Neugestaltung Mahnmal in Ashausen
Gedenkort für „Versöhnung und Trauer“
- Nur einige der Beteiligten an der Neugestaltung - rund 30 Ashäuser haben insgesamt mitgewirkt
- Foto: Jan Filter
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Nach sieben Jahren intensiver Planung hat die Dorfgemeinschaft in Ashausen ihr altes Kriegerdenkmal in einen modernen Gedenkort verwandelt. Zahlreiche Bürger, Vereinsvertreter und Lokalpolitiker haben das neu gestaltete Mahnmal am Wochenende feierlich eingeweiht. Das Areal in der Dorfmitte soll künftig nicht mehr nur an die Gefallenen der Weltkriege erinnern, sondern als lebendiger Ort für Frieden, Toleranz und Versöhnung stehen.
Das Projekt ist ein echtes Gemeinschaftswerk: Etwa 30 engagierte Ashäuser brachten die Idee seit 2018 voran. „Das war ein Projekt, das das Wort Gemeinschaft außerordentlich verdient“, betonte Stelles Bürgermeister Robert Iserhagen in seiner Rede. Früher lag das 1959 errichtete Ehrenmal oft im Dornröschenschlaf. Jetzt erstrahlt es neu – finanziert durch rund 33.000 Euro. Davon stammen 18.000 Euro aus EU-Fördermitteln der LEADER-Region und 10.000 Euro von der Gemeinde Stelle. Den Löwenanteil der praktischen Umsetzung vor Ort stemmte der Heimatverein Ashausen.
Herzstück der Neugestaltung ist eine Skulptur des Künstlers Ulf Petersen. Das Kunstwerk aus zwei unterschiedlichen Materialien trägt den Namen „Versöhnung und Trauer“. Für Petersen, der kürzlich für sein Lebenswerk geehrt wurde, ist die Arbeit eine Herzensangelegenheit. Sein Vater erlebte im Zweiten Weltkrieg schwere Misshandlungen in Gefangenschaft, erfuhr aber später durch einen französischen Weinbauern tiefe Menschlichkeit. „So ist Versöhnung“, erklärte der Künstler bewegt. Seine abstrakten Figuren sollen genau dieses Gefühl der Verbundenheit greifbar machen.
Dass Erinnerung sich im Laufe der Zeit wandelt, erklärte Stefan Zimmermann. Der Direktor des Freilichtmuseums am Kiekeberg lobte das Dorf für seinen Mut zur Veränderung. „Dieser Prozess aus der Mitte der Dorfgemeinschaft ist mustergültig“, so Zimmermann. Kriegerdenkmäler dienten früher oft der Verklärung. Heute brauche es einen ehrlichen Blick auf historische Fakten.
Fünf neue Stelen mit dem großen, roten Schriftzug „DENK MAL!“ schlagen jetzt die Brücke von der Weltgeschichte direkt in Ashäuser Straßen. Sie dokumentieren schonungslos lokale Fakten. So erfährt der Leser, dass 1933 in Ashausen 62 Prozent der Wähler für die Nationalsozialisten stimmten. Auch ein Zwangsarbeiterlager an der Bahnhofstraße und die Notunterkünfte für ausgebombte Hamburger im „Kistendorf“ am Büllhorner Weg werden benannt. Stefan Zimmermann lobte diesen Schritt auf der Einweihung: Es sei von essenzieller Bedeutung, dem historischen Denkmal einen Kontext zu geben und „den Bogen in die Gegenwart zu schlagen zu den Kriegen unserer Zeit“.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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