Amtsgericht Tostedt
Eine Bank, auf der kein Platz für Gewalt ist

Stellten das Projekt vor: Denise de With (vorne li.) und Anne Skaza von der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen sowie (hinten, v. li.): Torsten Adam, Leiter der Polizeistation Tostedt, Amtsgerichtsdirektorin Dr. Astrid Hillebrenner und Carsten Bünger, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Harburg | Foto: bim
  • Stellten das Projekt vor: Denise de With (vorne li.) und Anne Skaza von der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen sowie (hinten, v. li.): Torsten Adam, Leiter der Polizeistation Tostedt, Amtsgerichtsdirektorin Dr. Astrid Hillebrenner und Carsten Bünger, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Harburg
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht

Überreste an Feuerstelle entdeckt
Schaf von Weide gestohlen und über Feuer gegrillt

Ein besonders verstörender Fall beschäftigt derzeit die Polizei in Salzhausen: Unbekannte haben ein Schaf von einer Weide in Oelstorf gestohlen und offenbar über einer Feuerstelle gegrillt. Gegen einen 23-jährigen Mann besteht inzwischen Tatverdacht. Das Schaf verschwand nach Angaben der Geschädigten in der Nacht zu Freitag, 17. Juli, von einer Weide an der Straße Am Osterbach in der südlichen Feldmark von Oelstorf. Nachdem das Tier zunächst vermisst worden war, machten sich die Halter auf die...

Blaulicht
Für Frank Mierwaldt Glück im schweren Unglück: Hündin Lola konnte durch die aufmerksamen Nachbarn schnell gerettet werden. | Foto: Frank Mierwaldt
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Feuer-Drama am Stover Strand
Tinyhouse zerstört: Hilfe für Frank

Ein verheerender Brand hat das Mobilheim von Pferdetrainer Frank Mierwaldt am Stover Strand komplett zerstört. Während der Besitzer beim Zahnarzt saß, retteten Nachbarn in letzter Sekunde seine Hündin Lola aus den Flammen. Jetzt erfährt der Camper eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft. Nach ersten Ermittlungen löste vermutlich ein überhitztes Elektrogerät das Feuer aus. Von dem Tinyhouse direkt am Elbufer ist nichts mehr übrig. Zum Glück waren die Nachbarn auf dem Campingplatz wachsam...

Blaulicht

Tatverdächtiger Fatih G. hat sich erhängt
Mutmaßlicher Stader Sechsfachmörder begeht Suizid

Der mutmaßliche Täter, der die tödlichen Schüsse in einer Stader Mutter-Kind-Einrichtung abgegeben haben soll, ist tot. Fatih G. hat nach bisherigen Informationen während seiner Untersuchungshaft in der  Justizvollzugsanstalt Bremervörde Suizid durch Erhängen begangen. Der Inhaftierte wurde in der JVA in seiner Einzelhaft-Zelle im Rahmen der morgendlichen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle am Dienstagmorgen um 6.05 Uhr leblos aufgefunden. Zu diesem Zeitpunkt wies er bereits keine...

Blaulicht

Unfallflucht in Winsen
Polizei sucht Fahrerin eines schwarzen VW T-Roc

Nach einer Verkehrsunfallflucht im Ilmer Weg bittet die Polizei Winsen um Zeugenhinweise. Eine bislang unbekannte Fahrerin eines schwarzen VW T-Roc soll durch ihre Fahrweise einen Ausweichvorgang verursacht haben und anschließend weitergefahren sein. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag, 21. Juli, gegen 17 Uhr im Ilmer Weg. Nach Angaben der Polizei war ein BMW-Fahrer aus Richtung Osttangente unterwegs und passierte einen am Fahrbahnrand abgestellten Opel Adam. Zeitgleich kam ihm ein...

Blaulicht

UPDATE: Sperrungen wegen Fahrbahnschäden
Lkw mit Kakaobohnen brennt auf der A1 bei Glüsingen

Ein brennender Lastwagen hat am Donnerstagvormittag auf der Autobahn 1 bei Glüsingen einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Der mit Kakaobohnen beladene Sattelzug geriet in Fahrtrichtung Süden in Brand. Die Autobahn wurde voll gesperrt, es bildeten sich kilometerlange Staus. Gegen 9.05 Uhr gingen die ersten Notrufe bei der Feuerwehr ein. Nach bisherigen Erkenntnissen geriet der Lastwagen im Bereich Neuland in Fahrtrichtung Süden in Brand. Dem Fahrer gelang es offenbar noch, das Fahrzeug bis...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Vorfall am Maschener See: Exhibitionist im Gebüsch belästigt junge Frau

