Eiserne Hochzeit in Meckelfeld
65 Jahre Seite an Seite - ein erfülltes Leben
- Barbara und Helmut Bretschneider verbinden 65 Jahre Ehe
- Foto: sra
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Gemeinsam durch dick und dünn: Barbara und Helmut Bretschneider feiern in diesem Jahr ihre Eiserne Hochzeit. Seit 65 Jahren gehen die beiden ihren Weg Seite an Seite – mit Humor, gegenseitigem Respekt und einem bunten Strauß gemeinsamer Erinnerungen.
Kennengelernt haben sie sich 1958 im Heidbergkrankenhaus in Hamburg-Langenhorn. Die heute 88-Jährige arbeitete dort als Krankenschwester, der 89-Jährige war nach einer schweren Knochenentzündung vom Schiff ins Krankenhaus gebracht worden. Der junge Seemann, dessen Handelsschiff gerade in Amerika unterwegs gewesen war, wurde nach Deutschland geflogen, um behandelt zu werden. Eine schicksalhafte Begegnung: Nachdem Barbara Bretschneider sich um ihn gekümmert und ihn gesund gepflegt hatte, wartete Helmut nach seiner Genesung vor dem Krankenhaus und sprach sie an. An diesem Tag wollte Barbara ihre Mutter in Emmelndorf besuchen und lud Helmut ein, sie dorthin zu fahren. Gesagt, getan – das war der Beginn einer Liebe, die bis heute trägt.
Barbara, die als Kind mit ihrer Familie aus Schlesien fliehen musste, fand in Helmut einen Partner, der die ganze Welt gesehen hatte. Seine Seefahrergeschichten und manches augenzwinkernde „Seemannsgarn“ begeisterten nicht nur sie, sondern später auch die Kinder. Barbara arbeitete zehn Jahre im Heidbergkrankenhaus und 27 Jahre im Ginsterhof in Tötensen, davon 19 Jahre als Stationsleitung. Helmut qualifizierte sich nach seiner Zeit zur See weiter. Er wollte seiner Frau mehr bieten und begann eine Ausbildung zum Elektrotechniker. Barbara hielt ihm dabei den Rücken frei. Bis zu seinem Ruhestand war der Meckelfelder als Servicetechniker im Kernkraftwerk Krümmel tätig.
Engagiert im Verein und in der Gemeinde
Neben Beruf und Familie engagierte sich das Paar jahrzehntelang ehrenamtlich. Helmut trat 1991 in die SPD ein, war bis 2001 zweiter Bürgermeister von Emmelndorf und lange Jahre zweiter Vorsitzender des Emmelndorfer Sportvereins. Beide gründeten Abteilungen wie die Wassersportgruppe und die Trimmgruppe, die bis heute bestehen. Auch im Café International in Meckelfeld, das sich für Integration einsetzt, waren die Bretschneiders – allen voran Barbara – Mitinitiatoren.
Reiselust begleitete die Familie stets. Mit den Kindern ging es häufig nach Mallorca, später regelmäßig nach Bulgarien zur Kur. Insgesamt sechs Kreuzfahrten führten das Paar um die halbe Welt – von Buenos Aires ums Kap Hoorn über die Osterinseln bis nach Tahiti. Unvergesslich war auch eine Fahrt mit einem kleinen Schiff den Amazonas hinauf nach Manaus.
- Wie ein Schauspielerpaar – die junge Barbara mit ihrem Helmut am Hochzeitstag am 9. September 1960
- Foto: Bretschneider/sra
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„Wir haben uns immer ergänzt“
Zwei Söhne und viele gemeinsame Interessen – und vor allem Toleranz und gegenseitige Unterstützung prägten die Ehe. Barbara erinnert sich: „Ich habe ihm den Rücken freigehalten, damit er beruflich vorankommen konnte. Alles habe ich ihm von Herzen gegönnt.“ Auch heute noch nennen sie sich liebevoll „Schatz“. „Helmut war ein Frühaufsteher, wäre er es nicht gewesen, hätte ich nicht selten verschlafen“, sagt Barbara lächelnd.
Der Zusammenhalt, die Lockerheit und die Freude am gemeinsamen Leben sind das Geheimnis ihrer 65 Jahre währenden Verbindung. Barbara Bretschneider erinnert sich an einen Satz von Friedrich Schiller, der ihre Beziehung treffend beschreibt: „Denn wo das Strenge mit dem Zarten, wo Starkes sich und Mildes paarten, da gibt es einen guten Klang.“
Redakteur:Sven Rathert aus Seevetal |
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