Almhütte Vorwerk
- Die urige Almhütte stand einst in Lech am Arlberg, nun in Tostedt
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Skifahrer und Wanderer, die gern in den Bergen unterwegs sind, kennen das Gefühl ganz genau: Der Schnee knirscht unter den Füßen, das Gesicht brennt vor Kälte. Der Skifahrer fährt mit einem Schwung vor die Hütte, schnallt die Ski ab, stellt sie beiseite und geht mit den klobigen Skistiefeln in die warme Hütte. Sie ist voller Menschen, hier wird gelacht und geredet, bei einem Heißgetränk können sich alle aufwärmen.
Ein zumindest ähnliches Gefühl vermittelt nun tatsächlich die Tostedter Firma Vorwerk ihren Mitarbeitern. Zwar knirscht in Tostedt selten der Schnee unter den Füßen und mit Alpin-Ski kann auch nicht vorgefahren werden, aber die waschechte Almhütte steht auf dem Firmengrundstück im Gewerbegebiet an der Harburger Straße. Ursprünglich stand sie in Lech am Arlberg, danach als Party-Location auf dem Hamburger Süllberg bei Sternekoch Karlheinz Hauser. Und nun in Tostedt.
Wie kommt eine Almhütte ausgerechnet nach Tostedt?
Die Vorwerk-Mitarbeiter, die auf den Baustellen unterwegs sind, sind gern noch nach Feierabend beisammen, trinken etwas und reden über den Tag. Seit das Unternehmen nun vollständig von der Niedersachsenstraße auf das neue Gelände umgezogen ist, stehen sie in einer der Hallen, die im Winter empfindlich kalt sind und wärmen sich nur mittels Heizlüfter. "Die Büro-Mitarbeiter haben mit dem neuen Gebäude tolle neue Büros bekommen, nun wollten wir für die Mitarbeiter vom Bau auch etwas Adäquates schaffen", erklärt Torben Kleinfeldt, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Vorwerk-Gruppe. Aus früheren Geschäftsbeziehungen und nicht zuletzt weil der Sternekoch im Jahr 2012 das Catering des 50-jährigen Jubiläums übernommen hatte, kannten sich Kleinfeldt und Hauser schon viele Jahre. Und so erfuhr er von einer Almhütte, die einen neuen Besitzer suchte.
Karlheinz Hauser hatte die Almhütte, die ähnlich wie Lego-Technik mit einem Stecksystem immer wieder auf- und abgebaut werden kann, für den Süllberg angeschafft, wo von Oktober bis April legendäre Partys gefeiert wurden. Vor rund vier Jahren verließ Hauser Hamburg - und die Almhütte war übrig.
Torben Kleinfeldt kaufte gemeinsam mit seiner Frau Katrin privat diese Hütte und sie übergaben sie im Rahmen einer Zustiftung der Irene und Friedrich Vorwerk-Stiftung.
Was passiert im Inneren der Hütte?
Nach vielen bürokratischen Hürden konnte im Mai 2024 - zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich des großen Verwaltungsgebäudes - der Hüttenaufbau beginnen. Viele der Tostedter Vorwerk-Mitarbeiter waren an dem Aufbau beteiligt, bis sie im vergangenen November endlich fertig wurde. Und die Hütte kam nicht "nackt", sondern vollständig ausgestattet samt WC-Anlage, Bar, Einrichtung und kompletter Gastronomie-Ausstattung. Sogar die Dirndl und die Lederhosen für die Bedienungen waren noch dabei. Nun hat die Original-Almhütte aus Lech am Arlberg in Tostedt ein endgültiges Zuhause gefunden. Sie wird gern genutzt: Die Mitarbeiter, die tagsüber auf dem Bau arbeiten, haben hier in einem großartigen Rahmen die Möglichkeit, nach Feierabend zusammen zu sitzen, ohne frieren zu müssen. Aber auch Schulungen, die sonst auf dem Saal des Gasthauses Wiechern stattfinden mussten, weil auch das neue Bürogebäude keine so großen Räume hat, finden jetzt hier statt.
"Es klappt hervorragend", freut sich Torben Kleinfeldt. "Weil alle beim Aufbau mit angepackt haben, behandeln auch alle die Hütte wie ihre eigene. Wenn abends Mitarbeiter hier zusammen gesessen haben, können wir sicher sein, dass am nächsten Morgen alles aufgeräumt und gespült ist."
Auch Besprechungen mit vielen Personen können in diesem ganz besonderen und rustikalen Ambiente mit einem wohligen Gefühl stattfinden: An langen Reihen von Holztischen sitzen, an den Fenstern rot-weiß-karierte Vorhänge. Auch die Geweihe an den Wänden fehlen nicht.
Auch an die Zeit, in der es draußen wieder schön wird, wurde bereits gedacht: Eine gemütliche Terrasse lädt an Sommerabenden zum Bleiben ein.
Und nicht nur für betriebliche Zwecke wird die Hütte genutzt: Die Mitarbeiter dürfen diese auch für private Feiern mieten.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Buchholz |
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