Arbeitskreis Naturschutz stinksauer
Bäume in Heidenau werden totgespritzt

Bürgermeister Reinhard Riepshoff (vorn) und 
AKN-Vorsitzender Henry Holst freuen sich, dass die Bäume am Weg zur Sporthalle noch gesund sind
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    AKN-Vorsitzender Henry Holst freuen sich, dass die Bäume am Weg zur Sporthalle noch gesund sind
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bim. Heidenau. Henry Holst, Vorsitzender des Arbeitskreises Naturschutz (AKN) Tostedt, ist stinksauer: Seit Jahren würden in seiner Heimatgemeinde Heidenau Bäume, die auf öffentlichem Grund und Boden stehen, nach und nach mit Totalherbiziden totgespritzt. "Das hat zugenommen und ist für mich ein Skandal. Über das Warum kann ich nur spekulieren. Weil es vermutlich Probleme bereitet, bis an den Stamm eines Baumes zu mähen, oder weil man einen Hass auf Bäume hat, die vermeintlich im Weg stehen oder 'Dreck' machen", schimpft er.
An mehreren Bäumen im Gemeindegebiet ist rund um die Wurzelbereiche ein bräunlicher Kranz zu sehen, wo das Gift das Gras weggeätzt hat. Eine Linde in der Avenser Straße habe wegen des Pflanzengiftes eine einseitig lichte Krone. "Die Alleebäume auf der anderen Straßenseite sind propper und groß", sagt Holst. Als der Anlieger meinte, er könnte sich des angeblich toten Baumes entledigen und dessen Fällung bei der Gemeinde beantragte, wurde das aber abgelehnt. "Der AKN machte die Gemeinde auf die Linde, die auf einer Seite Blätter verliert, aufmerksam", berichtet Bürgermeister Reinhard Riepshoff. Die Gemeinde nahm daraufhin eine Bodenprobe. "Die war positiv auf das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat und dessen Abbauprodukt Ampa (Aminomethyl-Phosphonsäure)", erläutert Riepshoff. Aber weder die Gemeinde Heidenau noch von ihr beauftragte Firmen oder die Samtgemeinde Tostedt würden Glyphosat einsetzen, betont Riepshoff.
Was Henry Holst als Einwohner und Naturschützer buchstäblich auf die Palme bringt, ist, "dass woanders Alleebäume gepflegt werden, weil die Bedeutung dieser Bäume im öffentlichen Raum wahrgenommen wird". Die Bäume seien schließlich ortsbildprägend und wichtige Sauerstofflieferanten und -reiniger. Außerdem sei der Einsatz von Totalherbiziden auf öffentlichen Flächen durch Privatleute ohnehin verboten und deren Einsatz von Kommunen auch nur mit Ausnahmegenehmigung möglich, erläutert Holst. "Das verstößt gegen das Pflanzenschutzgesetz und wird mit Strafen bis 50.000 Euro geahndet." Das sei eine Gefährdung der Anlieger und Zerstörung von Gemeingut. Ein Baum in der Größe habe immerhin einen Wert von ca. 10.000 Euro, gibt Holst zu bedenken. Auch auf versiegelten Flächen, etwa um sogenanntes Unkraut zu beseitigen, dürften keine Totalherbizide eingesetzt werden, da sie ins Grundwasser gelangen könnten.
"Wir freuen uns, wenn sich Bürger vor Ort engagieren und zum Beispiel das Rasenmähen übernehmen. Das muss aber nach gesetzlichen Vorgaben erfolgen, nicht nach Gutdünken", erklärt Bürgermeister Reinhard Riepshoff. Dass es um lästiges Laub geht, schließt das Gemeindeoberhaupt aus. "Die Gemeinde investiert 10.000 bis 12.000 Euro im Jahr, um die Anlieger bei der Laubentsorgung zu unterstützen." Das Laub werde von der Landjugend an vier Wochenenden im November eingesammelt, auf von Landwirten zur Verfügung gestellten Flächen gesammelt und zur Deponie nach Todtglüsingen gebracht. Die Gemeinde wolle nun Regularien aufstellen, wie Bürger in die Pflege von Wegerändern und Bäumen eingebunden werden können. Auf die Bürger, die Totalherbizide einsetzen, wolle man zugehen und ein klärendes Gespräch suchen, dass der Herbizid-Einsatz zu unterbleiben hat. "Wenn sie beratungsresistent sind, muss man sehen, wie man darauf reagiert", so Riepshoff.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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