Elektromobilität in der Region Lüneburg fördern

Tostedts Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam (v. li.) mit den 
Referenten Dr. Alexander Stark und Björn Muth   Fotos: bim
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    Referenten Dr. Alexander Stark und Björn Muth Fotos: bim
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bim. Tostedt. Bis 2020 sollen laut dem Klimaschutzplan der Bundesregierung eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein. Doch davon ist Deutschland trotz Kaufprämien und Förderprogrammen nach wie vor weit entfernt, wie auch eine Studie bestätigt, die im Auftrag von elf Landkreisen durchgeführt wurde.
Über deren Ergebnisse informierte jüngst Dr. Alexander Stark, Leiter der Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung beim Landkreis Harburg. Als Referent war auch Björn Muth, EWE-Kommunalbetreuer der Geschäftsregion Bremervörde/Seevetal, auf Einladung der Samtgemeinde Tostedt im Rahmen einer Einwohnerversammlung zu Gast. Das Interesse daran war verhalten. Rund 30 Zuhörer, fast ausschließlich Kommunalpolitiker, fanden sich dazu in der Grundschule ein.
In der Region gab es 2017 demnach 575 zugelassene Elektrofahrzeuge, wobei der Landkreis Harburg mit 98 noch führend war. Aktuell fahren 207 E-Mobile auf unseren Straßen. "Das Angebot an E-Fahrzeugen steigt, die Preise sinken hoffentlich", so Alexander Stark.
Die derzeit auf dem Markt befindlichen Fahrzeuge haben Reichweiten zwischen 312 Kilometern (BMW i3) bis 613 (Tesla S). Wobei zu beachten sei, dass höhere Reichweiten größere Batterien mit mehr Gewicht und damit erhöhtem Energieverbrauch pro Kilometer zur Folge hätten. Das derzeitige Optimum liege bei 300 bis 400 Kilometern.
In der gesamten Region gebe es 250 öffentliche Ladestationen, die per App zu finden sind.
Für E-Fahrzeuge in Frage kommende Zielgruppen seien u.a. Privatpersonen mit begrenztem Aktionsradius oder Pendler für Strecken mit 50 bis 100 Kilometern Arbeitsweg, Handwerksbetriebe, Pflegedienste, Kurier-Dienstleister und Behörden.
Die Ersteller des Gutachtens nehmen an, dass im Jahr 2035 rund 40 Prozent aller Autos E-Fahrzeuge sein werden. Es gäbe aber auch Konflikte und Risiken. So könne etwa die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs sinken oder eine Überlastung des Stromnetzes auftreten.
Die Strategien für die Region Lüneburg bestehen u.a. darin, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, Rahmenbedingungen für die E-Mobilität zu schaffen, den Ausbau der Netzinfrastruktur politisch mit zu gestalten, den Wirtschaftsraum durch neue Geschäftsmodelle zu stärken und eine flächendeckende Ladeinfrastruktur zur Gewährleistung der Mobilität einzurichten. An Projekten könnten zum Beispiel Schulungen für Planer, Architekten und Bauherren angeboten werden.
Die Studie, deren Ziel die Erarbeitung einer Grundlage für ein einheitliches Konzept für die Region Lüneburg ist, soll Ende Mai Politik und Kommunalverwaltungen zur Verfügung gestellt werden.
Bei der Bewerbung der Elektromobilität wurden Annahmen vorausgesetzt, die Björn Muth von EWE vorstellte. Demnach stehe ein durchschnittliches Privat-Fahrzeug 23 Stunden am Tag, davon meist zweimal acht Stunden am Stück. Und 80 Prozent aller Privatfahrzeuge würden weniger als 50 Kilometer am Tag bewegt, sodass über 80 Prozent der Ladevorgänge Zuhause oder am Arbeitsplatz stattfinden könnten.
Bei der Diskussion um E-Mobilität sei eine wichtige Frage: Wie integriere ich die Ladestruktur ins Energienetz? Eine Herausforderung, der sich EWE mit Partnern stellt.
Wenn man davon ausgeht, dass im Jahr 2035 im Landkreis Harburg 40.000 E-Fahrzeuge unterwegs sind, bedeute dies ein Plus von 75,8 Gigawattstunden im EWE-Netz und somit einen Anstieg der Energiemenge um 15,1 Prozent. Dafür müsse das Netz entsprechend dimensioniert und Netzregler gegen Überlastung durch E-Mobilität eingesetzt werden.
Eine weitere Hürde: Bisher habe kein Anbieter ein tragfähiges Geschäftsmodell für den Bau und den Betrieb von öffentlicher Lade-
infrastruktur, so Muth. Denn für ein einheitliches Abrechnungssystem müsse auch geschaut werden, wer lädt wie lange wieviel?
Um die E-Mobilität zu fördern, habe die EU eine neue Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden erlassen, die auch neue Vorschriften zu Ladepunkten an Gebäuden festlegen. Demnach müsse z.B. ein Wohngebäude mit zehn Stellplätzen mit zehn Leerrohren ausgerüstet werden. Bei anderen Gebäuden mit zehn Stellplätzen müsste dann mindestens ein Parkplatz mit Ladepunkt und jeder fünfte Stellplatz mit Leerrohr geplant werden.
Im Anschluss an die Vorträge beantworteten die Referenten die Fragen der Zuhörer. Dr. Peter Dörsam resümierte: "Diese Veranstaltung war ein Auftakt, das Thema wird uns weiter beschäftigen." Im Landkreis Harburg gibt es an folgenden Standorten EWE-Stromtankstellen:
P+R-Parkplatz Neu Wulms-
torf, Hoyer-Autohof Rade, Freilichtmuseum am Kiekeberg, Edeka Meyer in Nenndorf, Knolles Markt in Ramelsloh, Kreisverwaltung am Schloßplatz in Winsen, Edeka Meyer in Wulfsen, Autohaus Lohmann in Heidenau, Ewe-Service-Punkt in der Zinnhütte in Tostedt. Ladestationen
von EWE

Tostedts Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam (v. li.) mit den 
Referenten Dr. Alexander Stark und Björn Muth   Fotos: bim
Björn Muth mit einer 
Wandladestation
Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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