht. Dabei kooperiert er mit Beratungsstellen, Schul-Psychologen und mit der Jugendpflege. "Ich habe oft auch mit Familien zu tun, die aufgrund von psychischen Einschränkungen oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen stark belastet sind. Diese, aber nicht nur die, in diesen Familien lebenden Kinder haben Schlafstörungen, eigene Suchtprobleme oder zeigen ein selbstverletzendes Verhalten", so Receveur. "Diese Entwicklung hat massiv zugenommen, gerade in höheren Klassen, wenn bei den Kindern die Pubertät beginnt."

Am Gymnasium gibt es bislang keine Schulsozialarbeits-Kraft. "Deren Aufgaben übernimmt bei uns ein Beratungslehrerin. Schulsozialarbeit bedeutet jedoch weitaus mehr, als diese leisten kann", gibt Andreas Herbig, Vertreter von Schulleiterin Dorit von Hoerschelmann, zu bedenken. "Für das Schulzentrum Salzhausen wäre es dringend erforderlich, dass jede Schule mindestens eine volle Sozialarbeits-Stelle hat", betont Herbig. Sabine Voß, Leiterin der Oberschule, und ihr Konrektor David Koldehoff gehen noch einen Schritt weiter: "Optimal wäre, bei uns und am Gymnasium jeweils eine männliche und eine weibliche Schulsozialarbeits-Kraft als Ansprechpartner für die Schüler zu haben, da sie auch unterschiedliche geschlechtsspezifische Probleme haben."

"Die Arbeit, die Schulsozialarbeitende leisten, kommt der ganzen Gesellschaft zugute - egal, ob es um Gewaltprävention oder um die Erziehung der Kinder und Jugendlichen zu einem gesunden Selbstbewusstsein geht", betont Andreas Herbig. "Von diesen engagierten Kräften kann es an Schulen in diesen unruhigen Zeiten gar nicht genug geben."

- Hier der Link zur Petition: https://www.change.org/p/petition-erhalt-und-ausbau-der-schulsozialarbeit-am-schulstandort-salzhausen


Das sagt die Schülervertretung des Gymnasiums Salzhausen

"Wir als Schülervertretung halten die Einführung von Schulsozialarbeitern für essenziell und sehr sinnvoll. Es wird deutlich, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler mit Ängsten, Stress und Problemen rund um ihre mentale Gesundheit zu kämpfen haben. Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort, an dem persönliche Probleme entstehen und sichtbar werden können.

Schulsozialarbeiter bieten die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler bei persönlichen Problemen oder Konflikten zu unterstützen, zuzuhören und frühzeitig zu helfen, bevor Schwierigkeiten größer werden. Dadurch entlasten sie die Lehrkräfte und stärken nachhaltig das soziale Klima an der Schule.

Deshalb sehen wir Schulsozialarbeit als eine notwendige und sinnvolle Unterstützung, von der sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte und das gesamte schulische Umfeld profitieren können."

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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