Die Polizei Seevetal ermittelt nach einem Vorfall am Maschener See. Ein bislang unbekannter Mann soll am Dienstagnachmittag, 21. Juli, in einem Gebüsch sexuelle Handlungen an sich vorgenommen und dabei eine junge Frau beobachtet haben. Die Polizei bittet insbesondere einen bislang unbekannten Zeugen, sich zu melden. Nach Angaben der Polizei hielt sich eine 22-jährige Frau aus Hamburg gegen 17.20 Uhr in Badebekleidung auf einer Grünfläche südlich des Parkplatzes an der Hörstener Straße auf. Ein...

Blaulicht

Polizei warnt vor schweren Folgen
Polizei stoppt E-Roller mit Tempo 85 in Stade

Mit einem offenbar stark getunten E-Roller war am Donnerstagabend eine 23-Jährige in Stade unterwegs. Polizeibeamte kontrollierten die Fahrerin gegen 18.30 Uhr in der Straße „Am Bahnhof“. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Roller laut eigenem Tacho eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Stundenkilometern erreichen konnte. Im gedrosselten Normalmodus zeigte das Fahrzeug dagegen 22 Stundenkilometer an. Polizei stellt E-Roller sicher Die Polizei stellte den E-Roller sicher. Gegen die...

Blaulicht

Zeugen gesucht
Dieseldiebe schlagen in Hittfeld und Tostedt zu: Rund 1.250 Liter Kraftstoff gestohlen

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Montag, 20. Juli, auf Dienstag, 21. Juli, auf mehreren Baustellen im Landkreis Harburg große Mengen Diesel aus Baumaschinen gestohlen. Betroffen waren Baustellen in Hittfeld und Tostedt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise. Auf einer Baustelle im Meyermannsweg in Hittfeld zapften die Täter aus einem Bagger rund 350 Liter Diesel ab. Wie die Täter auf das Baustellengelände gelangten, ist Gegenstand der Ermittlungen.Auch auf...

Blaulicht

Staatsanwaltschaft ermittelt nicht gegen Tote
Nach Suizid: Strafverfahren gegen mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird eingestellt

Das strafrechtliche Verfahren gegen den mutmaßlichen Stader Sechsfachmörder Fatih G. wird nach dessen Suizid eingestellt. Nach deutschem Recht ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht gegen Tote. Der 45-Jährige hat sich während seiner Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde das Leben genommen – offenbar durch Erhängen.  Der Fall ist damit jedoch keineswegs abgeschlossen: Die Mordkommission arbeitet weiter, um den Ablauf der Tat vom 29. Juni aufzuklären und eine mögliche...

Blaulicht
Das Unfallfahrzeug war im Seitengraben gelandet, was die Rettungsmaßnahmen erschwerte | Foto: Feuerwehr Buchholz
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Schwerer Rettungseinsatz
Verkehrsunfall auf dem Nordring – Feuerwehr befreit eingeschlossene Person

Die Ortsfeuerwehr Buchholz wurde am Mittwochnachmittag, 22. Juli, um 14.45 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf den Nordring alarmiert. Aus bislang ungeklärter Ursache war ein PKW nach einer Kollision mit einem LKW von der Fahrbahn abgekommen und in einen Straßengraben geschleudert worden. Die Fahrerin bzw. der Fahrer des Pkw war im Fahrzeug eingeschlossen. Nach einer ersten Erkundung stimmten die Einsatzkräfte das weitere Vorgehen eng mit dem Rettungsdienst ab. Da sich das Fahrzeug im Straßengraben...

Eine orangefarbene Bank zieht jetzt die Blicke im Amtsgericht Tostedt auf sich und wird bereits von vielen Besucherinnen und Besuchern dort genutzt. "Kein Platz für Gewalt" ist auf einem Metallschild auf der Bank zu lesen. Damit setzt das Gericht ein Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen. Die Aktion nennt sich „Orange Bank“. 

Die Kampagne „Orange the World“ der Vereinten Nationen gibt es seit dem Jahr 1991. Diese findet regulär vom 25. November, am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“, bis zum 10. Dezember, dem „Tag der Menschenrechte“ statt. Die Farbe Orange ist von den Vereinten Nationen ausgewählt worden und soll eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen sowie die Solidarität mit den Opfern von geschlechtsspezifischer Gewalt symbolisieren. 

