Großbrand in Tostedt
Sporthalle am Düvelshöpen lichterloh in Flammen
- Hier war nichts mehr zur retten, es ging nur noch um Schadensbegrenzung bei den anliegenden Gebäuden. Im Vordergrund der Bagger, mit dem am Tage noch Abrissarbeiten an dieser Halle stattfanden
- Foto: sh
- hochgeladen von Stefanie Hansen
Als um kurz vor 21 Uhr am Dienstagabend die Sirenen gingen, konnten die meisten Feuerwehrleute "auf Sicht" anfahren - eine riesige Rauch- und Feuersäule stand über Tostedt.
Die Realschulsporthalle, die schon im Sommer 2021 gebrannt hatte, stand im Vollbrand. Die ersten Feuerwehrkräfte, die vor Ort eintrafen, konnten nur noch Funksprüche abgeben, dass nachalarmiert werden muss.
Die Turnhalle aus den 1960er Jahren ist eine sogenannte Zweifeldhalle mit Tribüne, im Untergeschoss befindet sich ein Gymnastikraum und die Umkleideräume, oben die Halle. Und alles, wirklich alles, stand lichterloh in Flammen. Das Kuriose an diesem Brand: Die Abrissarbeiten hatten schon begonnen, in den Wänden waren bereits große Löcher.
150 Einsatzkräfte waren vor Ort: Die Feuerwehren aus Tostedt, Todtglüsingen, Wistedt, Heidenau, Bötersheim, Otter, dazu noch die Drehleiter aus Buchholz, Sanitäter und Polizei. Das Hauptaugenmerk der Feuerwehren richtete sich allerdings nicht auf die Brandbekämpfung - an der Halle war ohnehin nichts mehr zu retten - es ging nur noch darum, dafür zu sorgen, dass das Feuer nicht auf die Schule und auf die große Sporthalle übergreift. Immer wieder fielen brennende Trümmerteile von der Fassade, ein Einsatz, der für alle Rettungskräfte nicht ungefährlich war. Trotz aller Bemühungen hat der Anbau der Realschule, der der Sporthalle am nächsten ist, Schaden genommen: Fenster sind gesprungen und auch die Stirnbretter über den Fenstern sind zerstört, ebenso auch leichte Schäden an der großen Sporthalle, in der sogar noch Handballtraining stattfand, als das Feuer ausbrach.
Auch Tostedts Samtgemeindebürgermeister Dr. Peter Dörsam machte sich vor Ort ein Bild von diesem Feuer.
Für alle Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium fiel am Mittwoch der Unterricht aus.
Menschen kamen glücklicherweise nicht zu schaden, die eigentlichen Löscharbeiten dauerten bis etwa vier Uhr in der Nacht an, für die Brandwache und Nachlöscharbeiten wurde die Feuerwehr Welle alarmiert, auch die Tostedter Drehleiter war weiter im Dienst, mit Wärmebildkamera wurde alles genau überwacht.
Die Polizei beziffert den Sachschaden mit rund 30.000 Euro. Dieser fällt so gering aus, weil die Halle ohnehin im Abriss war und quasi keinen Wert mehr hatte.
Anblick der Ruine wie nach einem Bombenanschlag
Am Mittwochmorgen bot sich ein grotesker Anblick, es rauchte noch aus der verrußten Ruine, an etlichen Stellen lief Löschwasser die Wände herab. Da die Schule an den drei Schulen ausfiel, hatte die Cafeteria des Gymnasiums plötzlich große Mengen an Brötchen in allen Varianten übrige - diese wurden gern den hungrigen Feuerwehrkräften gespendet.
Trotz des gigantischen Ausmaßes des Feuers kamen keine Menschen zu schaden. Die Handballerinnen, die in der direkt neben dem Feuer liegenden großen Sporthalle trainierten, verließen das Gebäude, nachdem die WOCHENBLATT-Kollegin sie telefonisch darüber informierte, was nur wenige Meter neben ihnen gerade los ist - in der Halle haben sie nichts davon bemerkt.
Auch am Freitagmorgen, fast 36 Stunden nach der Erstalarmierung, musste die Tostedter Feuerwehr wieder zur Sporthalle ausrücken, abermals für Nachlöscharbeiten.
Während der Laie denkt, nun wurde der Abriss einfach beschleunigt, weiß der Fachmann, dass es so nicht ist. Die Reste können nun nicht einfach zusammengefegt und entsorgt werden, dieser Schutt ist kontaminiert und muss gesondert entsorgt werden. Trotzdem hält der Landkreis an seinem Sporthallen-Fahrplan fest: Bis Ostern ist die Sporthalle restlos weg und 2026 soll die neue Dreifeldhalle den Sportlern zur Verfügung stehen.
Brandursache Brandstiftung
Mittlerweile sind sich die Brandermittler sicher, einen technischen Defekt ausschließen zu können. Sie gehen von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus. Die Polizei bittet daher dringend um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer hat am Dienstagabend, 25. Februar, dort etwas Ungewöhnliches in der Zeit nach Beendigung der allgemeinen Abrissarbeiten bemerkt? Hinweise bitte an die Polizei Buchholz unter 04181-2850.
Dank des Landrats
Landrat Rainer Rempe richtete seinen Dank an alle Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten. „Ich bin froh, dass keine Menschen betroffen waren und die Einsatzkräfte ein Übergreifen auf die angrenzenden Gebäude verhindern konnten. Erfreulicherweise gibt es keine weitere Einschränkung für den Schulbetrieb.
++UPDATE++
Am Donnerstag kam es immer wieder zu Nachlöscharbeiten, die am Mittag abgeschlossen wurden. Der Baggerfahrer, der dort seine Arbeit verrichtet, fand immer wieder Glutnester.
Der Tag der offenen Tür an der Erich-Kästner-Realschule, der am Freitag, 28. Februar, geplant war, wurde abgesagt. Ein neuer Termin wird bekannt gegeben.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Buchholz |
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