Das Thema ist dauerhaft von Relevanz

Das Thema sei aber nicht nur in dem Zeitraum relevant, betonte Carsten Bürger, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Harburg. Hierzulande zeichnet die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen für das Projekt verantwortlich, auf dessen Initiative die ersten orangefarbenen Bänke 2022 aufgestellt wurden. Diese werden von der Stiftung finanziert und u.a. in der Justizvollzugsanstalt Hannover hergestellt. 

Carsten Bünger sowie Denise de With und Anne Skaza von der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen, Tostedts Amtsgerichtsdirektorin Dr. Astrid Hillebrenner und Torsten Adam, Leiter der Polizeistation Tostedt, erläuterten im Gespräch mit dem WOCHENBLATT die Bedeutung von Gewaltprävention und Opferschutz. Eine Arbeit, die alle Institutionen verbindet.

Bringt ein Opfer eine Gewalt- oder Straftat zur Anzeige, informiert die Polizei über alle Möglichkeiten, das Geschehene zu bewältigen. Welche Hilfe in Anspruch genommen wird, entscheiden die Betroffenen letztlich selbst, erklärten Carsten Bünger und Torsten Adam. 

Opfer können Hilfsangebote nutzen

"Es kann aber jeder unser Angebot nutzen, es muss keine Strafanzeige gestellt werden. Wir haben keinen Ermittlungsauftrag", betonte Denise de With. "Die Betroffenen müssen den Vorfall auch nicht im Detail schildern", ergänzte Anne Skaza. Beide sind Diplom-Sozialarbeiterinnen und -Sozialpädagoginnen sowie Fachberaterinnen für Opferhilfe und psychosoziale Prozessbegleiterinnen. Wichtig sei es, um das Opfer ein Netzwerk aufzubauen und sicherzustellen, dass sich die Tat nicht wiederholt. Auch eine kurzzeitige finanzielle Unterstützung sei möglich. Kommt es zu einem Gerichtsprozess, nimmt die Stiftung den Gewaltopfern die Angst vor dem Gerichtssaal und begleitet sie bei Bedarf zu den Prozessen.

Da viele Opfer zunächst überfordert sind, sich Hilfe zu suchen, gibt es bei der Stiftung auch die Möglichkeit, per E-Mail Kontakt aufzunehmen und die kostenlose und anonyme Onlineberatung zu nutzen. "Wenn es gewünscht wird, rufen wir die Betroffenen auch an und vereinbaren bei Bedarf einen Termin", berichten die Mitarbeiterinnen der Stiftung. Das Gespräch kann bei den Betroffenen daheim oder im Opferhilfebüro in Stade geführt werden. Denkbar wäre auch ein Treffen in einem Raum im Gericht oder bei der Polizei, da die Behörden untereinander gut vernetzt sind.

Das Amtsgericht in Tostedt ist das erste im Landgerichtsbezirk Stade, in dem eine orangefarbene Bank aufgestellt wurde. Weitere sollen folgen in Buxtehude, Stade, Zeven, Cuxhaven, Otterndorf und Geestland.


Über die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen

Bei der von der Landesregierung im Jahr 2001 gegründeten gemeinnützigen Stiftung Opferhilfe Niedersachsen mit Hauptsitz in Oldenburg finden alle Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind, sowie deren Angehörige Unterstützung, Beratung und Information. Die Betreuung erfolgt kostenlos, vertraulich, freiwillig und auf Wunsch anonym. 
Bei Bedarf erhalten Opfer finanzielle Hilfen, eine Soforthilfe in Höhe von 250 Euro. Weitere finanzielle Hilfen zur Milderung der Straffolgen sind nach Beschluss des regionalen Vorstandes möglich, entsprechend dem individuellen Bedarf (z.B. für Schutzvorkehrungen oder Fahrtkosten).
30 Justizsozialmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind in der Opferhilfe in elf Opferhilfebüros in Niedersachsen beschäftigt.
Im Jahr 2009 wurden von der Stiftung 1.668 Klientinnen und Klienten betreut. Die Zahlen sind kontinuierlich gestiegen auf in diesem Jahr bereits 2.815. Ebenso stieg die Anzahl der psychosozialen Prozessbegleitung zwischen 2016 und 2024 von 228 auf 367 Fälle. Die Onlineberatung wurde in diesem Jahr in 76 Fällen in Anspruch genommen. 

Weitere Infos auf www.opferhilfe-niedersachsen.de.

Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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